“‘Influencer’ sind authentisch, wenn man sie lässt” – Cision meets Daddylicious

"'Influencer' sind authentisch, wenn man sie lässt" - Cision meets Daddylicious

Bei Daddylicious bloggen Väter für Väter “abseits der rosa gefärbten Mamiwebs”. Gemeinsam mit seinem Partner Kai Bösel betreibt Mark Bourichter das Blog rund um Vaterschaft und das Daddy-Dasein, von Tipps und Tricks über rechtliche Fragen bis hin zum Thema Reisen. Bourichter kommt aus der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit und hat sich mit uns über die Ursprünge des Blogs unterhalten und uns erzählt, welche Arten von PR-Kooperationen für ihn am besten funktionieren.

Was war der Ausschlag oder die Motivation, mit einem Väterblog wie Daddylicious anzufangen?

Das war ganz einfach: Es gab 2013 nichts Vergleichbares im Netz für Väter. Die Erkenntnis dazu kam uns damals in der Bullerei in Hamburg. Wir trafen uns dort abends auf einen Burger und mein Freund und Partner Kai erzählte mir, dass er Papa wird. Genau das gleiche erzählte ich ihm und der Abend drehte sich dann nur um Fragen über die neue Rolle als Papa. Was kommt auf uns zu? Brauchen wir einen Geburtsvorbereitungskurs? Eine Wärmelampe über dem Wickeltisch? Eine neue Familienkarre? Und wir kamen zur Erkenntnis, dass es im Internet lediglich Angebote für Mütter gab. So ist aus einer bierseligen Idee dann DADDYlicious entstanden. Ein Online-Magazin von Vätern für Väter. Und das ist auch heute noch so.

"'Influencer' sind authentisch, wenn man sie lässt" - Cision meets Daddylicious

Rechts Mark Bourichter, links Kai Bösel. Foto: Raimar von Wienskowski

Welches Ziel verfolgen Sie mit DADDYlicious?

Den neuen und alten Vätern da draußen einen Hafen zu bieten. Und den Vätern eine Stimme zu geben. Wir setzen uns mit den Fragen der Männer auseinander und holen uns auch wertvolle Informationen von ihnen, zum Beispiel durch diverse Interviews aus dem Väter-Kosmos. Neben den wichtigen Dingen wie Elterngeld, Elternzeit, Erste-Hilfe, Sicherheit oder Antworten auf weitere rechtliche Fragen machen wir auch auf tolle Gimmicks aufmerksam und lassen alte Kindheitserinnerungen wieder aufleben. Erst kürzlich haben wir das Thema Reise als feste Rubrik mit aufgenommen. In erster Linie macht uns das Magazin enormen Spaß, weil jeder aus der Redaktion “frei Schnauze” schreiben kann. Das lassen wir uns auch nicht bei bezahlten Kooperationen nehmen.

Sind es eher werdende Väter oder Väter, die Ihren Blog lesen?

Ich denke, das hält sich die Waage. Sicherlich haben werdende Väter einen höheren Informationsbedarf. Wenn sie erstmal Papa sind, dann bleiben sie meistens auch bei uns. Witzigerweise belegt uns Google, dass wir rund 40 Prozent Frauen auf der Seite haben. Auch bei den Müttern scheint unser Angebot gut anzukommen.

Wie bleiben Sie mit Ihrer Zielgruppe in Kontakt?

Ganz klar über die sozialen Netzwerke. Wir bedienen Facebook, Instagram und Twitter mit Inhalten aus unserem Magazin und bekommen hier das Feedback der Leser. Dazu sei angemerkt, dass Männer lieber konsumieren als interagieren. Die wichtigen Fragen bekommen wir häufig per E-Mail. So direkt bei Facebook zu posten ist nicht so des Vaters Ding. In geschlossenen Facebook-Gruppen geht da wiederum schon mehr.

DADDYlicious ist auch auf den sozialen Medien vertreten. Wie nutzen Sie diese Plattformen und welche davon sind am wichtigsten?

Unsere Basis ist Facebook mit mittlerweile über 50.000 Fans. Dort verlängern wir unsere Beiträge und bringen sie unter die Leute. Instagram ist ebenfalls ein guter Kanal für die Interaktion.

Erreichen Sie mit dem Blog die gleiche Zielgruppe wie über die sozialen Medien oder gibt es hier Unterschiede?

Wie bereits angedeutet, haben wir auf der Seite rund 40 Prozent weibliche Leser. Bei Facebook sind es 92 Prozent Männer im Alter von 25-44 Jahren. Bei Instagram sind wir gegenüber Facebook mit mehr Frauen in Kontakt. Darunter sind natürlich auch viele Bloggerinnen, die wir entweder persönlich oder durch das Netzwerk kennen und lesen.

Wie erhöhen Sie Ihre Reichweite?

Jedes Jahr gibt es rund 600.000 neue Väter in Deutschland. Über Zulauf können wir uns also nicht beschweren. Wir schalten ab und zu mal eine Kampagne für unsere Facebook-Seite oder geben ein paar Euros für einen Sponsored Post aus. Das hält sich aber im Rahmen. Die meisten Besucher kommen über Google und deswegen setzen wir auf “authentisches” SEO. Click-Bait oder anderweitiges Betteln nach Reichweite kommt für uns nicht in Frage, weil es uns selber nervt.

