Dieser Artikel ist der zweite und letzte Teil unserer Serie von Blog Posts, die sich mit der Bedeutung von Instagram (einer Foto-und Video-Sharing-App für iOS- und Android-Mobilgeräte) für Public Relations auf der einen und Medien auf der anderen Seite beschäftigen. Den ersten Artikel “Instagram – Die PR-Perspektive – finden Sie hier.
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Herr Aaron Huey ist Fotograf und hat im Auftrage des Magazins National Geographic viele Jahre in Georgien verbracht. Vor wenigen Wochen hat das Magazin in seinem Instagram Feed einige Fotos von einer 20-jährigen Frau veröffentlicht, deren Leben der Fotograf mehr als 13 Jahre lang begleitet hat. Die Fotos sind mit dem folgendem Kommentar versehen: “Dieses Projekt hatte eine Dauer von 15 Jahren und ich habe einige meiner besten Motive herausgesucht! Hier ist Ruso Japaridze im Alter von 7 Jahren und 13 Jahre später im Alter von 20 Jahren … #reunionmagic.”

Die Arbeit des Fotojournalisten Huey demonstriert in einer praktischen Weise, wie sich das Engagement von Organisationen mit verschiedenen Zielgruppen durch die Nutzung sozialer Medien intensivieren kann. Es gibt viele solcher positiven Beispiele anhand derer Instagram seine Nützlichkeit und Effektivität unter Beweis stellt und so nimmt die App unter den visuellen Medien sicherlich eine Sonderstellung ein – gerade, wenn es darum geht, einen verbesserten Zugang zum Publikum zu bekommen.

Instagram aus der Perspektive der Medien

Frau Piera Gelardi, Creative Director bei Refinery29, und ihr Team nutzen den derzeitigen Trend hin zur visuellen Kommunikation, der sich besonders für Mode- und Style-Marken eignet. Das Team nutzt Instagram in erster Linie dafür den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, die visuellen Aspekte einer Marke zu vermitteln, aber auch um Events, Artikel oder eine neue Serie zu promoten. “Den Ansatz den wir für unsere sozialen Kanäle gewählt haben, ist einfach anders — bei uns gibt es nicht nur die eine Person, die sich mit Facebook, Twitter, Instagram oder Pinterest beschäftigt. Wir haben ein ganzes kreatives Team, das gemeinsam unseren Ansatz für die jeweilige Plattform entwickelt. Es ist einfach zu wichtig, das benutzte Medium wirklich zu verstehen,” sagte Frau Gelardi.

In unserem ersten Blogpost in dieser Serie – Instagram – Die PR-Perspektive – betonte Frau Natasha Koifman – Chefin der kanadischen PR-Agentur NKPR -, dass ein authentischer Auftritt und die Möglichkeit einen Blick hinter die Kulissen zu erlauben Instagram zu einem wertvollen Tool machen. Herr Matt Gross, der für die Webseite des Magazins Bon Appétit verantwortlich ist, nennt dieses den ‘Vertrautheitsfaktor‘. “So kann man auf eine ebenso kosteneffiziente wie ansprechende Weise Lesern nicht nur den Produktionsprozess von Bon Appétit näherbringen, sondern auch die Persönlichkeiten und den Lifestyle der Leute vorstellen, die hinter den Kulissen arbeiten,” sagte Herr Gross. “Viele Unternehmen reden darüber, eine lebendige Markenidentität zu gestalten und genau das machen wir hier. Wir alle kochen und essen gut, stellen das zur Schau und teilen es genau so mit unserem Publikum.”

Herr Gross betont die Bedeutung von Instagram als Instrument mit Nutzern der Plattform – aber auch mit den Lesern des Bon Appétit Magazins – direkt zu interagieren. Das Magazin veranstaltet regelmässig Feedbackgespräche mit Fans, in denen diese ihren Input geben und damit diese das Gefühl bekommen “dass sie Teil der Bon Appétit-Familie sind.”

