Im digitalen Marketing können Bilder nicht nur symbolisch und ansprechend sein, sondern auch einen sehr greifbaren Wert haben. Im Rahmen der Social Media Week in Chicago führte Sarah Eva Monroe, Senior Creative Director, mStoner Inc., eine Podiumsdiskussion zur Benutzung von visuellem Material in sozialen Medien. Wie wir alle wissen können Bilder eine Geschichte erzählen und diese Story kann wiederum Engagement im sozialen Netz hervorrufen. Letztendlich ist es dieses Engagement, das die Sichtbarkeit einer Marke erhöht.

Monroe konzentrierte sich darauf, wie jedes große soziale Netzwerk insbesondere durch die Verwendung von Bildmaterial ein solches Storytelling fördern kann. Sie wies darauf hin, dass das menschliche Gehirn ein Bild viel schneller verarbeiten kann als Wörter und dass Bilder daher für ein schnelles Verständnis der Botschaft essentiell sind.

Zur Auswahl von Bildern gab sie folgende Ratschläge:

  • Ein schlichtes und direktes Foto kann sehr großen Eindruck machen.
  • Man darf auch humorvoll sein, aber es ist wichtig, den Scherz vorher gründlich zu recherchieren, um den Kontext zu kennen.
  • Zum Teilen in den sozialen Medien sollte ein Text den Kontext oder das Branding auch innerhalb des Bildes vermitteln.
  • Ein Bild wirkt auf emotionaler Ebene, wenn Menschen gezeigt werden, die mit dem Produkt interagieren.
  • Wenn Sie Bilder benutzen, die nicht Ihre eigenen sind, achten Sie unbedingt darauf, das Urheberrecht zu befolgen.
  • Achten Sie bei der Erstellung oder Auswahl eines Bildes auf Design-Grundregeln wie die Drittel-Regel, einen Fokuspunkt, Lichteinstellungen, Kontrast und Perspektive.

Durch prägnanten Content mit starken Bildern und gutem Design werden Botschaften schnell verstanden, selbst wenn ein Konsument sich nicht die Mühe macht, den Text dazu zu lesen. Das bedeutet auch, dass der Fokus nicht ausschließlich auf Engagement, sondern auch auf Unterhaltung liegen sollte. Ein wichtiges Tool ist, sich das Profil von potentiellen Konsumenten vor Augen zu führen, um den richtigen Zugang und die richtige Botschaft auswählen zu können.

Monroe stellte auch folgende Best Practice-Tipps zusammen:

  • Denken Sie darüber nach, zu welcher Tageszeit Ihr Bild am wirkungsvollsten wäre.
  • Recherchieren Sie relevante Internet-Memes, Humor, Hashtags und Marken, damit Sie nicht blauäugig an das Motiv herangehen.
  • Kontext ist wichtig: beachten Sie, an welchem geografischen Ort Ihr Bild erscheint. Vermeiden Sie es, bei kontroversen Themen zu gewagt vorzugehen.
  • Seien Sie sich des Profils Ihrer Leser und Zuschauer bewusst – auch demografischer Daten, vergangenes Engagement und Gewohnheiten. Diese Informationen können besonders hilfreich sein, wenn Sie Bilder von Menschen zeigen.
  • Entscheiden Sie aufgrund dieses Profils, welche Social Media-Kanäle Sie nutzen.
  • Testen Sie Bilder und bauen Sie darauf auf, was funktioniert.
  • Das menschliche Auge bemerkt es sehr schnell, wenn ein Bild von bekannten Mustern abweicht. Nutzen Sie einzigartige und originelle Bilder, die im bildreichen sozialen Netz herausstechen.
  • Nutzen Sie Farbtheorie zu Ihrem Vorteil und setzen Sie dabei den Fokus auf die Farbeigenschaften Ihrer Marke.

Monroe wies auch auf einige gute Beispiele hin, bei denen kontextualisierte Bilder besonders gut platziert wurden. Auf Instagram kann zum Beispiel besonders gut ein Gefühl der Inklusivität erzeugt werden, indem zum Beispiel aktuellen und zukünftigen Kunden ein Blick “hinter die Kulissen” gewährt wird. So wird zum Beispiel Snapchat effektiv zur Promotion solcher Marken genutzt, die mit sehr direkten, kurzlebigen Nachrichten (gerichtet an eine sehr spezifische Zielgruppe) arbeiten.

Kurzum: Beim Einsatz von visuellem Storytelling in sozialen Medien sollte jede Entscheidung wohlüberlegt sein. Sie sollten Ihre Zielgruppe ebenso kennen wie Ihre Marke und ausfindig machen, wo die größte Schnittstelle zwischen beiden liegt. Schaffen Sie dynamische visuelle Botschaften für soziale Medien, indem Sie Bildmaterial wählen, das die gewünschte Reaktion bei Ihrer relevanten Zielgruppe hervorrufen wird. Das Wichtigste: Testen Sie verschiedene Ansätze und experimentieren Sie ein wenig, um herauszufinden, was für Ihre Marke am besten funktioniert.

Photo by Rosana Prada via Flickr

About Andrea Gilgenbach

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