Crossmedia: One content – all media

Crossmedia: One content – all media

Dr. Claudia HeydolphDies ist ein Gastbeitrag von Dr. Claudia Heydolph vom Redaktionsbüro crossmedial in Hamburg.

Dr. Claudia Heydolph ist seit 2012 Lehrbeauftragte für Crossmedia an der EMBA in Hamburg und beschäftigt sich mit Crossmedia und der medienhistorischen Entwicklung der Bewegtbildkultur. Sie betreibt seit 2011 das Redaktionsbüro crossmedial mit Sitz in Hamburg und arbeitete zuvor als Hörfunk-, Fernseh- und Online-Journalistin. Verbinden Sie sich mit ihr auf Twitter, Google+ oder Facebook. Den RSS-Feed der Webseite von crossmedial finden Sie hier.
______________________________________________________________

Als Crossmedia-Dozentin für Studierende an der Europäischen Medien- und Business-Akademie Hamburg (EMBA) beginne ich jeden neuen Kurs mit einer praktischen Übung: die Anfang 20-Jährigen analysieren ihre tägliche Mediennutzung.

Ein aktuelles Beispiel:

Mit dem Suchbegriff „Crossmedia“ findet Google.de ungefähr 1.810.000 Ergebnisse und schon das zeigt: CROSSMEDIA ist ein Standardbegriff der heutigen Mediengesellschaft geworden. Lange Zeit ein Buzzword, so wie jetzt CONTENT MARKETING. Dabei ist das, was mit diesem Begriff ursprünglich verbunden wurde, nichts wirklich Neues. Cross Media – diese englische Wortkombination heißt wörtlich übersetzt: medienübergreifend und medienvernetzt.

„Der Begriff Crossmedia wurde zunächst im Onlinejournalismus entwickelt. Heute werden im gesamten Journalismus crossmediale Konzepte eingesetzt. Kennzeichnend ist die Kommunikation über mehrere redaktionell verknüpfte Kanäle, die den Nutzer zielgerichtet über die verschiedenen Medien führt und auf einen Rückkanal verweist.“  … steht im Medienwiki vom Mediencampus Bayern.

Aber hat es Crossmedia nicht auch schon vor der digitalen Revolution gegeben? Nur mit weniger Distributionskanälen und daher nicht so vielfältig? Das schönste und zugleich mehr als 100 Jahre alte Beispiel für Crossmedia im analogen Bereich war auf der Frankfurter Buchmesse 2013 nicht zu übersehen: Das Buch zum Film. Buch und Film werden gern verknüpft mit Hörbuch und öffentlichen Lesungen oder dem Vorabdruck als Fortsetzungsroman in einer Tageszeitung. Dazu die DVD mit Bonus-Material und Fanpostkarten. Ist das nicht auch Crossmedia?

Crossmedia heißt One content – all media: Die Nutzung einer Medienproduktion in allen (relevanten) Kanälen. Um heutigen Mediennutzungsgewohnheiten zu entsprechen, konzentrieren sich publizistische Konzepte und Marketingstrategien immer mehr auf neue digitale Optionen.

Ein ganz normaler Tag im Leben von Anfang 20-Jährigen:

Was sich wirklich neu im Laufe von nur 3 bis 5 Jahren zum Standard entwickelt hat, ist der Rückkanal. Aus dem passiven Medienkonsumenten ist ein interaktiver Medienrezipient geworden. Mit Likes, Kommentaren und der Weiterempfehlung über soziale Netzwerke haben sich die publizistischen Funktionen der Medienhäuser und Verlage als Gatekeeper von Information gewandelt. Marketing-Strategen erreichen heute mit der klassischen Pressearbeit längst nicht mehr alles, was sie noch vor 5 Jahren mit Presse-Kits, -Reisen und -Events schafften. Crossmedia heißt auch: Das Prinzip „Gefällt mir“ – also die Empfehlung im sozialen Freundeskreis – ist ein wichtiges Element im Medienalltag geworden.

Soziale Medien sind Plattformen der Kommunikation:

Natürlich sind Mediennutzer heute nicht fleißiger, aufmerksamer oder kreativer als früher. Sie sind im Zweifelsfall sogar weniger konzentriert und von der täglichen Angebotsflut auf allen Kanälen übersättigt. Aber die App-Kultur macht Medienkonsum immer einfacher, personalisierbar und flexibler. Grund dafür ist der technologische Fortschritt. Mobile Endgeräte vereinen (fast) alles, wofür noch vor 5 Jahren mindestens 5 bis 6 teure Einzelgeräte gebraucht wurden. Mit einem Smartphone wird heute gelegentlich noch telefoniert, vor allem aber der gesamte Alltag organisiert. Und so beschrieb eine Studentin jetzt ihren Ferienalltag im Sommer 2013 ganz treffend mit einem Satz: „I need my smartphone.“

Das ist Crossmedia 2013:

________________________________________________________

Wir danken Frau Dr. Claudia Heydolph und ihren Studenten/-innen für diesen informativen und kreativen Beitrag!
________________________________________________________

Verbinden Sie sich mit Frau Dr. Claudia Heydolph und dem Team vom Redaktionsbüro crossmedial auf TwitterGoogle+ oder Facebook.

Den RSS-Feed der Webseite von crossmedial finden Sie hier.

An der Produktion der gezeigten Youtube-Videos haben folgende Stundenten/-innen mitgewirkt:

  • Bilge Ak
  • Julia Tiemann
  •  Kira Schubert
  • Anna Souvignier
  • Giulia Groth
  • Johanna Weber
  • Kim Bebensee
  • Tony Kowalewski
  • Katrin Hartmann
  • Lasse Grüneberg
  • Peter Schnalke
  • Philipp Wilhelm
  • Laura Rogge
  • Antonia Kirchner
  • Katharina Siemers
  • Laurien Kalinowski

_______________________________________________________

Mehr zum Thema: 

„Der crossmediale Ansatz begründet den Erfolg von Schön! Magazine“ – Interview mit dem Gründer & Herausgeber Raoul Keil

Erzähl-Radio & SoundCloud – Eine himmlische Verbindung?