Genau 3.650 Journalisten aus 11 Ländern sind der Einladung gefolgt, uns im Rahmen der Social Journalism Studie 2012 mitzuteilen, wie sie soziale Medien bewerten und in der Arbeit nutzen.

Cision hat auch in diesem Jahr mit zwei Wissenschaftlern der Canterbury Christ Church University zusammen gearbeitet: Dr Ágnes Gulyás, Leitende Dozentin, und Frau Kristine Pole – Hauptdozentin Marketing, beide im Fachbereich Medien. Wir haben uns mit Frau Dr. Gulyás über die Social Journalism Studie unterhalten. Das Interview mit Frau Pole finden Sie hier.

Warum kooperieren Cision und die Canterbury Christ Church Universität für die Social Journalism-Studie?

Ich glaube, dass diese Partnerschaft ein sehr gutes Beispiel einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen einer kommerziellen und einer akademischen Organisation ist. Gemeinsame Projekte dieser Art produzieren einen erheblichen Mehrwert, denn der gesamte Prozess – und damit auch die Ergebnisse – sind gleichermaßen durch kommerzielle und akademische Perspektiven nachhaltig geprägt worden. Die Social Journalism Studie untersucht soziale Medien im journalistischen Arbeitsalltag und gerade dieser komplexe und dynamische Forschungsgegenstand profitiert mehr als viele andere Themen von einem Ansatz gemeinsamen Denkens sowie einer geteilten Vision.

Sie sind Sie nun schon zum zweiten Mal bei der Social Journalism Studie dabei. Warum?

Dieses Projekt ist einfach spannend und gibt mir die Gelegenheit an einem faszinierenden Thema zu arbeiten. Tausende von Journalisten in 11 Ländern und über alle Mediengattungen hinweg haben unseren mehr als 50 Fragen umfassenden Fragebogen ausgefüllt. Natürlich ist der Zugang zu einer solch grossen Menge an exzellenten empirischen Daten ein klares zusätzliches Argument für eine Akademikerin wie mich. Im Grunde war die Entscheidung sehr einfach.

Welches Team hat an der Social Journalism Studie 2012 gearbeitet?

Frau Kristine Pole (Leitende Dozentin im Fachbereich Medien der Canterbury Christ Church University), Falk Rehkopf (Geschäftsführer bei Cision Germany) und ich bilden auch dieses Jahr das Kernteam. Tammy Dempster und Patrick Readshaw (beide haben ein abgeschlossenes Studium der Sozialwissenschaften) haben uns bei der statistischen Analyse unterstützt.

Was war die grösste Herausforderung bei dieser Studie?

Insgesamt ist das Projekt ohne weitere Komplikationen verlaufen; vielleicht untypisch für ein Projekt dieser Grösse. Wegen des internationalen Ansatzes der Studie war ein gutes Projektmanagement eine der Voraussetzungen.

Welches sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Trends wenn es um soziale Medien geht?

Die gesamte Landschaft sozialer Medien wird einfach insgesamt immer vielfältiger. Ständig gibt es neue Tools und Journalisten benutzen diese für eine wachsende Vielfalt an Aufgaben. Die Nutzung sozialer Medien durch Journalisten ist einer Massenanpassung oder ‘Mass Customisation’ unterworfen und wir haben schon jetzt eindeutige Profile von Journalisten identifiziert, basierend auf Einstellung zu und Nutzung von sozialen Medien. Diese bereits bestehende Fragmentierung in der Nutzung sozialer Medien durch Journalisten wird sich weiter verstärken.

Haben Sie die Ergebnisse der diesjährigen Studie überrascht?

Die Studie liefert in der Tat viele neue Erkenntnisse! Die grossen Unterschiede in der Einstellung vieler Journalisten gegenüber sozialen Medien finde ich persönlich sehr spannend. So äusserten sich schwedische Journalisten im Vergleich zu allen anderen Ländern am positivsten über die langfristig erwarteten Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien auf ihren Berufsstand – Australische Journalisten hingegen hatten hier die stärksten Bedenken. In der Tat ist der Einfluss kultureller Faktoren auf die Nutzung sozialer Medien ein Bereich der weiter erforscht werden muss.  

Werden traditionelle journalistische Prinzipien Ihrer Meinung nach durch soziale Medien untergraben?

Zumindest so wie Werte wie “Objektivität’ historisch definiert wurden. Um diese Objektivität zu erreichen wurden verschiedene Instrumente wie zum Beispiel Triangulation – also die Verwendung zweier unabhängiger Quellen – eingesetzt. Diese Instrumente eignen sich nur bedingt oder gar nicht für die Anwendung in der Welt der sozialen Medien. Die eigentliche Frage ist daher, inwieweit sich der Journalismus selbst ändert und die traditionellen Werte überarbeitet und angepasst werden. Genau hier hat unsere Studie erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern ausgemacht.

Was fasziniert Sie an sozialen Medien?

Soziale Medien sind einfach spannend! Insbesondere interessieren mich die Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien auf Individuen, Gemeinschaften und Gesellschaften. Ich bin der Überzeugung, dass diese neuen Tools eine Transformation in der Kommunikation, in der Arbeit sowie in der Art und Weise wie wir die Welt interpretieren darstellen. Aufgrund der gegebenen Abhängigkeit von Kommunikationstechnologien gilt dies ganz besonders für den journalistischen Berufsstand. Meiner Meinung wird es negative und positive Folgen dieses Wandels geben. Das Wichtige hierbei wird es sein, die jeweiligen Trends und mögliche negative Konsequenzen frühzeitig zu erkennen, um sicherzustellen dass alle von den neuen Tools profitieren!

Wir bedanken uns bei Frau Dr Ágnes Gulyás fuer dieses Gespräch und die spannende Zusammenarbeit an der Studie!

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‘Social Journalism Studie’ – Das Team: 

Falk Rehkopf
 (MBA, BA) – Geschäftsführer, Cision Germany GmbH
Dr Ágnes Gulyás – Leitende Dozentin, Fachbereich Medien, Canterbury Christ Church University
Kristine Pole – Hauptdozent Marketing, Fachbereich Medien, Canterbury Christ Church University

falk.rehkopf@cision.com'

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