Ein authentisches bzw. ernst gemeintes Engagement hinsichtlich „Mama-Blogs“ ist für viele Marken mittlerweile essenziell geworden. Aber was sind die wesentlichen Schritte um in dieser Community Fuß zu fassen?

In der ersten Staffel der preisgekrönten TV-Show Mad Men, fragt der Creative Director einer an der Madison Avenue gelegenen Werbeagentur seinen Agentur-Boss inmitten der Planung einer großen Kampagne: „Was wollen Frauen?“. Woraufhin dieser ihm antwortet: „Wen interessiert das schon?“. Diese für das Fernsehen geschriebene Szene spielt in den USA der 50er Jahre, lange bevor gesellschaftliche und technische Entwicklungen die Art und Weise veränderten, wie Vermarkter Frauen ansprechen. Wenn heutzutage eine Marke wirklich daran interessiert ist, was Frauen beschäftigt, lassen sie sich einfach auf eine der einflussreichsten Kommunikationskanäle ein – die Vielzahl der bloggenden Mütter.

Die bloggende Mutter schreibt über den wohl wichtigsten, herausforderndsten und lohnenswertesten Job des Lebens. PR-Leute, die ihr mit dem entsprechenden Respekt entgegen treten, helfen ihr, ihren Lesern zu helfen. Dadurch gewinnen PR-Profis nicht nur den Respekt der Mutter, sondern auch die Kundenloyalität die sie verdienen.

Das grosse, facettenreiche Universum der Mama-Blogs

Blogfrog startete ein Netzwerk von 50.000 bloggenden Müttern und schätzte, dass insgesamt fünf Millionen Mütter im Internet herumschwirren. Blogher listet über 9.000 „Mami und Familie“-themenbezogene Blogs. Das sind 20% der insgesamt 43.000 Blogs in diesem Netzwerk und repräsentiert Millionen von engagierten Usern.
„Das Thema „Social Media“ hat einen großen Anteil in der Marketing- und Politikkommunikation, sowie der Nachrichten eingenommen,“ sagt Stacy DeBroff, Bestseller-Autorin und Gründerin von Mom Central. „Mütter reden über Markenprodukte, egal ob diese wiederum zu den Müttern sprechen.“ Diese digitale Mund-zu-Mund Werbung ist das ultimative Ziel von „Earned Media“ und von fundamentaler Bedeutung für eine Marke.

Bloggende Mütter befassen sich mit einer enormen Vielfalt unterschiedlicher Themen: Kindererziehung, Beziehungen und Familie; Bildung und Tagesbetreuung; Gesundheitspflege, Ernährung, Wellness und Fitness; Kindersicherheit; Produktbewertungen (Accessoires und Zubehör, Kleidung, Bücher, Videos und vieles mehr); Work-Life-Balance aber auch unterhaltsame Themen, wie Urlaub, Feiertagsgeschenke und lustige Geschichten. Diese Vielfalt in Bezug auf Inhalte, Art der Auseinandersetzung und Meinungen, spiegelt die reiche Dynamik im Universum der bloggenden Mütter wieder. Ebenso verdeutlicht diese Vielfalt aber auch die Herausforderungen und Fallgruben, mit denen sich PR-Leute konfrontiert sehen.

Sechs Tipps, die Sie verinnerlichen sollten:

Wie können Sie diese facettenreiche Community erreichen und den notwendigen Respekt erwerben, den Ihre Marke verdient? Hier sind sechs Grundsätze:

1. Verpflichten Sie sich langfristig

Sie sind im Begriff eine langfristige Beziehung herzustellen, basierend auf dem Aufbau sozialen Kapitals und Vertrauen. Echtes Engagement beginnt noch bevor Sie einen Kommentar posten oder in einen Twitterstream einsteigen. Tauchen Sie in die Vielfältigkeit des Universums der bloggenden Mütter ein. Erkunden Sie es um ein tieferes Verständnis zu erlangen. Was ist Ihre Zielgruppe und wessen Probleme versuchen Sie zu lösen? Legen Sie Hypothesen ab, lernen und Wiedererlernen Sie grundlegende Erfolgstreiber von Wahrnehmung und Verhaltensmuster; identifizieren Sie die möglichen Störfaktoren. Bleiben Sie am Ball – auch, wenn kein offensichtlicher Vorteil für Ihr/e Marke/Produkt besteht.

