‘Blogger sollten dieselben ethischen Werte anwenden wie Journalisten’ – Interview mit Blogger Layla Revis

Cision setzt die Reihe an Interviews mit Fashion Bloggern fort. Heute sprechen wir mit Frau Layla Revis, Herausgeberin des Jaunt Magazine und Eco-Adventurer. Frau Revis hat auch für die Huffington Post und Mashable geschrieben.

Wie sind Sie in der Fashion & Beauty Industrie gelandet?

Ob Sie es glauben oder nicht, ich habe als Verkäuferin von Werbeflächen in Printmedien – bei Beauty Magazinen wie Elle und Cosmopolitan – angefangen. In kurzer Zeit habe ich Beziehungen zu verschiedenen Marken aufgebaut und und dann selber Advertorials geschrieben. Dank Jason Binn und Jason Oliver Nixon stellte mich das Los Angeles Confidential Magazin ziemlich früh in meiner Karriere ein. Die Erfahrungen die ich dort machte habe ich für sechs Jahre in meiner Kolumne ‘Sweet Charity’ eingesetzt – sechs Jahre lang habe ich fast jede Veranstaltung in Hollywood besucht sowie fast jedes neue Beautyprodukt getestet!

Ich habe einfach immer geschrieben; zumeist Gedichte. Und, ich liebe Prosa. Im Jahr 2006, nach der Arbeit als Autorin für Zeitschriften, Film und Fernsehen, habe ich gemerkt, dass sich alles schnell in die Richtung des ‘Digital Space’ bewegt. Also habe ich mit dem Bloggen angefangen; für mich eine Möglichkeit meinen gesamten Content zentral an einer Stelle zu verwalten.

Ich hatte auch genug von den bohrenden Fragen meiner Freunde und Familie, die nach Shopping- und Ausgeh-Empfehlungen fragten. Meine Blogs, JauntMagazine.com und Eco-Adventurer.com dienten quasi als Datenbank für alle Tipps, Angebote und Informationen. Mir wurde klar, dass es ein großes Interesse an Travel & Beauty-Content gibt. Die grossen Marken in der Reiseindustrie werben nur sehr beschränkt in Publikationen, die Travel nicht als primäres Thema abdecken. In der Folge sind auch die redaktionellen Inhalte beschränkt. Sie wissen wahrscheinlich, wie mühsam es ist, sich durch die endlosen Werbeanzeigen in Travel-Magazinen durchzukämpfen. Meine Blogs versuchen hier ein wenig Abhilfe zu schaffen.

Wie haben Sie Ihre Reichweite aufgebaut?

Durch die Mundpropaganda meiner Freunde und meiner Familie. Viele der Autoren, die ich persönlich kannte, fingen an für mich zu schreiben und ihre Artikel in verschiedenen sozialen Netzwerken zu publizieren.

Was gefällt Ihnen am meisten am Thema Fashion & Beauty?

Da ich selber lockiges Haar habe, gefällt es mir sehr, von neuen Ansätzen zu hören, wie ich meine eigenen Schönheitsprobleme lösen kann! Ausserdem mag die Tatsache, dass ich aufgrund meiner Arbeit als Journalist, Werbefachmann, Texter und Blogger von der Umstellung auf die rein digitale Kommunikation ebenso gelitten wie profitiert habe.
Als Teenager Reporter habe ich für Zeitungen und Zeitschriften wie die Phoenix Gazette und Arizona Republic geschrieben. Später, als junge Erwachsene, bin ich dann nach Los Angeles gezogen, wo ich in Hollywood bei Warner Brothers gearbeitet habe – gleichzeitig begann ich als Werbetexter für Zeitschriften zu schreiben. Die vielen ‘Swag Bags‘ und Interviews machten mir eine Sache klar: Der Platz unter meinem Waschbecken ist ebenso beschränkt wie die Anzahl wirklich hochwertiger Beauty-Produkte. Diese Einsicht hat meine Einstellung und meinen Geschmack nachhaltig geprägt.

Ich liebe es zu lernen und bloggen ermöglicht es mir genau das jeden Tag. Es ist natürlich eine Menge Arbeit, relevanten Content zur richtigen Zeit zu publizieren – aber, das ist es eben was was ich am meisten liebe.