Instagram aus der Perspektive der Medien

“So informieren wir unsere Leser zum Beispiel, was wir diese Woche grillen und bitten darum, uns mitzuteilen, was sie selber grillen werden. Unsere Leser reagieren dann zumeist über Twitter und Instagram und diese Beiträge integrieren wir dann in unsere visuellen Posts.”

Auch Mashable bedient sich eines ähnlichen Ansatzes und hat zum Beispiel verschiedene Fotowettbewerbe ausgeschrieben und Leser dazu aufgerufen, fotografisch das Thema “Sei Du selbst” umzusetzen oder die menschliche Seite von Haustieren in einem Foto darzustellen. Bon Appétit dagegen arbeitet oft mit bekannten Köchen – zum Beispiel mit Wolfgang Puck – mit dem Ziel, deren persönliche Erfahrungen darzustellen sowie neue Rezepte vorzustellen, zu denen sie die Interaktion auf Instagram inspiriert hat.

Die Food Bloggerin und Gründerin von Grandbaby Cakes, Frau Jocelyn Delk Adams, verweist auf das Potenzial von Instagram Intimität in der Interaktion zu erzeugen. Frau Adams war zunächst sehr zögerlich eine weitere soziale Plattform zu benutzen, hat dann aber herausgefunden, dass Instagram nicht nur ein effektives Tool zum Promoten von Inhalten ist, sich aber auch dazu eignet, sich mit Lesern auf eine neue und andere Art und Weise zu verbinden. Sie hat nur einen Instagram Account, den sie gleichzeitig persönlich und beruflich nutzt. So stellt sie ihr Alltagsleben auf der Plattform dar, um persönliche Beziehungen zu ihren Lesern aufzubauen.

Im Gegensatz dazu hat Frau Gelardi mehrere Instagram-Accounts. Neben ihrem persönlichen Account, trägt sie auch zum offiziellen Refinery29 Account bei und findet, dass beide sehr unterschiedlich sind. Sie sagt, dass sie ihren persönlichen Account dazu nutzt, ihr persönliches Leben sowie ihre Arbeit als Creative Director darzustellen, wohingegen der Refinery29 Account die Arbeit des gesamten Teams repräsentiert.

Frau Adams findet auch, dass Instagram eine neue Art darstellt mit Foodies zu kommunizieren und diese auch zu interessieren. “Bilder sind weitaus wichtiger für einen Food-Blogger als der geschriebene Text. Ich habe sehr viel Zeit investiert, ein besseres Auge für die Fotografie zu entwickeln, da ein Bild der einzige Weg ist, die Leser eines Food-Blogs auch für den Blog zu faszinieren. Diese Bilder müssen so ‘köstlich’ sein, dass sie Leser motivieren, die Zutaten zu kaufen, um dann die Gerichte auch zu kochen. Wir essen eben zuerst mit unseren Augen.”

Von Bildern getriebene Inhalte wie Mode, Kunst, Architektur, Design, Reisen sowie Essen & Trinken scheinen sich am schnellsten an die neuen sozialen Plattformen anzupassen. Das heisst aber nicht unbedingt, dass andere Berufsgruppen wie Wissenschaftler und Rechtsanwälte sich nicht mit diesem Thema beschäftigen sollten.

Herr Gross betont, dass sich ein Engagement auf Instagram nur dann auszahlen wird, wenn Unternehmen verstehen, welche Inhalte die eigene Marke definieren und auch Vertrauen in die eigenen Angestellten haben, die Marke in einer relevanten Weise visuell darstellen zu können. Zudem müssen Unternehmen auch das Vertrauen haben, auch andere Aspekte von Marken der Öffentlichkeit präsentieren zu wollen. “Im Grunde geht es darum, ob Unternehmen damit einverstanden sind, einen höheren Intimitätsgrad zuzulassen und direkt mit Kunden und Verbrauchern zu kommunizieren,” sagte er. “Ein sehr offener, entspannter und informeller Ansatz auf Instagram wird sich auszahlen. Wenn es aber darum geht, ein sorgfältig konstruiertes Image zu pflegen, dann wird es schwierig.” Er fügt hinzu, dass viele Unternehmen und Marken nur das Endprodukt zeigen wollen und Schwierigkeiten damit haben, sich zu öffnen und auch die Schritte innerhalb des Produktionsprozesses zu zeigen. Herr Gross betont, dass dies nicht für Bon Appétit zutrifft, da es “grundsätzlich bei dem Magazin eben um den Prozess des Kochens geht, also um einen kreativen Prozess, etwas zu erschaffen.” Er gibt zu, dass das Magazin wahrscheinlich hier einen Vorteil hat, da Bon Appétit sehr viel Footage produziert, das dazu benutzt werden kann, einen Blick hinter die Kulissen zu geben.

