Good VibrationsMusik ist ein moralisches Gesetz. Sie verleiht dem Universum eine Seele, dem Geist Flügel, der Fantasie Flugkraft, der Traurigkeit einen Zauber, und allen Dingen Freude und Leben.“ – Platon

Im Laufe der Geschichte war Musik den Menschen immer eine tief im Alltag verankerte gemeinsame Wurzel. In der heutigen digitalen Welt kann Musik uns über das Internet auf vielerlei Weise erreichen. So steht Musikfans eine Vielzahl an Streaming-Services zur Verfügung und der wettbewerbsintensive Markt zwingt die verschiedenen Anbieter dazu, verstärkt mit eigenen, exklusiven Inhalten zu arbeiten.

Einer der Hauptdarsteller in der Branche ist sicherlich das im Oktober 2008 lancierte Spotify – Der Dienst ermöglicht Nutzern das Durchsuchen einer umfangreichen Mediathek nach Interpreten, Alben, Plattenfirmen, Genres und Wiedergabelisten. Auch über Facebook können Nutzer bequem Inhalte teilen, die Aktivitäten ihrer Facebook-Freunde mitverfolgen und Andere mit einem ähnlichen Musikgeschmack ausfindig machen.

Letzten Monat startete Spotify Landmark, eine vierteljährliche Audio-Serie mit exklusiven Musikinhalten. In der ersten Ausgabe feierte Spotify den 20. Jahrestag des letzten Studioalbums von Nirvana, In Utero, durch exklusive Audio-Interviews mit Bandmitglied Krist Novoselic und dem Produzenten Steve Albini, um Fans einen seltenen Blick hinter die Kulissen zu verschaffen.

Sandy Smallens, Head of Artist Marketing and Original Content bei Spotify, erklärte die Inspiration, die hinter Spotify Landmark steckt, so: „Wir wollten unsere Hörer näher an einige der größten und kulturell wichtigsten Musikmomente heranbringen, und zwar mithilfe der einzigartigen Eigenschaft unserer Plattform, Dokumentation und Musik zu verbinden. Wir sind stolz darauf, dass Krist Novoselic in seinem Landmark-Interview die Nachricht verkündete, dass er in Kürze auf einem Modest Mouse-Album zu hören sei, und hoffen in Zukunft viele weitere solcher Storys anbieten zu können“, fügte Smallens hinzu.

Zusätzlich zu Landmark lancierte Spotify kürzlich Spotlight. „Hier zeigen wir, was hot und neu ist, inklusive der coolsten Exklusives, Pre-Releases, B-Sides und Remixes zusammen mit neuen Künstlerempfehlungen, Playlisten, Live-Spotify-Sendungen, Track-by-Track-Kommentaren und Videointerviews.“

Auch DeliRadio bietet Musikfans eine ähnliche Erfahrung: DeliRadio bietet Hunderte von Sender-Playlisten, die auf regionalen Veranstaltungsorten basieren. Sie sind nach Postleitzahl oder Stadt filterbar und Nutzer können sich so Previews von Bands anhören, die an spezifischen Orten spielen werden. „Heutzutage spricht man viel darüber, wie wichtig Online Music Curation ist“, sagte Wayne Skeen, CEO von DeliRadio. „Nun, ein Teil der Inspiration für DeliRadio lag in dem Gedanken, dass Veranstalter von lokalen Konzerten de facto auch DJs sein können, wenn ihre Zeitpläne und Abläufe zu Streaming-Sendern werden. Das klang ziemlich cool und so haben wir genau das umgesetzt. Wenn man in diesem Prozess einen Schritt weitergeht und Zuhörer diese Sender auf ihre bevorzugten Musikgenres präzisieren lässt, wird daraus plötzlich unterhaltsames Infotainment“, fügte Skeen hinzu.

„Veranstalter lieben es, dass wir ihren Kalender rund um die Uhr an regionale Konzertbesucher streamen. Da muss man nicht erst lange überlegen, denn man verkauft dadurch mehr Karten. Und es ist auch einfach eine schöne Sache, so etwas den Kunden anbieten zu können“, sagte Skeen.

