Dies ist ein Gastbeitrag von Christina Lindner, Media Researcher bei Cision in Frankfurt.

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Wir präsentieren Ihnen ein weiteres interview in der Reihe „Vegane Blogs“ und stellen Ihnen heute Claudia Renner (Foto: Björn Lexius), die Autorin des Blogs Claudi goes vegan, vor. Sie ist nach Lena Suhr, Franziska Schmidt und Stina Spiegelberg die vierte Bloggerin, die wir aufgrund ihrer Platzierung in unserem Top 10 Ranking für Vegane Blogs in Deutschland um ein Gespräch baten.

Frau Renners Blog begann als Tagebuch, in dem sie zunächst ihre eigene Ernährungs-Umstellung dokumentierte. Wir sprachen mit ihr über ihr veganes Leben, die Veröffentlichung ihres Buches „rohvegan“ und darüber, welche Erfahrungen sie mit PR gemacht hat.

Wie lange leben Sie schon vegan?

Seit dem 10. Januar 2011 lebe ich vegan. Davor war ich schon 20 Jahre lang Vegetarierin. Das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer hat mir in Sachen Milch und Eier die Augen geöffnet.

Warum haben Sie mit Ihrem Blog begonnen?

Ich wollte meinen Umstieg von der vegetarischen Ernährung auf die vegane Lebensweise dokumentieren. Das Blog war als Tagebuch für mich gedacht, damit ich jederzeit die Möglichkeit habe, meine Entwicklung nachzulesen. Mit so einer Begeisterung und Unterstützung in der veganen Szene (und darüber hinaus) hatte ich nicht gerechnet.Screenshot zum Blog Claudi goes vegan

Gibt es Vorurteile über Veganer, die Sie stören?

Sehr viele sogar! Noch immer scheint es so, als wäre man ein Außerirdischer. Wie der „Englishman in New York“. Ich habe darüber sogar einen Blogeintrag geschrieben. „Du isst meinem Essen das Essen weg!“ finde ich störend und amüsant zugleich, da es schlichtweg nicht stimmt. Die wenigsten Fleisch essenden Menschen wissen, was an ihr „Essen“ tatsächlich verfüttert wird.

Ihr Blog ist in unserem Cision Ranking für vegane Blogs in Deutschland auf Platz 9. Was macht Ihr Blog so erfolgreich?

Ich vermute, der Tagebuchcharakter und die Häufigkeit meiner Blogeinträge (mehrmals pro Woche).

Was zeichnet Ihr Blog aus?

Mir geht es noch immer darum, mein veganes Leben festzuhalten. Die Mischung macht’s. Denn vegan leben ist mehr als „nur“ vegan essen.

Welche Themen sind für Ihr Blog interessant?

Alles, was das vegane Leben betrifft. (Städte-)Reisen, Restaurantbesuche, neu entdeckte Produkte (zum Beispiel aus dem Biomarkt), Petitionen, Organisationen, Kochbücher, Ausflüge… Vor allem aber koche ich wahnsinnig gerne, habe oft Freunde zu Gast und dokumentiere das ebenso. Mittlerweile esse ich zu Hause viel Rohkost. Diese Entwicklung war auch für mich sehr spannend.

Wie haben Sie Ihre Reichweite ausgebaut? Welche Rolle spielen dabei für Sie soziale Medien?

Meine Facebook-Seite ist mit Twitter vernetzt. YouTube-Videos drehe ich ab und an. Die Reichweite habe ich nicht bewusst ausgebaut, sondern freue mich einfach über jeden neuen Abonnenten.Screenshot der Facebookseite zu Claudi goes vegan

Können Sie uns ein paar Blogs zu veganer Ernährung und Lebensweise empfehlen?

Ja – Deutschland is(s)t veganVeltenbummler, Blog der Stiftung für Tierschutz (Hof Butenland), Vegan was sonst und Achtung, Pflanzenfresser.

Welche Rolle spielen klassische Medien für Ihre Blogaktivitäten?

