Als einer der wenigen männlichen Blogger in der von weiblichen Bloggern dominierten Mode-Blogosphäre, hat der Australier Dominic Bartlett-Roylance schon einige schwierige Situationen gemeistert. Seine Leidenschaft für Mode und Kunst hat er zu Schulzeiten noch unterdrückt, hat dann aber später durch das Bloggen seinen Weg gefunden und auch bisher nicht bereut. Sein Blog, der Style Hunting Club, erfreut sich heute einer zahlreichen Leserschaft und erlaubt es ihm auch mit anderen männlichen Autoren zusammenzuarbeiten. In diesem Interview erklärt uns Dominic, wie er das Bloggen mit seiner Leidenschaft für Mode und Kunst verbindet und was ihn beim Bloggen inspiriert.

Erzähl uns bitte ein wenig über Dich – Wann hast Du Dich entschlossen mit dem Bloggen zu beginnen?

Schon in der Schule habe ich mich sehr für Mode und Kunst interessiert – Zu der Zeit war ich derart begeistert vom künstlerisch-kreativen Umfeld, dass ich komplett blockiert war und in der Folge weder darüber reden noch irgendeinen Output produzieren konnte. Nach der Schule habe ich mich dann bei verschiedenen Firmen vorgestellt; mir hat aber nichts gefallen. Ich habe zwar ein Jobangebot bekommen, habe es aber nicht angenommen. Im Grunde habe ich danach zuerst nur zu Hause rumgesessen, mir dann aber eine Büchereiausweis besorgt und dann mit dem Lesen über verschiedene Themen angefangen. Dann lernte ich einen Blogger kennen und das inspirierte  mich auch mit meinen eigenen Blog loszulegen.

In Deiner Berichterstattung, konzentrierst Du Dich auf Australien oder postest Du auch Content über andere Länder?

Ich mag die regionale Modeszene hier wirklich sehr – Einer derjenigen, die auch zu meinem Blog beitragen, ist mein enger Freund und Designer Jack Huang, der sein eigenes Modelabel AL.13 in Sidney betreibt. Ich war wirklich ein fanatischer Anhänger von australischen Labels – allen, die mit einer Louis Vuitton Tasche herumliefen oder bei Target [US Supermarkt] einkauften, habe ich schief angeschaut. Ich dachte damals wirklich, dass diese Leute dazu beitragen, die australische Modeindustrie zu zerstören. Heute sehe ich das ein wenig entspannter – Mode ist ein globales Phänomen, eine globale Industrie und ist generell auch dazu da, einfach genossen zu werden. Ich sollte mich daher nicht gezwungen fühlen, eine Marke nur deswegen zu kaufen, weil diese aus Australien stammt. Aber ich muss schon zugeben, dass ich jedes Mal stolz bin, wenn ich ein australisches Produkt kaufe.

Dom

Wie sieht Deine Zielgruppe aus?

Meine Zielgruppe besteht zumeist aus jungen Erwachsenen; Leute, die mir ähnlich sind. Menschen, die nicht vorgeben, reich oder arm zu sein, die intelligent und gleichzeitig auch authentisch sind. After all, blogging is powerful because it is nearly raw.

Kannst Du uns Deinen persönlichen Stil beschreiben?

Mein persönlicher Stil setzt sich aus vielen Elementen zusammen – ich bringe aber auch ständig neue Elemente in meine Kleidung ein. Natürlich bin ich auch durch verschiedene Phasen gegangen – zuerst trug ich nur australische Designer, dann habe ich mich auf schwedische Designer konzentriert und habe mich von den grossen Marken wirklich fern gehalten. Das hat sich heute ein wenig entspannt und so kaufe ich heute auch Gucci, CK und Louis Vuitton. Vor kurzem habe ich mir eine A.P.C. camo Jacke gekauft. Das ist eigentlich nur zufällig passiert, denn ich landete auf deren Facebook-Seite, da ich mehr über die Zusammenarbeit mit Kanye West lesen wollte. Aber es ist schon erstaunlich, wie eng ein jeweiliger persönlicher Stil von den eigenen Lebenserfahrungen und dem sozialem Status geprägt wird – wirklich vergleichbar mit dem kausalen Zusammenhang, Geld zu haben und sich deswegen luxuriöse Dinge einfach leisten zu können.

Hast Du schon einmal an einer Fashion Week teilgenommen?

Ja, ich war dieses Jahr das erste Mal bei der Fashion Week Australia dabei und mir hat es wirklich sehr gut gefallen. Es war schon komisch, genau die Leute im Rahmen dieser Veranstaltung zu treffen – also im wirklichen Leben – , über die ich schon so viele und auch sehr persönliche Sachen gelesen habe. Normalerweise würde ich nicht einfach irgendjemand ansprechen und über deren neue Tasche oder so reden. Ich weiss nicht, ob es daran liegt, dass ich schüchtern oder ein Snob bin oder eben einfach nicht so sehr involviert sein möchte – Lol. Auf der Fashion Week habe ich zum Beispiel Jack Huang getroffen. Ich habe es eigentlich nicht erwartet, auf der Fashion Week neue Freunde zu finden, es ist dann aber doch dazu gekommen.

Was ist für Dich das Beste daran, ein Fashion-Blogger zu sein?

Ich mag vieles daran!! Wie könnte es auch anders sein?! Man kann wirklich verrückte und manchmal auch lächerliche Kleidung anziehen, sich so der Welt präsesentieren und dann auch noch darüber schreiben … ! Ich mache natürlich nur einen Witz – aber, ehrlich gesagt, in einer Welt die so wettbewerbsintensiv ist, mit all ihren Agenten, Deals und Shops, ist es wirklich empfehlenswert, die ganze Sache entspannt anzugehen und darauf zu vertrauen, dass alles gut gehen wird. Ich konzentriere mich auf meinen Blog; der gehört mir und solange ich mich um diesen mit Leidenschaft kümmere, wird es auch kein Problem geben.

Gibt es schwierige Themen, mit denen Du Dich konfrontiert siehst?

Da gibt es einige Themen; es gibt zum Beispiel fast keine männlichen Modeblogger. Ich denke, dass von allen Modebloggern wohl nur um die 10% männlich sind – das verstehe ich einfach nicht und manchmal ärgert mich das auch.

Woher bekommst Du Deine Inspiration für Deine Posts?

Im Grunde sind es zwei Dinge; ich lese sehr viele Bücher und mag Comedy.

Was ärgert Dich an PR?

Wenn mir jemand anbietet, Werbung auf meiner Seite zu platzieren, die die ganze Seite einnimmt und dann dafür nur AUS $100 für ein ganzes Jahr anbietet – Ich verkaufe mich nicht so schnell und sicherlich nicht so billig. Oder, wenn ich selbst eine Email an einen PR-Profi sende und dann keine Reaktion bekomme.

Wie können PR-Profis Dich am besten erreichen?

Yeah, sendet mir einfach eine Email – Ich beisse nicht und freue ich über Nachrichten!

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Wir bedanken uns herzlich bei Dominic für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg mit Style Hunting Club.

Verbinden Sie sich mit Style Hunting Club – Hier finden Sie den YouTube Channel des Blogs, den Twitter Account und hier können Sie Dominic per Email erreichen.

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Weiterführende Links:

Fashion8 Interviews

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About Falk Rehkopf

Ehem. Geschäftsführer Cision Germany GmbH