DeliRadio macht es Konzertbesuchern leichter, Events zu finden, die ihr Geld wert sind. „Unsere Zuhörer lieben diese problemlose Alternative dazu, Konzertlisten auf den Webseiten der Veranstalter oder regionaler Zeitungen durchsuchen und dann YouTube nach halbwegs gut klingenden Videoclips durchforsten zu müssen. Diese Mühsal ist nicht mehr nötig“, sagte Skeen.

DeliRadio, das im September 2011 gestartet wurde, gibt außerdem Interpreten die Kontrolle darüber, welche Inhalte sie Nutzern zur Verfügung stellen wollen. „Wir überlassen es den Bands, die Songs auszuwählen, die vom jeweiligen Künstler gestreamt werden. Die Interpreten haben die 100%ige Kontrolle über ihren Content auf DeliRadio. Sie posten die Songs, die gespielt werden, ebenso wie die Fotos und alles andere, was die Nutzer lesen oder sehen können“, erklärte Skeen.

Songza ist ein weiterer beachtenswerter Music Streaming-Service [in den USA und Kanada]. Die Zuhörer können aus einer Reihe von Wiedergabelisten wählen, die nach Stimmung und Kontext erstellt werden. User suchen sich die Musik aus, die ihrer aktuellen Gefühlslage entspricht, wie „Entspannend“, „Beim Lernen“, „Liebe und Romantik“ und so weiter. Oder sie suchen nach kuratierten Playlisten, die von Experten bei Songza oder anderen Nutzern erstellt wurden, wie „Einschläferndes Indie“ und „Rythmische Musik für Ihr Fitness-Training“.

Eric Davich, Mitbegründer und Chief Content Officer von Songza, entwarf die Seite in Bezug auf emotionalen Kontext. „Zwei Faktoren waren der Antrieb für die Entwicklung von Songza. Der erste war, dass der unendliche Speicherplatz im Internet die freie Auswahl geradezu unterdrücken kann. Bei den vielen Zehnmillionen Songs und Interpreten, die man mit nur einem Klick aufrufen kann – welchen soll man sich dann jetzt anhören?“, sagte er. „Der zweite Faktor war, dass es noch viel wichtiger ist, welche Gefühle Inhalte erzeugen, als worin diese Inhalte genau bestehen. Maßgeblich ist dabei, was man zu einem gegebenen Zeitpunkt gerade macht, der eigene Kontext. Der Kontext ist König.“

Songza bietet Tausende von Wiedergabelisten an, die in den USA und Kanada kostenlos zur Verfügung stehen. Zusätzlich können User aber auch mit einem Upgrade für 3,99 USD im Monat ein Club Songza-Abo erwerben, mit dem man auf besondere Inhalte zugreifen kann, wie zum Beispiel auf Playlisten, die von Prominenten erstellt wurden, und auf seltene Songs, die man woanders nur schwer findet. Dadurch, dass jede Wiedergabeliste die Option zum Teilen bietet, ist die Empfehlung von Playlisten über Facebook, Twitter und Google+ für die Nutzer problemlos möglich.

Auch wenn nun mehrere Business-Modelle für das kostenlose, legale Streamen von Musik entwickelt wurden, experimentiert der digitale Markt vor allem in Deutschland noch mit neuen Möglichkeiten, den Interessen von Musikindustrie und Verbrauchern gleichermaßen entgegenzukommen. Zweifellos sollte die Art und Weise, mit der die Musikindustrie Inhalte anbietet und optimiert, von jedem Industriezweig zur Kenntnis genommen werden.


Kontakt

Sandy Smallens, Spotify
Head of Artist Marketing and Original Content

Wayne Skeen, DeliRadio
Chief Executive Officer

Eric Davich, Songza
Mitbegründer und Chief Content Officer

About Falk Rehkopf

Ehem. Geschäftsführer Cision Germany GmbH