Radio und Fernsehen gar keine. Radio höre ich nicht und im Fernsehen sehe ich nur ab und an gezielt Sendungen an. Zeitschriften spielen schon eher eine Rolle. Allerdings lese ich vor allem Zeitschriften, die im Biomarkt ausliegen (zum Beispiel „Schrot & Korn“) oder vegan/vegetarische Zetischriften wie das Veggie Journal.

„Claudi goes vegan“ wurde ja schon in einigen Beiträgen vorgestellt. Woran erinnern Sie sich da besonders gern?

Besonders gerne erinnere ich mich an den Dreh mit dem BR im Sommer 2011. Auch mein erstes Radiointerview (Teil 1, Teil 2)  war sehr aufregend. Für die Süddeutsche Zeitung wurde ich auch interviewt. Das Schöne daran: ich hatte bisher durchweg gute Erfahrungen mit den Medien.

Im Februar 2013 wird Ihr Buch „rohvegan“ veröffentlicht. Worum geht es da?

Buch "rohvegan" von Claudia Renner

Ich berichte von einer persönlichen Erfahrung: Ich habe mich vier Wochen lang nur von Rohkost ernährt. Bei dieser Ernährungsweise wird kein Gericht über 40 Grad erhitzt. Auf diese Weise können Vitamine und Nährstoffe in vollem Umfang aufgenommen werden. Zu dem Erfahrungsbericht gibt es viele Rezepte, mit deren Hilfe ich meinen Selbstversuch mit viel Freude sowohl am Zubereiten als auch am Essen erleben konnte.

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade bloggen?

Hauptberuflich bin ich Sekretärin, das Bloggen ist mein Hobby. Für mein Herzensthema, den Veganismus, investiere ich gerne einen Teil meiner Freizeit. Sonst treffe ich Freunde, bin mit meinem Hund unterwegs, mache Yoga, besuche Konzerte und lese.

Sie bieten auch veganes Coaching an. Wie funktioniert das?

Ich arbeite mit Menschen, die keine Zeit haben, sich online mit den relevanten Informationen zu versorgen. Auf persönlicher Ebene können viele konkrete Schwierigkeiten direkt besprochen werden. Mir ist es vor allem wichtig, Veganismus als Lebensweise und nicht als Diät darzustellen. Außerdem zeige ich gerne auf, wie einfach ein veganes Leben heutzutage ist.

Bloggen Sie auch über vegane Produkte?

Ja. Ich unterstütze gerne kleine Firmen und Startups. Dabei ist mir bei Lebensmitteln die Bioqualität sehr wichtig. Prinzipiell versuche ich meinen Blog so „werbefrei“ wie möglich zu halten. Doch manchmal bin ich von den Geschichten der Firmen oder Produkte so begeistert, dass ich sie gerne aufnehme. Bisher habe ich alle Produkte selbst getestet, bis auf einen Wein, denn ich trinke keinen Alkohol.

Wie funktioniert für Sie eine gute Zusammenarbeit mit PR-Profis?

Man sollte mich immer per E-Mail kontaktieren und nur solche Produkte an mich herantragen, die vegan, biologisch und fair hergestellt werden. Ich habe auch schon viele Anfragen abgelehnt. Mir ist es wichtiger über Themen zu schreiben, hinter denen ich hundertprozentig stehe, als kostenlos Produkte zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Haben Sie auch schlechte Erfahrungen mit PR-Profis gemacht?

Ja, leider. Es ist nicht schön, ständig gedrängt zu werden, wann der Artikel erscheint. Auch wurde ich einmal gebeten, einen Blogeintrag umzuschreiben. Ich finde, die Firmen sollten einem genug Freiraum geben. Nicht nur für die eigene, ehrliche Meinung, sondern auch den Schreibstil und ggf. auch für Kritik. Immerhin bietet man eine kostenlose Werbeplattform.

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Vielen Dank an Frau Renner für das Interview. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg mit Claudi goes Vegan!

Auf der Webseite von Frau Renner finden Sie weiterführende Informationen zu ihrem Buch „rohvegan“, ihrem Coaching und vielem mehr. Claudi goes vegan finden Sie auch auf Facebook, Twitter und YouTube. Besuchen Sie Frau Renner auch auf Xing.

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