2. Identifizieren Sie die einflussreichen Stimmen

Welche bloggenden Mütter und Beeinflusser bestimmen die Tagesordnung? Mit CisionPoint und dem Cision Social Media Dashboard, haben Sie die Möglichkeit neben der Rangliste von Influencern, Daten wie die Anzahl der Kommentare, Unique Visitors der Seite, die Anzahl der Twitter Follower, Empfehlungen von Bookmarking/Sharing Seiten sowie viele weitere Funktionen aufzurufen. Die Anzahl von Retweets ist ein guter Indikator um den potentiellen Einfluss einer Person einzuschätzen.

3. Hören Sie aufmerksam zu

Benutzen Sie Schlagwörter sowie Social Media Listening-Plattformen um relevanten Konversationen auf Twitter „zuzuhören“ und Blog Posts und Kommentaren zu folgen. Lesen Sie so viele Inhalte wie nur möglich – Beiträge sowie Kommentare. Erkennen Sie wer Stimmungstreiber ist und in welche Richtung dieser lenkt. Hierfür können Sie Stimmungs-Analyse-Tools verwenden oder auch einfach ihr wachsendes Verständnis für die Community nutzen und Nennungen als positiv, negativ oder neutral bewerten.

3. Nehmen Sie persönlich Kontakt auf und respektieren Sie die verschiedensten Zielgruppen

Hier gelten Grundsätze: Bevor Sie sich einbringen sollten Sie die Arbeit der Person kennen und sich mit ihr beschäftigen. Die Cision Media Database kann Ihnen nicht nur hierbei, sondern auch bei der Berücksichtigung des Terminplans der Bloggerin helfen und lässt Sie diese nach Ihren Bedingungen kontaktieren. Behandeln Sie jede Person als Individuum und vermeiden Sie um jeden Preis unpersönliche Serien-Pitches sowie Spam. Seien Sie transparent; bemühen Sie sich Probleme zu lösen und den Mehrwert erkennen zu lassen, anstatt einfach zu „verkaufen“. Fördern Sie das Sozialkapital indem Sie Zugang zu Informationen gewähren, die vielleicht nicht unbedingt zu einer Nennung Ihres Produktes führt, aber gegebenenfalls die Diskussion fördern könnte. Benutzen Sie SEO in Ihren Pressemitteilungen um sicherzustellen, dass bloggende Mütter Sie finden können.

4. Berücksichtigen Sie auch die bloggenden Väter

Auch wenn die Anzahl der bloggenden Väter – verglichen mit den bloggenden Müttern – noch gering ist, haben wir doch eine Liste von Vätern identifiziert, die sich zum Thema Vatersein, Kindererziehung und anderen Männerangelegenheiten austauschen. Es kann zu einer Überschneidung zwischen Themen der Mütter und Väter geben, also machen Sie Ihre Hausaufgaben bevor Sie sich einklinken. Sie sollten ihre Blogs und Hot-Buttons kennen, seien Sie persönlich, sachbezogen und hilfreich in Ihrer Kommunikation.

5. Seien Sie konstant und konsequent

Sie sind Teil einer wichtigen Community geworden, also bleiben Sie am Ball. So lernen Sie wichtige Dinge über beide: den Blogger und was Ihren ultimativen Kunden wirklich beschäftigt. Wenn Sie einsteigen, bewahren Sie einen makellosen Ruf hinsichtlich Ehrlichkeit, Ihr Engagement in Bezug auf Problemlösung und Ansprechbarkeit. Versuchen Sie Community-Mitglieder persönlich anzutreffen.

6. Authentizität/Glaubwürdigkeit ist das A und O

Die Erinnerung daran, dass durch Madison Avenue an einem “vorbeigeredet” wurde, rief eine gesunde Skepsis unter den bloggenden Müttern hervor. Diesen ist bewusst, dass sie heute als Verbraucher sowie als Kommunikatoren nun die Mittel haben, Vermarkter von Produkten direkt herauszufordern. Nur solche die sich bloggenden Müttern gegenüber in einer glaubwürdigen, transparenten und persönlichen Weise verhalten, werden in der Folge auch Respekt, Vertrauen und Loyalität ernten und damit den ultimativen Nutzen von „Earned Media“ realisieren. Wie hat es Stacy DeBroff ausgedrückt: „Bloggende Mütter haben erkannt, dass ihre Meinungen nicht nur die Meinungen sondern auch das Verhalten vieler anderer verändern.“

About Falk Rehkopf

Ehem. Geschäftsführer Cision Germany GmbH