Sie haben ethische Dilemmata von Marken vs. Blogger erwähnt … Können Sie darauf noch ein wenig näher eingehen?

Ein Problem in der Blogging-Industrie ist, dass manche Blogger Werbegeschenke nicht offenlegen und auch – obwohl sie es nicht sollten – gierig werden. Natürlich brauchen Blogger Zugang zu Produktproben, um dann darüber schreiben zu können. In den meisten Fällen können sich diese Blogger aber die Produkte über die sie schreiben selber nicht leisten. Das ist eine Tatsache und PR-Agenturen sollten sich dessen klar sein. Unternehmen und die Marketing- und PR-Abteilungen sollten diese Proben bei der Festlegung der Budgets einfach abschreiben.

Und obwohl die grossen Publikationen und Blogs wichtig sind, gibt es viele andere, kleinere Blogs und Medien die von Eingeweihten, von Leuten mit Durchblick, als relevant und einflussreich bezeichnet werden. Reichweite ist eben nicht immer Relevanz.

Sollten Blogger deswegen nur über Dinge schreiben die kostenlos sind? Natürlich nicht. Viele der Blogger ohne journalistische Erfahrung verstehen nicht, dass sie dieselben ethischen Werte – wie Journalisten sie anwenden – auch anwenden sollten. Es ist enttäuschend, zu sehen, dass manche Blogger mit dem Bloggen aus Leidenschaft begonnen haben und dann den Blog in ein Unternehmen ohne Integrität umgewandelt haben.

Cision Interview mit Fashion Blogger Layla RevisWelche Fashion & Beauty Trends kommen auf uns zu?

Nun, für das Jahr 2013, sind es definitiv fettgedruckte Streifen, Cut-Outs, kurze Absätze, weinfarbene Lippenstifte, maßgeschneiderte Nägel (und dieser Trend wird noch einige Zeit andauern) und es wird auch wieder mehr um Bequemlichkeit gehen – das bedeutet ein längerer Saum und Shorts, alles eng tailliert.

Haben Sie Tipps für die Mode-Blogger und Journalisten, die gerade erst anfangen?

Schreiben Sie über das, was Sie lieben! Und, man sollte mindestens zwei Mal pro Woche Content erstellen; vielleicht sogar täglich. In der Tat ist das auch für mich kaum einzuhalten, da ich selbst als Senior Director bei We Are Social arbeite und die meiste Zeit damit verbringe, Kunden aus in der Luxus- und Fashion-Industrie zu beraten, die im Social Space aktiv werden wollen. Aber wenn man Profi-Blogger und Autor werden will, dann gibt es nichts wichtigeres als Regelmässigkeit und Qualität.

Haben Sie Tipps für PR-Profis, die mit Ihnen in Kontakt treten wollen?

Senden Sie mir bloss keine generische Pressemitteilung! Ich kenne keinen einzigen Journalisten oder Blogger, der eine Pressemitteilung will. Diese mögen gut für die Wires sein, aber was wir wollen sind: zwei kurze Absätze, einen Link zur Webseite, JPGs mit einer kleinen Dateigröße (= für die Verwendung im Web; bitte auch richtig beschriftet) und etwas Einzigartiges über das Produkt oder die Dienstleistung.

Welche PR-Taktiken mögen Sie nicht? Und, was war der seltsamste PR-Pitch, den Sie je erhalten haben?

Nun, da ich fast jeden Marketingjob selber gemacht habe, bin ich nicht mehr sehr empfindlich. Ich habe wohl so ziemlich alles gesehen was es gibt. Aber, wenn ich etwas ändern könnte, dann wäre das die Haltung derer, die in unserem Berufsstand arbeiten. Es gibt nichts frustrierenderes, als schwierige oder aufgesetzt agierende Menschen – man sollte auch nie vergessen, dass man sich immer zweimal sieht, einmal wenn man sich auf der Karriereleiter gerade auf dem Weg nach oben befindet und dann noch einmal wenn man auf dem Weg nach unten ist.
Liebenswürdigkeit ist etwas, das sehr oft vergessen wird; was ich persönlich jedoch sehr schätze. Also, freundlich sein und PR-, Marketing-Profis und Autoren behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

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Wir bedanken uns herzlich bei Frau Revis für das Gespräch!

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[Photos courtesy of http://jauntmagazine.wordpress.com/ & Layla Revis]

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