London Fashion Week: Interview mit Catwalk Queen

London Fashion Week: Interview mit Catwalk Queen

London bereitet sich auf den größten Fashion Event des Jahres vor: die London Fashion Week (14. – 18. September 2012).

Catwalk Queen war eine der ersten Fashion Blogs in Großbritannien und feierte seinen 10. Geburtstag im Juli diesen Jahres. Gemma Cartwright  arbeitet für Aigua Media, Eigentümer von Catwalk Queen, und arbeitete viele Jahre als Redakteurin für Catwalk Queen und ist heute inhaltlich verantwortlich. Frau Cartwright ist aber auch für andere Aigua Titel zuständig.

Catwalk Queen rangiert derzeit unter den Cision Top 20 britischer Fashion Blogs.

Welche Bedeutung hat die London Fashion Week für die Branche?

London ist  von den vier wichtigsten Fashion Weeks die kantigste und der Ort an dem neue, populäre Trends entstehen. Die Art und Weise wie unsere Designer Farbe und Druck einsetzen macht sie momentan besonders beliebt. Natürlich sind auch einige etablierte Designer mit ihren Shows vertreten, aber im Grunde geht es in London um junge Talente und junge Mode und für viele ist London der Studienort und nach dem ‘Abschluss’ geht es oft nach New York, Paris oder Mailand. Hier in London werden genau die Trends entwickelt die dann in der folgenden Saison bei Topshop und H&M auftauchen.

Wie bindet Catwalk Queen die London Fashion Week als Event in die PR Arbeit ein?

Das ist schnell gesagt: wir nehmen an der London Fashion Week teil, schauen uns die Shows an und berichten dann im Blog darüber.

Früher (Ich nehme seit 2005 an der Fashion Week teil) waren wir beim Content auf die Shows angewiesen zu denen wir eingeladen waren. Später, als man anfing Blogger ernstzunehmen, ging es plötzlich darum, wieviel man in diesen vier oder fünf Tagen erreichen kann; wie viele Reporte man veröffentlicht, auf welchen ‚Street Style‘ man wohl stösst und an wie vielen Parties man teilnehmen kann. Ich glaube, dass die meisten Blogger 15-20 Stunden während der London Fashion Week arbeiten.

Durch LFW Live-Streaming sowie Websiten wie der Vogue werden Bilder bis fast in Echtzeit zur Verfuegung gestellt; jeder hat sofortigen Zugriff und so liegt nun der Schwerpunkt eher darauf eine einzigartige Perspektive zu präsentieren, die den Leser auch anspricht. Viele mögen ‘Street Style’, aber es gibt eine Unmenge Fotografen die Fotos von den gleichen 50 oder so Personen schiessen und das finde ich heute wesentlich weniger wichtig als noch vor einigen Jahren. Ich konzentriere mich eher darauf Zugang zum Backstage zu bekommen, einen exklusiven Zugang zu den Designern zu haben, ausführliche Berichte über für meine Leser interessante Designer zu verfassen sowie Shopping-Empfehlungen für Leute zu schreiben die nichts mit der Fashionindustrie zu tun haben.

Beim ‘Cision Frontline Frühstück’ in London im April diesen Jahres sprachen Sie über Ihre Teilnahme an der Fashion Week und den Zugriff auf relevanten online Content nach einem Event. Wie funktioniert das in der Praxis?

Viele meiner Kollegen versuchen alles selbst zu erledigen. Es gibt aber bereits sehr viel Content wenn es um das Thema Mode geht und manchmal denke ich, es ist besser, mit dem, was schon verfügbar ist zu arbeiten. Ich weiss es zu schätzen, dass eine Menge Leute es vorziehen alles selbst zu machen; ich hingegen nutze jede Ressource die mir zur Verfügung steht. Ich bin kein guter Fotograf und kann hochwertige Videos nicht ohne Hilfe produzieren. Für mich ist es das Wichtigste meine Berichterstattung sehr persönlich zu gestalten.  Ich benutze Bilder von Getty und Videos von Anbietern wie Rightster, also nicht exklusive Inhalte. Also ist es wichtig, dass der begleitende Inhalt einzigartig ist.

Ich habe einige ziemlich trockene Show Berichte in der Vergangenheit trotz des großen Zeitdrucks geschrieben. Mein Ziel in dieser Saison ist es, selektiver zu sein und mir mehr Zeit zu nehmen. Eine Sache, die ich in den letzten fünf oder sechs Jahren gelernt habe, ist die Tatsache, dass man einfach nicht alles machen kann! Es ist besser, ein oder zwei Shows pro Tag abzudecken und dies gut zu machen, als es nur zu versuchen und zu viel dafür zu tun und am Ende doch nur mittelmässige Ergebniss abzuliefern.

Welche Bedeutung haben Blogger für die London Fashion Week?

Bloggers haben die Fashion Week für Menschen eröffnet, die vielleicht keine Hochglanzmagazine oder die Webseiten grosser Unternehmen lesen. Ich finde es brillant, dass es so viele Meinungen zu jeder Show und Präsentationen gibt. Neue Blogger haben insbesondere eine Begeisterungfähigkeit, die wirklich ansteckend ist. Es ist schön, eine Mischung aus der traditionellen Presse, der Online-Bevölkerung und Blogger auf Ausstellungen zu sehen.

Aber es gibt es eine viele Blogger und nur eine bestimmte Anzahl von Plätzen in jeder Show und so gibt es einiges an Bitterkeit,  innerhalb der Blogging-Community als auch außerhalb. Wenn ich ein ‘Nein’ zu meiner Ticket Anfrage bekomme, respektiere ich das. Ich denke, es liegt an den Designern und ihren PR-Teams zu entscheiden, welcher Blogger eine Einladung verdient. Es ist sehr schwierig alle glücklich zu machen und man muss lernen, es nicht persönlich zu nehmen.

Wie passt PR als Konzept in die London Fashion Week?

Natürlich hält PR als Funktion den goldenen Schlüssel zu den Shows in der Hand und es ist ihre  Basisaufgabe die Vision des Designers passend und angemessen zu transportieren. Der beste Ansatz hier ist es alle erforderlichen Informationen zügig und kompetent bereitzustellen.

Und hier finde ich dass die internationalen PR-Teams oft viel schneller bei der Sache sind. Während der New York Fashion Week bekommen wir  E-Mails mit Shownotizen und einem Link zu einer Dropbox mit Ausschnitten einer stundenlangen Laufsteg-Show. Dies ist eine große Hilfe, weil wir nicht über einen betriebseigenen Fotografen verfügen. Es spart Zeit und Geld und  garantiert eine Galerie-Funktion der Catwalk Queen. In London ist es harte Arbeit solche besonderen Bilder  zu bekommen.

Ich schätze PR-Teams, die sich diejenigen Leute die  keine Show Tickets  erhalten haben, merken und dann nach der Show  Bilder, Videos und weitere infos sofort zuschicken.

Eine kleine Bemerkung für PRs, die keine Fashion Week Designer vertreten – kontaktieren Sie mich bitte während der Fashion Week nicht. Warten Sie bitte diese 4 oder 5 Tage und schicken Sie mir dann eine Mail.

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Weitere Informationen über Gemma Cartwright und Catwalk Queen, zusammen mit Tausenden von anderen branchenrelevanten Fashion Influencern, Blogs und  und Webseiten können Sie in der CisionPoint Mediendatenbank finden.