Frau Gelardi hat einige Tipps für Organisationen, die Instagram in ihren Media-Mix integrieren wollen. So rät sie dazu, regelmässig zu posten, es aber nicht zu übertreiben und verweist auch auf die Bedeutung des Geo- sowie Hash-Taggings zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades. Wie auch Herr Gross betont Frau Gelardi, dass es wichtig ist, genau zu wissen, wofür die jeweilige Marke steht, welche Inhalte dem Publikum gefallen und welcher Mehrwert dem Zielpublikum geliefert wird. “Es ist entscheidend, sich die Zeit zu nehmen und herauszufinden, wie die Marke positioniert ist und wie diese Botschaften visuell umgesetzt werden können,” sagte sie. “Ebenso wichtig ist es, einfach zu experimentieren, um zu testen, auf welche Inhalte das Zielpublikum anspricht und auch wie es auf die Inhalte reagiert. Ich empfehle auch so oft wie es eben geht direkt mit dem Zielpublikum zu interagieren. Genau das hilft nicht nur eine Verbindung zur Marke aufzubauen, sondern schafft auch Loyalität, wenn auch nicht unbedingt in Bezug auf Ihre Organisation, dann zumindest zu Ihrem Instagram-Account!”

Instagram aus der Perspektive der Medien

Unsere drei Gesprächspartner sind sich darin einig, wie wichtig Instagram ist, Beziehungen zu verschiedenen Zielgruppen aufzubauen. Herr Adams sagt, dass Instagram sich hervorragend dafür eignet, neue berufliche Kontakte aufzubauen. Kontakte, die er sonst nicht gefunden hätte. Frau Gelardi sagt, dass sie Fotografen, Models, Illustratoren und Stylisten über Instagram gefunden hat.

“Wenn ich zum Beispiel die Arbeit eines bestimmten Illustratoren schätze, dann schaue ich mir auch dessen Instagram-Feed an und sehe dann natürlich die anderen Illustratoren, mit denen er quasi in einer Gruppe verbunden ist. Ähnliches gilt beim Casting – wir schauen uns dann auch das Instagram-Netzwerk der Person an, an der wir interessiert sind und haben oft am Ende eine ganze Reihe von interessanten Menschen, die wir casten wollen.”

“Einige Marken benutzen keine Mobiltelefone, sondern posten professionell produzierte Fotos auf Instagram,” sagte Herr Gross. “Ich finde, das ist wie Schummeln – bei Instagram geht es darum, alltägliches Leben mit dem Mobiltelefon darzustellen. Fotos auf Instagram sind flüchtige, vergängliche Eindrücke von dem, was wir zum Beispiel an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Zeit gegessen haben und nichts anderes.”

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Kontaktinfo:

Frau Jocelyn Delk Adams – Food Bloggerin und Gruenderin von Grandbaby Cakes
Auf Instagram: http://instagram.com/grandbabycakes

Frau Piera Gelardi – Creative Director bei Refinery29
Auf Instagram: http://instagram.com/refinery29

Herr Matt Gross – Herausgeber (Webseite) bei BonAppetit.com
Auf Instagram: http://instagram.com/bonappetitmag

Folgen Sie Cision auf Instagram:  http://instagram.com/cisionglobal

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About Falk Rehkopf

Ehem. Geschäftsführer Cision Germany GmbH