Cision CEO Peter Granat über Wandel in der PR-Branche und Cisions Wachstum

Cision CEO Peter Granat über Wandel in der PR-Branche und Cisions Wachstum

Dieser Artikel erschien zuerst beim Bulldog Reporter und wurde von Jim Sinkinson verfasst, dem Herausgeber des Bulldog Reporter.

Wir sind im Büro von Peter Granat – mit Blick auf das Art Institute und Millennium Park – in der Cision US-Zentrale an der Michigan Avenue in Chicago mit Blick auf das Art Institute und Millennium Park.

Ich kenne Peter Granat jetzt seit 15 Jahren und er war schon immer ein Befürworter der rapiden und tiefgreifenden Weiterentwicklung der Industrie. “Dies ist in der Tat eine sehr interessante Zeit für Kommunikationsprofis,” sagt er. “Die Grenzen zwischen Marketing und Communications verschwinden zunehmend — heutzutage sitzt das Marketing neben der PR und Communications und zudem spielt die Kommunikation an sich eine wesentlich grössere Rolle im Marketing Mix. Die Möglichkeiten narrative Inhalte um Marken herum sowie die Stories von Unternehmen zu erzählen, sind heute wesentlich vielfältiger und besser geworden. Wir können heute auch direkt mit unseren Märkten sprechen.”

Die Karriere von Herrn Granat wurde massgeblich von seinem klaren Fokus bestimmt; ausgehend von einem geisteswissenschaftlichem Studium und einem ausgeprägten Interesse an Technologie, wandte er sich als Chef des Business Developments bei MediaMap dem Vertrieb von Software zu und heute macht er bei Cision im Grunde den gleichen Job – allerdings in ganz grossem Stil – .

Nach dem MBA-Studium an der Kellogg School of Business und zwei Jahren an der Spitze von Cision Europe, wurde Peter Granat im März 2012 zum CEO bei Cision North America ernannt. In den Jahren als Cision Europe CEO war Herr Granat verantwortlich für die strategische Umorientierung und den folgenden Verkauf von grossen Teilen des Unternehmens und hat im Ergebnis ein unprofitables $100 Millionen-Unternehmen in ein profitables $35 Millionen-Unternehmen verwandelt.

In diesem Interview spricht Herr Granat über seine Management Philosophie, seine Vision wie sich PR und Corporate Communications weiterentwickeln werden sowie seine Pläne, Cisions Stellung als einer der führenden Anbieter in den Bereichen Media Relations Management, Medienbeobachtung und Medienanalyse auszubauen sowie die laufenden Anstrengungen sich im Bereich des Versands von Corporate Messages zu positionieren.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Ich wollte immer Architekt werden – etwas aus dem Nichts zu schaffen – aber am Ende habe ich dann doch Medienkommunikation an der University of Vermont studiert. Dieses Studium hat mich sehr beeinflusst bei einem Start-up zu arbeiten. Meine ersten Arbeitserfahrungen machte ich während des Technologiebooms in den 1990er Jahre in Boston und die Verbindung von Technologie und Medien hat mich magisch angezogen — die Verteilung von Messages durch Technologie. Genau das hat mich dann zu MediaMap gezogen.

Warum haben Sie ein MBA-Studium absolviert? Und, was haben Sie gelernt?

Der MBA hat mir geholfen, meine Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln, eine Organisation wachsen zu lassen sowie ein Team aufzubauen. Ich habe auch gelernt, dass Marketing nicht nur eine taktische und den Vertrieb unterstützende Rolle spielt — es geht in der Tat nicht nur darum, Leads für den Vertrieb zu generieren — Marketing ist das Unternehmen. Ich habe auch gelernt, dass der Aufbau eines Teams ein Weg ist, ein Unternehmen aufzubauen.

Aber weil sich die Dinge so schnell ändern in unserer Industrie, kann man mit dem Lernen niemals aufhören. Man muss mit der sich entwickelnden PR Technologie Schritt halten, zum Beispiel im Bereich Content Management, oder wie man mit den Herausforderungen bei ‘Paid, Owned und Earned Media’ umgeht — und es gibt viele weitere Beispiele. Und das kann man entweder ‘on the job’ oder an der Uni lernen.

Warum das Rebranding zu ‘Cision’? 

Eine Markenidentität für 30 Länder zu entwickeln, war eine grosse Herausforderung – das Wort Cision ist ein Spiel mit dem Wort ‘Decision’ [Entscheidung]. Wir begannen den komplizierten Prozess, eine leere Hülle mit verschiedenen Markenattribute zu füllen. Heute ist die Cision Marke eindeutig etabliert in acht verschiedenen Ländern. Wir haben das Rebranding erfolgreich abgeschlossen.

Wie schwierig war es, Cision in ein digitales Unternehmen zu verwandeln?

Dieser Prozess ist mit der Veräußerung unseres US Print Monitoring Geschäft an BurrellesLuce zum Ende gekommen. Wenn man sich umschaut, wird schnell klar, dass Cision bekannt ist für guten Content – gleichzeitig aber auch dafür, dass wir diesen Content in eine fortschrittliche Technologie ‘eingewickelt’ haben. Unser Bestreben ist es, die besten Produkte anzubieten — und wir haben ja bereits mehrere Codie Awards für unsere Software gewonnen [Anmerkung der Redaktion: Cision ist auch wieder für die Codie Awards 2013 nominiert]. Wir haben unsere verschiedenen Länderorganisationen und Produkte in einer einzigen, integrierten Plattform zusammengebracht — CisionPoint — und als Voraussetzung mussten wir die gesamte globale Organisation neu erfinden und managen jetzt viele Aspekte in einer zentralisierten Form zum Beispiel die Produktentwicklung. Wir haben auch jede Menge an Talent durch Fusionen gewonnen.

