„In den USA ist die Bloggerszene viel weiter entwickelt.“ – Interview mit Reise Bloggerin Anja Beckmann

„In den USA ist die Bloggerszene viel weiter entwickelt.“ – Interview mit Reise Bloggerin Anja Beckmann

TravelonToast Cision ImageCision setzt die Interviewserie mit Deutschlands führenden Reisebloggern fort – nach Interviews mit ReisefreundeVON UNTERWEGS und Claudi um die Welt sprechen wir heute mit Anja Beckmann vom Reiseblog Travel on Toast.

Essen ist für sie die beste Grundlage für eine Reise, so kam der Blog in Anlehnung an „Cheese on Toast“ zu seinem Namen. Mit dem Bloggen begann Anja Beckmann – Social Media Manager, Blogger und Journalistin – vor sechs Jahren während ihrer einjährigen Weltreise. Damals schrieb sie noch vor allem für Familie und Freunde. Mit „Travel on Toast“ hat sie 2012 begonnen, professionell zu bloggen und sich eine breite Leserschaft aufzubauen. Mit anderen Reisebloggern hat Anja Beckmann Mitte April 2013 die offene Plattform für deutschsprachige Reiseblogger gegründet (#PDRB).

Warum bloggen Sie?

Meine Weltreise war der Auslöser. Dabei habe ich 15 Länder erlebt, war neben Australien und Neuseeland auch in Asien und Lateinamerika. Seitdem bin ich regelmäßig unterwegs. Auf meinen Reisen probiere ich sehr gerne die lokale Küche, vor allem Süßes. Meine Erlebnisse wollte ich damals wie heute mit anderen teilen. Schon als Kind habe ich gerne geschrieben, danach lange als freie Journalistin für Tageszeitung und Hörfunk gearbeitet. Da lag es nahe, mit Text und Bildern zu berichten.

Warum haben Sie die Plattform für deutschsprachige Reiseblogger (PDRB) gegründet?

Wir haben uns bei der ITB getroffen und dann in Potsdam. Dabei haben wir gemerkt: Es besteht Bedarf für eine offene Plattform für die deutschsprachigen Reiseblogger (Das Hashtag der Plattform: #PDRB) – damit wir uns austauschen und auch voneinander lernen können. Als Orga-Team organisieren wir nun ein Online-Verzeichnis der deutschsprachigen Blogger, dazu eine Facebook-Gruppe und regelmäßige Treffen für 20 bis 30 Teilnehmer. In den USA z. B. ist die Bloggerszene schon viel weiter entwickelt. Die Unternehmen dort haben längst erkannt, dass einige Blogs eine hohe Reichweite haben, die Blogger sehr gut im Social Web vernetzt sind und das Vertrauen ihrer Leser genießen. Die Plattform kann helfen, dass Touristiker auch in Deutschland verstehen, dass professionelle Blogs als Multiplikatoren ernst zu nehmen sind.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Orte aus, über die Sie berichten?

Mein Blog spiegelt meine persönlichen Vorlieben und meinen Reisestil wieder. Meine Lieblingsfernreiseziele sind Australien, Neuseeland, Asien und Lateinamerika. Daneben bin ich häufig in Europa und Deutschland unterwegs.

Ich buche oft nur die Flüge und reise mit dem Rucksack durch die Gegend. Meist solo, teilweise mit meinem Freund oder einer Freundin. Da ich das Meer liebe, findet man mich oft am, auf und im Wasser.

 

In Ihrem Blog verbinden Sie Reisen mit kulinarischen Erlebnissen – Erzählen Sie uns bitte ein wenig darüber!

Ich komme aus einer Familie, die das Essen sehr mag. Als Kind sind wir immer mit dem Wohnwagen nach Frankreich gefahren, da gibt es tolle Gerichte. Für mich ist ein gemeinsames Essen ein verbindendes Erlebnis und ich erfahre gleichzeitig etwas über das jeweilige Land. Schöne Erinnerungen sind jetzt verknüpft mit Huhn in Mole-Sauce aus Mexiko, Okonomiyaki aus Japan oder Tim Tam Keksen aus Neuseeland.

Reiseblogger KodexWas halten Sie vom Reiseblogger-Kodex und was sind Ihre diesbezüglichen Erfahrungen?

Ich bin unter den Reisebloggern, die den Kodex beachten. Dazu gehört, dass wir z. B. Advertorials kennzeichnen, ebenso wie Beiträge, die auf Presse- oder Bloggerreisen entstehen. Das finde ich wichtig, um Transparenz gegenüber den Lesern zu zeigen.

Welche Tipps haben Sie für PR-Profis, die mit Ihnen in Kontakt treten wollen?

Es ist toll, wenn die PR-Ansprechpartner sich mein Blog zuerst anschauen, ob ihr Thema passt. Bei den Ländern habe ich z. B. ebenso Favoriten wie beim Reisestil. Außerdem habe ich eine Vorliebe für lokales Essen, Wassersport, Kultur und Wellness. Mein Blog kennenlernen und mich gezielt ansprechen – das wünsche ich mir.

Mit Pressemitteilungen kann ich meist nicht viel anfangen, da ich oder meine Gastautoren nur über selbst Erlebtes schreiben. Pressereisen oder Bloggerreisen unterstützen mich darin, dass ich über interessante Reiseziele berichten kann. So haben dann beide Seiten etwas davon.Reise

Die meisten von uns betreiben ihre Reiseblogs mit viel Herzblut neben dem Hauptberuf. Da bieten sich Reisen über das Wochenende an. Und die Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten hilft uns, unsere Arbeit zu machen. Diese Unterstützung weisen wir in den Artikeln aus. Dafür erhalten die Unternehmen persönlich geschriebene Reiseberichte, die z. B. über Google gut auffindbar sind.

Was ärgert Sie an PR?

Die Angebote der PR-Leute müssen einen erkennbaren Mehrwert für mich haben. Ich möchte interessante Inhalte für mein Blog gewinnen, um weitere Leser zu finden und bestehende Leser zu binden. Das machen z. B. Journalisten- oder Bloggerreisen möglich. Oder ich teste Hotels, Restaurants oder Produkte – dazu äußere ich dann meine persönliche Einschätzung. Denn ich muss selbst etwas erleben können, die Leser möchten meine individuelle Sicht. Da bringen mir Pressemitteilungen meist gar nichts. Dann lieber gezielt Themenvorschläge machen. Keine Angst: Blogger beißen nicht.

Wir bedanken uns herzlich bei Frau Beckmann für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Glück mit Travel on Toast und reiseblogs.org!
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