Deutsche Journalisten glauben, dass Privatsphäre und Urheberrecht durch soziale Medien ausgehebelt werden

Ab sofort können Sie den Deutschland-Report der Social Journalism-Studie 2014/15 kostenlos herunterladen:

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Zu Beginn diesen Monats veröffentlichten wir den Deutschland-Report der Social Journalism-Studie 2014/15. Für die nun bereits vierte Auflage der Studie untersuchte Cision in Zusammenarbeit mit der Canterbury Christ University, wie Journalisten international soziale Medien beruflich nutzen und bewerten sowie deren Beziehung zu PR-Profis.

Zu den zentralen Erkenntnissen, von denen wir schon einige Highlights vorstellten, gehören auch die Bedenken deutscher Journalisten zu den Themen Urheberrecht, Privatsphäre und Datenschutz in sozialen Medien. Wir fragten Journalisten, inwiefern sich bestimmte Aspekte ihrer Arbeit durch soziale Medien verändert hätten. Während nur sehr Wenige der Meinung sind, dass sich ihr Content (3%) oder ihre Beziehung zur eigenen Zielgruppe (6%) verändert hätten, konstatierten 16% eine grundlegende Veränderung in der Anwendung des Urheberrechts.

Inwiefern haben sich bestimmte Aspekte der journalistischen Arbeit verändert

Deutsche Journalisten stehen sozialen Medien durchaus nicht unkritisch gegenüber. Wie jedes Jahr identifizierten wir anhand einer Cluster-Analyse fünf typische Nutzergruppen sozialer Medien unter deutschen Journalisten. Eine detaillierte Beschreibung dieser Nutzergruppen finden Sie hier. Selbst in der Gruppe der “Architekten”, die zu den Vordenkern in sozialen Medien gehören und ganze Content-Netzwerke um sich herum aufbauen, hat mehr als die Hälfte aller Journalisten sogar ernsthafte Bedenken zu Privatsphäre und Datenschutz in sozialen Medien. „Manche Journalisten geben alles über sich preis – auch Fotos von ihren Kindern – und das ist gefährlich. Ich tue das nicht und ich ergreife die nötigen Maßnahmen, um mein Privatleben von meinem Berufsleben fernzuhalten”, sagt zum Beispiel ein Online-Journalist.

Ernsthafte Bedenken zu Privatsphaere und Datenschutz

Diese Bedenken sind deshalb signifikant, weil sie die Art beeinflussen, wie deutsche Journalisten soziale Medien einsetzen, und auch welche Plattformen sie bevorzugt nutzen. Viele Journalisten wissen die Vorteile von sozialen Medien zu schätzen, verstehen aber auch die Risiken, die sie durch einen Mangel an Privatsphäre eingehen, und wissen auch, welche Maßnahmen sie ergreifen können, um ihre Privatsphäre zu schützen. In der Folge trennen viele Journalisten ihr Privatleben streng von ihrem Beruf.

Die Sorge um den Erhalt von Privatsphäre und Datenschutz ist möglicherweise einer der Gründe für die eher passive Nutzung sozialer Medien im journalistischen Arbeitsalltag in Deutschland. Es besteht jedoch eine gewisse Spannung zwischen dieser Zurückhaltung und den sich verändernden Anforderungen der Medienlandschaft. Wir prognostizieren, dass der beschleunigte Nachrichtenkreislauf Journalisten in den nächsten zwölf Monaten dazu motivieren wird, Nachrichten und andere Inhalte öfter und schneller in sozialen Medien zu veröffentlichen.

Den vollständigen Deutschland-Report der Social Journalism-Studie 2014/15 können Sie hier herunterladen:

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