Peter Granat - CEO, Cision North AmericaWie positionieren Sie Cision in der PR & Unternehmenskommunikation? Wie sehen Sie Cisions Value Proposition?

Wir sind einer der führenden Anbieter von Tools, die PR-, Marketing- und Kommunikations-Profis helfen, ihre Stories effektiver zu erzählen. Cision ist auch sehr leistungsstark in den Bereichen Analytics und in der Medienbeobachtung. Natürlich sagen das auch unsere Wettbewerber, aber wir glauben, dass wir eine einzigartige Kombination von Tiefe und Breite mitbringen. Es gibt viele Tools da draussen, die sich auf spezifische Aufgaben konzentrieren – unsere integrierte Plattform dagegen hilft verschiedenste Jobs zu erledigen. Und wir arbeiten mit vielen verschiedenen Partnern, um das Arbeiten mit unserer Plattform so einfach wie möglich zu machen – Partner wie Salesforce/Radian6, LexisNexis und viele weitere.

Welche Vision haben Sie für Cision?

Wir streben die Rolle an, die PR für das Content Marketing spielt – Leads für den Vertrieb bereitzustellen sowie das Brand Engagement zu fördern. Wir wollen die Werkzeuge entwickeln, die genau das ermöglichen. Und, mein erklärtes Ziel ist es, Cision zu einem globalen Marktführer für das nächste Jahrzehnt aufzubauen. Es geht um Menschen, Technologie und Content beim derzeitigen Aufbau des zukünftigen Portfolios von Dienstleistungen und Produkten. Wir wollen auch auf jeden Fall in den Geschichten, die Marken zu erzählen haben, weiterhin verankert bleiben. Wir untersuchen auch genau, welche Auswirkungen soziale Medien auf die Art und Weise haben wie wir Stories erzählen – und, drei Jahre in die Zukunft gedacht, werden mobile Technologien und Prozesse eine noch weitaus größere Rolle bei der Erstellung und dem Teilen von Inhalten haben.

Welche neuen Produkte wird Cision in den nächsten 15 Monaten einführen?

Wir werden auch weiterhin daran arbeiten, Cisions Software-Plattform zu verbessern, um PR- und Marketing-Kampagnen besser managen zu können – einschließlich sozialer Medien, der Identifizierung von Influencern aber auch traditioneller Medien und Metriken. Wir arbeiten aber auch an Lösungen von Problemen rund um das Teilen von Content und das zugehörige Rights-Management, die Erstellung und das Kuratieren von Content sowie Analytics. Unsere Kunden sehen sich mehr und mehr den Herausforderungen ausgesetzt, die mit der wachsenden Teilbarkeit von Content entstehen, also Fragen rund um die Compliance und Lizensierung von Content. Diese Fragen des Urheberrechts entstehen, wenn Inhalte geteilt werden, an denen man die Rechte nicht besitzt und das fängt natürlich schon damit an, wenn man Berichterstattung herunterlädt und diese zum Beispiel als PR-Agentur dann mit seinen Kunden teilt. Unsere Branche braucht einen belastbares System, das für alle Beteiligten funktioniert: Medien, Kunden, PR-Firmen sowie Anbieter wie Cision.

Mit welchen Werten arbeitet Cision? Und, welche Rolle spielen diese Werte?

Die Unternehmenskultur ist der Kern dessen, was das Unternehmen vorantreibt – diese Kultur ist der Hauptgrund, warum Menschen bei Cision arbeiten wollen und warum unsere Partner mit uns Geschäfte machen. Es gibt den Menschen ein Gefühl von Vertrauen, für ein Unternehmen zu arbeiten und Geschäfte mit einem Unternehmen zu machen, dessen Kultur mit ihren Werten übereinstimmt. Wir suchen Menschen, die eine Leidenschaft für ihre Arbeit mitbringen und zwar jeden Tag. Wir haben viele Veränderungen durchgemacht und werden das auch weiterhin tun, um so durch Innovation in der Mitte des Wandels von Technologie, Dienstleistungen und Analytics zu sein. Gute Kommunikation spielt hier die zentrale Rolle, da wir über mehrere Länder verteilt arbeiten.

Kann ich ein paar persönliche Fragen stellen? Wie viele Stunden arbeiten Sie in einer typischen Woche?

Die Work-Life-Balance zu messen ist ein schwieriges Unterfangen, da man ja durch mobile Technologien die ganze Zeit verbunden ist – aber wahrscheinlich sind es so um die 55 bis 60 Stunden. Haben Sie Vergleichszahlen aus unserer Industrie?

Der Bulldog Reporter hat gerade eine Umfrage zu diesem Thema gemacht – und die Anzahl der Stunden ist nicht unüblich. Was ist denn Ihre Lieblingsgeschäftigung, wenn Sie nicht arbeiten?

Ich verbringe die Zeit mit meiner Familie – meinen beiden Söhnen und meiner Frau. Ich mag es, am Ende des Tages nach Hause zu kommen und mit meiner Frau zu sprechen und ein Glas Wein zu geniessen. Es ist wirklich nicht sehr kompliziert.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese gerade die Steve Jobs Autobiographie; aber im Allgemeinen bin ich an Themen wie Management & Leadership und Technologie sehr interessiert.

Wer ist Ihr Lieblingsmusiker?

Ich habe vor kurzem mit meiner Frau Tift Merritt in der Chicago City Winery erlebt und das war unglaublich beeindruckend. Wenn ich zeitlich ein wenig weiter zurückgehe, dann würde ich wahrscheinlich Grateful Dead sagen.

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