Nach mehreren Gesprächen mit führenden britischen, australischen und deutschen Fashion-Bloggern wie Anthony McGrathDominic Bartlett-Roylance oder Matthias Hinz und Siems Luckwaldt vom Nahtlos! Blog, sprechen wir heute im Cision Blog mit dem Editor-in-Chief von Schön! Magazine Raoul Keil [interaktives ThingLink picture]. Schön! Magazine hat sich von einem reinem Onlinemagazin hin zu einem erfolgreichen crossmedialen Projekt entwickelt – inklusive eines internationalen Printmagazins mit Lesern in 43 Ländern, dessen Cover regelmäßig bekannte Celebrities wie Rihanna, Naomi Campbell und Tony Ward zieren. Mittlerweile wird das Magazin in 197 Ländern online gelesen und ist auf allen digitalen sowie mobilen Plattformen erhältlich. Mit dem Gründer, Raoul Keil, sprechen wir heute im Cision Blog über das Besondere an Schön! Magazine, Trends in der Fashion-Kommunikation und die Zukunftschancen von Printmedien.

 

Herr Keil, warum haben Sie Schön! Magazine gegründet?

Die Ursprünge des Magazins liegen in der Fashion Networking Plattform nineteen74. Ich habe früher als Headhunter für Agenturen gearbeitet und habe versucht für diese die talentiertesten Leute zu rekrutieren. Im Rahmen dieser Arbeit ist mir aufgefallen, dass junge talentierte Leute, vor allem in emerging markets, oft nicht genug Gehör finden. Es war mir ein Anliegen, diesen jungen Leuten eine Plattform zu bieten, damit sie sich vernetzen können und eine Möglichkeit haben ihre Events zu promoten. Ich selbst habe eigentlich gar kein besonderes Talent; wenn ich ein Talent habe, dann ist es das, talentierte Leute zu finden und zusammenzubringen. Genau das habe ich mit ninenteen74 getan.

Der Aufbau dieser Plattform war jedoch sehr kostspielig, sodass uns nicht viel Geld blieb um diese zu promoten. Deshalb haben wir uns als Werbemaßnahme überlegt, die Arbeiten unserer talentiertesten Mitglieder in einem Online Portfolio, in Magazinform, zusammenzustellen. Das Ergebnis war die erste Ausgabe von Schön! Magazine.

Mit dem  Model Alessandra Ambrosio auf dem Cover kam dann auch der Durchbruch im Printbereich. Heute ist Schön! Magazine sehr erfolgreich. Die Druckausgabe von Schön! Magazine wird in 43 Ländern vertrieben. Gerade geht unsere 22. Auflage in den Druck.

„Printmagazine werden nicht aussterben“-  Interview mit dem Gründer und Editor-in-Chief von Schön! Magazine Raoul Keil

Sie sind Chefredakteur von Schön! Magazine und Creative Director von nineteen74.com – Woher stammt Ihre Leidenschaft für Mode?

Meine Leidenschaft liegt eigentlich nicht in Fashion per se, sondern vielmehr in der Produktion. Der gesamte Prozess der Erstellung von Mode – das „Craftsmanship“- fasziniert mich.  Mich interessieren die Produktionsfaktoren und  wie alle Beteiligten, angefangen vom Designer bis zur Näherin, zusammenwirken. Dieses Ergebnis dann durch Fotografie festzuhalten rundet diesen Prozess für mich in seiner Schönheit ab.

 

Schön! Magazine ist ein internationales Magazin – warum der deutsche Name?

Ich habe mit meiner Schwester telefoniert und sie gefragt, wie ich das Magazin nennen soll. Sie fragte: „Was willst du reinmachen?“ „Schöne Bilder“ war meine Antwort. Der Name Schön! Magazine war geboren.

 [interaktives ThingLink picture]

Warum ist Schön! Magazine so erfolgreich?

Ein Grund ist sicherlich unsere treue Leserschaft mit stetig anwachsenden neuen Lesern. Diese schätzen unser Magazin aufgrund der Qualität der Fotografie und der Qualität des Drucks. Vor allem ist es aber auch unsere Crossmedia Erfahrung, die uns vom Rest unterscheidet. Im Vergleich zu anderen Magazinen haben wir online angefangen und sind dann in Druck gegangen. Hierdurch hatten wir schon eine treue Leserschaft als Basis. Zudem haben wir neue Technologien früh eingebunden und sind mit der Zeit gegangen.

Da wir gerade über neue Medien sprechen – Wie sehen Sie die Zukunftschancen von Printmedien?

Tageszeitungen sehe ich in der Tat vom Aussterben bedroht. Heutzutage kann man sich schneller und kostensparender einen Überblick im Internet und durch Apps verschaffen.

Bei Druckmedien für spezielle Interessengebiete, insbesondere im Luxusbereich, sieht die Lage aber anders aus. Das Interesse an Models und Labels und deren schöner Darstellung in Printmedien ist weiterhin groß, auch bei der jungen Generation. Diese Magazine werden auf keinen Fall aussterben.

Die Schwierigkeit ist, dass keiner so genau weiß wo es hingeht. Was wir definitiv sehen ist eine langsame, aber stetige Einführung von Paywalls. Der Online-Leser soll dazu erzogen werden, dass auch das Lesen im Internet einen Preis hat. Generell glaube ich, dass spezialisierte Magazine, z.B. Automagazine oder Wissensmagazine, weiterhin als Printedition existieren werden, wohingegen themenübergreifende Medien wie Tageszeitungen leiden werden.

Wie wird sich Schön! Magazine weiterentwickeln? Können Sie uns einen Ausblick für die nächsten Monate geben?

Zuviel will ich nicht verraten – aber für den deutschen Markt haben wir das ein oder andere neue in der Planung.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Roaul Keil für das Gespräch!

[Photo of Raoul Keil courtesy of Diego Indraccolo]
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