Soziale Medien haben die Art und Weise wie wir miteinander kommunizieren nachhaltig verändert. Hätten Sie vor 10 Jahren gedacht, dass Sie einmal mit Hilfe von 6-Sekunden Videos, 140-Zeichen Nachrichten oder Pins mit anderen kommunizieren würden?

Für PR- oder Marketing-Profi ist es wichtig, die neuen Kommunikations-Plattformen und -weisen grundsätzlich zu verstehen, aber auch wie diese das Erzählformat von Stories beeinflussen. Was ist die beste Vorgehensweise, wenn eine neue Seite auf den Markt kommt? Welche Kriterien sollte man anwenden, sich gegen oder für ein Engagement auf einem sozialen Netzwerk zu entscheiden?

Wir haben hier einige Tipps aufgelistet, die Ihnen bei dieser Entscheidungsfindung helfen sollen:

Benutzt Ihre Zielgruppe dieses Netzwerk? – Obwohl Sie als Early Adopter an Glaubwürdigkeit gewinnen können, wird das Engagement eher niedrig sein und das Interesse kann schnell verloren gehen, wenn Ihre Zielgruppe oder Industrie diese Plattform (noch) nicht benutzt. Auch nach erfolgter Entscheidung – für oder gegen ein bestimmtes Netzwerk – sollten Sie alle paar Monate überprüfen, ob sich das Publikum verändert hat.

“Try before you buy” – Melden Sie sich als privater Nutzer an und testen Sie das Potenzial des jeweiligen Netzwerks, bevor Sie einen kommerziellen Account auf der neuen Seite einrichten. Dieser Ansatz hilft, nicht nur die alles entscheidende Sicht der Nutzer zu verstehen, aber auch praktisch zu erfahren, wie Nutzer auf dieser Seite miteinander kommunizieren. Ist der Umgangston locker oder eher formal? Dienen Bilder oder Text als Basis der Kommunikation? Dieser explorative Ansatz wird Ihnen nicht nur bei der anfänglichen Selektion helfen, sondern später auch bei der fortlaufenden Arbeit mit dem jeweiligen Netzwerk sehr hilfreich sein.

Social Media Specialist?
Bleiben Sie sich selbst treu – 
Verhalten Sie sich online genauso, wie Sie es persönlich oder offline tun würden. Es ist unhöflich, immer nur über sich selbst zu reden. Je unverfälschter und ehrlicher Sie sind, desto besser werden die Erfahrungen sein, die Sie machen und desto mehr können Sie Ihren Nutzern bieten.

Reden Sie nicht, nur um sich selbst reden zu hören – Melden Sie sich nicht bei einer Seite an, nur weil diese scheinbar im Trend liegt. Sorgen Sie dafür, dass Sie den stattfindenden Gesprächen und den Communities, denen Sie beitreten möchten, auch einen wertsteigernden Nutzen liefern.

Weshalb melden Sie sich an? – Was ist Ihr Ziel? Sollte Ihre Antwort „Ich bin mir nicht sicher” oder „Weil alle dabei sind” lauten, dann sollten Sie sich Ihre Position noch einmal überlegen. Wenn Sie sich auf einer neuen Plattform anmelden, um sich über die Branche auf dem Laufenden zu halten, mit anderen Profis in Kontakt zu kommen oder Ihre Kenntnisse mit anderen teilen möchten, dann melden Sie sich an! Aber nicht bevor Sie….

… einen Krisenkommuniktionsplan erstellt haben – Dieser Schritt ist unerlässlich, vor allem wenn Sie eine Marke/Kunde/Unternehmen repräsentieren. Durch die Echtzeit-Kultur sozialer Medien wird eine schnelle Antwort erwartet, egal ob es um ein Problem in der Kundenbetreuung geht oder um einen ‘fragwürdigen’ Tweet von einem der Twitter Accounts des jeweiligen Unternehmens. Bereiten Sie sich auf Fehler vor, um schnell reagieren zu können, wenn diese dann auch wirklich passieren. Legen Sie eine Reihenfolge der Mitarbeiter fest, die kontaktiert werden können, wenn ein Problem auftritt (mit den privaten Rufnummern, sollte das Problem ausserhalb der Öffnungszeiten auftreten) und erstellen Sie einen Krisenplan. Je nach Situation, empfiehlt es sich, den Krisenplan praktisch zu testen.

Messen Sie erzielte Fortschritte oder Abweichungen – Bedenken Sie Ihre Ziele und entscheiden Sie, mit welchen Metriken Sie Ihren Fortschritt messen wollen. Dies wird Ihnen dabei helfen, welche Strategien wirken und welchen Einfluss diese auf die Community haben.

Überprüfen Sie sich selbst – Wenn Sie sich durch diese verschiedenen Schritte durchgearbeitet haben und bereit sind, sich beim neuesten sozialen Netzwerk anzumelden, achten Sie immer darauf, Ihre Posts noch einmal zu hinterfragen: „Würde ich mich schämen, wenn meine Oma oder der Geschäftsführer diesen Post sehen?”, „Bin ich selbst oder meine Firma/Marke/Kunde gut repräsentiert?”, „Könnte sich jemand durch meinen Post angegriffen fühlen?”, „Wäre ich verärgert, wenn ich selbst diese Nachricht lesen würde?” und „Mit wem interagiere ich?”.

Soziale Medien eröffnen spannende Möglichkeiten – bergen aber auch viele Risiken. Bitte zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren, sollten Sie Fragen haben.

[Photo courtesy of http://www.markevanstech.com/]

About Falk Rehkopf

Ehem. Geschäftsführer Cision Germany GmbH