War von Anfang an geplant, auf DADDYlicious auch Werbemöglichkeiten anzubieten?

Bereits sehr früh hatten wir einen Kontrakt mit einem Onlinevermarkter, der aber nicht wirklich für Umsatz gesorgt hat. Wir hätten dafür viel mehr Werbeplätze einbauen müssen und auch das ist nicht in unserem Sinne. Unsere Leser, die keinen Ad-Blocker nutzen, sollen nicht erst fünf Ads wegklicken müssen, um unsere Artikel zu lesen. Für uns sind Advertorials ganz lukrativ. Will ein Unternehmen oder eine Marke bei uns erscheinen, dann machen wir das im redaktionellen Umfeld mit entsprechender Kennzeichnung. Aber auch hier behalten wir die redaktionelle Hoheit und damit unsere Glaubwürdigkeit. Bei uns wird kein Produkt über den grünen Klee gelobt, wenn es nicht hält, was es verspricht. Gerade beim Thema Reise ist das enorm wichtig. Keiner unserer Leser soll beispielsweise 1.200 Kilometer in die Toskana fahren und dann beim Agriturismo XY sein blaues Wunder erleben. Die drei Werbeplätze auf unserer Seite füllen wir mit Google Display oder eben selbst mit Angeboten von NGOs, zum Beispiel mit Spendenaufrufen für das Deutsche Rote Kreuz.

Wie sieht für Sie eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit PR- und Marketing-Schaffenden aus?

Auch hier gibt es Licht und Schatten. Professionelle Agenturen können wir an zwei Händen abzählen und mit denen pflegen wir einen intensiven Austausch. Gute Agenturen entwickeln mit uns zusammen Content-Ideen und hören gerne auf unsere Empfehlungen. Viele Kooperationspartner schätzen unsere Herangehensweise, die offenen Worte und kennen unsere Grenzen. Wir machen ausschließlich etwas mit Bezug zu Vätern oder Familien. Ein Herrenduft oder Schuppen-Shampoo wird man auf DADDYlicious nicht finden.

Was dürfen PR- und Marketing-Schaffende auf keinen Fall tun, wenn sie Sie kontaktieren?

Herrendüfte anbieten oder Follow-Links verlangen.

Wie können PR- und Marketing-Schaffende Sie am besten erreichen?

DADDYlicious ist ein Freizeitprojekt von uns beiden. Kai kümmert sich hauptberuflich mit seiner Agentur BOOMblogs um die Vermarktung seines Blogger-Netzwerks und ich bin Mitglied der Geschäftsleitung einer Kommunikationsagentur namens husare. Der beste Weg uns zu erreichen ist die gute alte E-Mail.

Hat sich in den vergangenen Jahren die Art und Weise verändert, wie PR- und Marketing-Schaffende an Sie herantreten?

Da ich selber einer dieser PR- und Marketing-Heinis bin, kann ich zunächst sagen, dass Betreiber von Blogs oder Social-Kanälen, also diese “Influencer” eine immer größere Rolle spielen. Sie haben den direkten Draht zum Konsumenten oder der Zielgruppe. Sie sind authentisch, wenn man sie lässt. Und bei der richtigen Ansprache kann aus dem Erstkontakt wirklich gute Markenkommunikation entstehen. Dabei spielt die Reichweite eher eine untergeordnete Rolle. Die besten Stories entstehen meistens mit den Menschen, die noch nicht komplett durchvermarktet sind. Ich habe vor knapp zehn Jahren die ersten Bloggerkontakte am Nürburgring geknüpft, mit denen ich heute noch intensiven Austausch pflege und gerne zusammenarbeite. Ich glaube, das ist auf der “Gegenseite” genauso.

Wie sieht die Zukunft für Daddylicious aus?

Wäre das Leben ein Wunschkonzert, dann stiege mittelfristig ein Investor, Vermarkter oder ein Verlag ein und Kai und ich verlagerten die Redaktion nach Bora Bora. Kurzfristig arbeiten wir gerade an der ersten Print-Version. Ja, richtig: PRINT! Ist aber zunächst nur ein kleines Supplement. Macht aber richtig viel Spaß. Hier werden wir auch zwei, drei Seiten vermarkten. Wer also Lust auf die Zielgruppe Väter hat, der schreibt gerne eine E-Mail. Ansonsten machen wir so weiter wie bisher, wenn uns auch der Faktor “Zeit für DADDYlicious” immer wieder einbremst. Solange die Leute Spaß haben, unsere Artikel zu lesen, wird es unser Magazin geben.

Vielen Dank an Herrn Bourichter für das spannende Gespräch!

Sie suchen Blogger, Journalisten und andere Influencern aus Ihrer Branche? Wir haben sie! Fordern Sie jetzt eine unverbindliche Demo der Cision Mediendatenbank an:

Vorname:

Nachname: *

Firma: *

Telefon: *