Die Beerdigung der Baroness Thatcher und die (sozialen) Medien

Die Beerdigung der Baroness Thatcher und die (sozialen) Medien

Margaret Thatcher war sicherlich eine Persönlichkeit, die bei vielen Menschen extreme Reaktionen auslöste: entweder verachtete oder bewunderte man die Baronin. Das schließt auch Publikationen wie zum Beispiel den Guardian ein, der diese Anzeige erstellt hat. Der Tod der Eisernen Lady in der letzten Woche war sicherlich eine bedeutende Nachricht – die BBC markierte ihren Tod als den ersten einer öffentlichen Person in der Ära von Twitter – und war der Anlass für viele Diskussionen und Kommentare im englischsprachigen Social Web. So wurde innerhalb der ersten 24 Stunden nach ihrem Tod am 8. April der Name ‘Thatcher’ ungefähr 2 Millionen Mal verwandt – das Interesse in der deutschsprachigen Twittersphäre war wesentlich geringer.

Es überrascht daher auch kaum, dass die Beerdigung in dieser Woche auf ein ähnlich großes Interesse im englischsprachigen Web gestoßen ist und die Baronin die Themen und Trends auf Twitter und anderen sozialen Medien dominierte. So lag der Hashtag #thatcherfuneral am 17. April groß im Trend – ebenso wie einige der anderen thematisch in Beziehung stehenden Wörter wie #London und Personen wie zum Beispiel Cameron. In der Tat gab es einige Momente am Tag der Beerdigung in denen dann neben der Beerdigung auch nur ein weiteres Thema auf Twitter im Trend lag: die Veröffentlichung des Trailers für den neuen Superman Films (Die Huffington Post UK hat sich die anderen auf Twitter heiß diskutierten Themen des Tages angeschaut).

Als dann aber die Stunde der Trauerprozession gekommen war, konzentrierten sich die Kommentare im englischsprachigen Social Web aber auf das eigentliche Ereignis. Die mit dem Cision Social Media Tool erzeugte Grafik, zeigt die Anzahl der gemessenen Erwähnungen der zur Beerdigung in Beziehung stehenden Begriffe:

Da das Telefonsignal entlang der Route der Trauerprozession unterdrückt wurde, ist anzunehmen, dass die meisten dieser Tweets wohl von Menschen stammen, die das Ereignis am Fernseher mitverfolgten. Natürlich ist die Methodik für Stimmungsanalysen immer ein beliebtes Diskussionsthema und damit auch die jeweiligen Ergebnisse – eindeutig positive oder negative Handlungen aber sind dafür umso einfacher zu messen. Da Thatcher-Gegner sich durch Buh-Rufe  (“Booing”) und Thatcher-Befürworter durch “Klatschen” (“Clapping”) ausdrückten, konnten wir wiederum mithilfe von Cision Social Media die Zustimmung und Ablehnung messen:

Die Anzahl der “Buh”-Tweets lag in Teilen deutlich über den zustimmenden Tweets, jedoch verurteilten viele der Tweetenden die negativen Tweets:

In Bezug auf diejenigen, die an der eigentlichen Trauerzeremonie teilgenommen haben, konzentrierte sich das Chatter auf vier Personen: David Cameron, The Queen, George Osborne und Amanda Thatcher.

Die wohl größte Überraschung ist das Auftauchen von Amanda Thatcher, die der Guardian dann auch den ‘zufälligen Star der Beerdigung’ nannte. In der Tat hat die Enkelin von Margaret Thatcher eine ähnlich hohe Anzahl von Tweets wie George Osborne verursacht.

Im deutschsprachigen Web wurden die meisten Kommentare beim österreichischen Der Standard, beim Spiegel und bei der Zeit gezählt.

Alle Grafiken und wurden mithilfe von Cision Social Media via CisionPoint erstellt.