Interview mit dem Blog Deutschland is(s)t vegan – „Wir suchen langfristige Kooperationen mit PR“

Unser Interview-Partner, der Blogger Patrick BolkDies ist ein Gastbeitrag von Christina Lindner, Media Researcher bei Cision in Frankfurt.
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Als nächstes in unserer Reihe „Vegane Blogs“ präsentieren wir Ihnen heute die Seite Deutschland is(s)t vegan, die in unserem Ranking der Top 10 ‚veganen‘ Blogs auf Platz 8 stand. Das „Online-Magazin zur veganen Lebensweise“ liefert Beiträge von mehreren Autoren und bietet immer wieder neue Aspekte, Ideen und Einsichten in die vegan lebende Community. Wir unterhielten uns mit Patrick Bolk (Foto: Isabelle Grubert), dem Chefredakteur der Seite, über die Vielseitigkeit und Popularität des Online-Magazins und darüber, was er sich von Kooperationen und PR-Fachleuten wünscht.

Wie ist die Idee zu Deutschland is(s)t vegan entstanden?

Im April 2011 fing ich an, vegan zu leben, und bloggte zu diesem Zeitpunkt schon auf www.berlinbio.de. Da war die Idee naheliegend, auch einen veganen Blog zu machen. Mit Franziska Schmid (www.veggie-love.de) und Sonja Reifenhäuser (food-coach.org) gründeten wir Deutschland is(s)t vegan und gingen am 01.11.11, dem Welt-Vegan-Tag, online. Bis dato gab es „nur“ sehr spezialisierte Blogs, die Tipps zu bestimmten Themen (z.B. Rezepte) oder zu bestimmten Städten gaben. Wir wollten deutschlandweite Infos sammeln.

Wer bloggt auf Deutschland is(s)t vegan?

Bei Deutschland is(s)t vegan bloggen mehrere Bloggerinnen, die eigene Blogs haben und das in der Regel in ihrer Freizeit machen.

Wie vereinbaren Sie und Ihre Co-Autoren Ihre Aktivitäten auf Deutschland is(s)t vegan mit Ihren Jobs oder Studium?

Das ist tatsächlich gar nicht so einfach, weil ein Blog mit täglichem Content, allen Anfragen, Kooperationen und dem ganzen Drumherum leicht ein Full-Time-Job werden kann. Tatsächlich ist das in meinem Falle einfach ein sehr zeitaufwändiges Hobby, neben dem „echten“ Full-Time-Job.

Welche Themen landen in dem Blog?

Einfach alles, was mit einer veganen Lebensweise zu tun hat, wir sind da sehr offen. Rezepte gibt es sogar eher selten, Schwerpunkte sind Restaurant-Kritiken, Produkt- und Buchvorstellungen, aber auch Statements, Veranstaltungstipps und vieles mehr.

Gibt es Vorurteile über Veganer, die Sie stören?

Es gibt tatsächlich jede Menge, die den Rahmen dieses Interviews weit sprengen würden. Ich kann aber verstehen, dass es solche Vorurteile gibt, denn ich hatte sie auch mal. Was man nicht kennt, macht einem ja oft sogar Angst oder man findet es extrem. Viele denken z.B., Veganer würden sich für bessere Menschen halten und andere bekehren wollen. Das wird es in Einzelfällen geben, doch der Großteil der vegan lebenden Menschen, die ich persönlich kennen lerne, sind äußerst entspannte Leute, die einfach ihr neu gewonnenes Wissen weitergeben wollen, es aber niemandem aufdrängen.

Was macht Deutschland is(s)t vegan so erfolgreich?

Unser Erfolgsrezept ist unsere große Themenvielfalt und die Tatsache, dass so viele Blogger aus ganz Deutschland für uns schreiben, die wiederum auf ihren eigenen Blogs unsere Artikel bewerben. Deutschland is(s)t vegan ist tatsächlich kein klassisches Blog, sondern eigentlich ein Online Magazin, weil von vielen Menschen viel Input kommt. Wer einen guten Überblick über die vegane Welt bekommen möchte, sollte sich unbedingt Deutschland is(s)t vegan anschauen.

Welche Rolle spielen für Sie soziale Medien?

Facebook wird intensiv genutzt, Twitter lassen wir „mitlaufen“. Gerne würden wir auch Pinterest und Instagram bedienen, weil Food-Fotos einfach immer auf Rieseninteresse stoßen, aber letztlich sind wir zeitlich limitiert.Screenshot des Blogs Deutschland is(s)t vegan auf Facebook

Welche Rolle spielen für Sie klassische Medien wie Zeitschriften, Radio, Fernsehen?

Deutschland is(s)t vegan wurde bereits mehrfach in Zeitschriften und auch im TV vorgestellt, was natürlich super viele neue Leser bringt. In der Regel kommen aber Journalisten auf uns zu, wir bemühen uns umgekehrt nicht, in den Medien zu landen.

Sie stellen auch vegane Produkte vor. Testen Ihre Autoren diese Produkte selbst? Wie muss ein Produkt oder ein Unternehmen sein, damit es Ihr Interesse weckt?

Alle vorgestellten Produkte werden von uns probiert oder getestet – egal, ob es eine neue Schokoladensorte oder ein Hochleistungsmixer ist. Uns interessieren natürlich Unternehmen, die vegane Produkte herstellen oder solche, die man für einen veganen Lebensstil gut gebrauchen kann – wie eben ein toller Mixer. Wichtig ist uns die Firmenphilosophie. Wir arbeiten nicht mit Unternehmen zusammen, deren Firmenwerte nicht weitgehend den unseren entsprechen, z.B. möglichst faire Herstellung, keine Ausbeutung von Tieren und Menschen, Umweltverträglichkeit und weitere nachhaltige Aspekte.

Wie funktioniert für Sie eine gute Zusammenarbeit mit PR-Profis? Wie sollte man Sie am besten kontaktieren?

Man sollte vor allem eine persönliche Anrede wählen und sich schon vorher ein wenig mit Deutschland is(s)t vegan auseinandersetzen. Massenmails lösche ich sofort und oft gibt es abenteuerliche Anfragen, die überhaupt nicht zu Deutschland is(s)t vegan passen.

Haben Sie auch schon schlechte Erfahrungen mit PR gemacht?

Schlechte Erfahrungen nicht wirklich, aber eben oftmals zeitraubende, weil man sich ja durchaus erst mal die Anfragen durchliest, bevor man möglicherweise feststellt, dass das Thema überhaupt nicht passt. Ansonsten kann ich da nichts Schlechtes berichten. Wir suchen gerne langfristige Kooperationen auf Augenhöhe – die haben wir mit einigen Agenturen bereits, das macht alles deutlich einfacher.

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Für das interessante Interview bedanken wir uns herzlich bei Herrn Bolk und wünschen viel Erfolg für die Zukunft von Deutschland is(s)t vegan!

Weitere Informationen über die Seite und ihre Autoren finden Sie auf der Über uns-Webseite von Deutschland is(s)t vegan. Besuchen Sie das Blog auch auf seinen sozialen Plattformen – bei Facebook, Twitter, Google+ und Pinterest. Sie können auch den RSS-Feed des Blogs abonnieren.