Gilt “Andere Länder, andere Sitten” auch für Blogger Relations?

Gilt "Andere Länder, andere Sitten" auch für Blogger Relations?

Stellen Sie sich vor, dass Sie mit Pinguinen in der Antarktis herumtollen. Oder, dass Sie auf einem Vogelstrauß in Vietnam reiten. Für die meisten Menschen wären diese Situationen sehr ungewöhnlich, aber für die stark wachsende Gruppe der digitalen Nomaden sind diese Erfahrungen einfach ein Teil ihrer Stellen-beschreibung. Diese stetig reisenden Journalisten haben ihr Büro dort, wo es eine Wi-Fi-Verbindung gibt und der Bürobedarf besteht aus einem Laptop, einer Kamera und aus all dem, das in einen Rucksack passt.

Die Blogosphäre ist voll von Blogs und Webseiten, die die Abenteuer von Reise-Enthusiasten dokumentieren – ganz egal ob diese von Singles, Ehepaaren oder von Eltern geführt werden, die ihre Kinder auf ihren Wanderungen mitschleppen. Die jeweilige Motivation ist sehr unterschiedlich – so ist für einige dieser Globetrotter das Reisen der Abschied vom Alltag des Corporate Life. Für andere ist die Wanderlust das einzige Leben (und Büro), dass sie je kennengelernt haben. Und wenn man sich als Leser diese Blogs & Webseiten einmal ein wenig näher anschaut, dann versteht man sehr schnell, dass es sich hier oft um sehr persönliche Lebensträume handelt und auch darum geht, die Weisheit eines ‘Carpe Diems’ auf ein ganzes Leben anzuwenden.

Sie fragen sich, wie diese Reisen (= Träume) finanziert werden? Vielleicht nehmen Sie an, dass solche Abenteuer nur möglich sind, wenn man aus wohlhabendem Hause stammt? Weit gefehlt! Obwohl Geld an sich natürlich eine Rolle spielt, lassen sich viele Reiseblogger nicht durch Geldmangel vom Reisen abhalten.

Bist Du in Roam, dann ...So meistern zum Beispiel Frau Audrey Scott und Herr Daniel Noll – die Autoren hinter dem Blog Uncornered Market – die Kunst einer bescheidenen Lebensweise. “Wir haben nicht in der Lotterie gewonnen und leben auch nicht von einem Treuhandfonds. Wir haben uns bewusst gegen ein Leben mit Eigentum entschieden und haben Geld gespart, so dass wir uns diese Reise leisten können”, sagte Herr Scott. “Zudem sind wir sehr diszipliniert und daher sind unsere Reisen auch nicht so teuer, wie sich das viele vielleicht jetzt vorstellen. So können wir uns diese Reisen leisten und gleichzeitig sind unsere Reisen auch viel interessanter. Ausserdem arbeiten wir ja freischaffend auf Projektbasis von unterwegs aus weiter”.

Uncornered Market – Blog, Foto Gallerie, Videos und Audiocasts

Herr Chris Guillebeau – Autor von The Art of Non-Conformity – kombiniert seinen schuldenfreien Lebenstil mit einer Methodik die sich “Travel Hacking” nennt. Travel Hacking bezeichnet das ausgeklügelte Ausnutzen der Vorteile von Vielfliegerprogrammen, um an (fast) kostenlose Flüge und Unterkünfte zu kommen.

“Nach meinem Umzug nach Westafrika begann ich mit dem Travel Hacking. Einmal flog ich zur Weihnachtszeit nach Hause und fand einen Weg, zum Economy Preis in der Business Klasse zu fliegen”, sagte Herr Guillebeau. “Danach war ich wirklich süchtig und tat so ziemlich alles, um entweder an einen kostenlosen Flug oder zumindest an ein Upgrade zu kommen. Ich kann wirklich sagen, dass ich so ziemlich alle Möglichkeiten dieser Programme mit dem Ziel die Welt zu bereisen ausgenutzt habe.”

Herr Guillebeau ist auch ein Fan der sogenannten Round-the-world (RTW) Tickets, mit denen man um die Welt fliegen kann und die mehrere Zwischenstopps ermöglichen – alles in der Regel innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr. Seine erste Reise von Tokio nach Chile (und zurück) hatte insgesamt 19 Zwischenstopps.
Chris Guillebeau vom Blog 'The Art of Non-Conformity'Angehende Blogger müssen sich aber nicht das Wissen eines Reisekaufmanns oder Flugbegleiters aneignen, um als digitaler Nomade zu überleben. Frau Scott und Herr Noll – beide haben im Management Consulting beziehungsweise in der Steuer- und Rechtsberatung gearbeitet – bestätigen aber, dass die durch ihre bisherige Karrieren erworbenen Kenntnisse zumindest sehr hilfreich für die Reiseorganisation und das Reisebloggen sind.

Samuel Jeffery - Der ewige Backpacker

Herr Samuel Jeffery ist die treibende Kraft hinter dem Reiseblog Nomadic Samuel und nennt sich selbst den ‘ewigen Backpacker’. Herr Jeffery hat in verschiedenen Jobs im Ausland gearbeitet, zum Beispiel als Lehrer, und rät denjenigen die keine journalistische Erfahrung haben zur Vorsicht: “Wenn Sie nicht bereits als Kind oder Student Auslandserfahrungen gesammelt haben, dann fehlen einfach relevante Erfahrungen. Ich selbst konnte meine Website und daher meine Karriere in der Reisebranche starten, weil ich viele Jahre als Englischlehrer in Südkorea gearbeitet habe sowie viele Rucksacktouren gemacht habe. Dabei habe ich sehr wertvolle Erfahrungen gesammelt; im Speziellen während des Reisens zu schreiben, Fotos zu machen und Videos zu erstellen. Das sind natürlich alles Dinge, die mir jetzt helfen, als Reiseblogger erfolgreich zu sein.“

Aber wie verhält man sich in einer Welt, in der Warnungen in Bezug auf gesundheitliche oder andere Risiken für Reisende an der Tagesordnung sind?

Herr Guillebeau hat selbst mehr als 190 Länder besucht und sagt, dass man solche Warnungen ernst nehmen und in seine Planung mit einbinden sollte, sich gleichzeitig aber auch nicht abschrecken lassen sollte. “Es gibt immer eine Vielzahl an Warnungen, aber ich selbst bin fast immer sehr gut behandelt worden. Natürlich sollte man immer vorsichtig sein, aber nur in Ausnahmefällen bedeutet dies, die Reise erst gar nicht anzutreten.”

Herr Jeffery teilt diese Einschätzung und das, obwohl er einen Terroranschlag in Indien (unversehrt) überlebt hat. Diesen Vorfall beschreibt er als Extremerfahrung und sagt, dass “viele Menschen eine Riesenangst haben in die fernen Ecken unserer Welt zu reisen. Es ist natürlich ratsam, Länder mit inhärenten Konflikten zu meiden. Ich empfehle den gleichen Grad an Vorsicht anzuwenden, wie sie es auch zu Haus tun würden.”

Viele Medien- und PR-Profis sind daran interessiert, mit dem wachsendem Markt der Reiseblogger zusammenzuarbeiten. Während einige Blogs sich vollständig um die persönlichen Ziele der Blogger drehen, bieten andere Blogs verschiedene Formen der Zusammenarbeit und auch Werbemöglichkeiten. Herr Jeffery rät Kommunikations-Profis, beim Pitch den jeweiligen Lebensstil der digitalen Nomaden zu berücksichtigen.

“Werbung und PR sind Dinge, die professionelle Reiseblogger selten ignorieren. Ich persönlich stehe auf jeden Fall Partnerschaften mit Unternehmen in der Reisebranche offen gegenüber – und da spielt es keine Rolle, ob es sich um Werbung oder eine Pressereise handelt. Wenn ich mit einem Unternehmen eine Partnerschaft eingehe, dann sollte es sich für beide Parteien lohnen. Das Reisebloggen ein neuer und sich dynamisch entwickelnder Bereich und de Spielregeln entwickeln sich – daher ist es empfehlenswert auch ein gutes Maß an Geduld mitzubringen – und das gilt für die Reiseblogger und Unternehmen gleichermaßen.”

Kontaktinfo:

Frau Audrey Scott & Herrn Daniel Noll vom Reiseblog Uncornered Market können Sie auf Twitter, Facebook, Flickr, YouTube, per Email und auf StumbleUpon erreichen.

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Herrn Samuel Jeffery vom Reiseblog Nomafic Samuel finden Sie auf TwitterFacebookYouTube sowie Google+ und hier können Sie den RSS Feed abonnieren.