Nahtlos(!) “den Spagat zwischen Kunst, Kommerz und Selbstverwirklichung meistern”

In dieser Woche unterhalten wir uns im Fashion Chat mit Matthias Hinz und Siems Luckwaldt vom populären Blogzine Nahtlos! – Wir haben mit den Herren über Ihre Leidenschaft für Mode gesprochen und warum sie Nahtlos! weniger als Fashion Blog und mehr als Magazin sehen.

Warum habt Ihr mit dem Fashion Bloggen begonnen?

Zum einen aus Neugier und zum anderen weil wir über Lifestyle-Themen schreiben wollten, ohne dabei an Zeichenzahlen, Spaltenbreiten und Click-Through-Raten denken zu müssen. Einfach mal frei sein und endlos Platz haben für Gespräche mit kreativen Menschen. Von Mode über Beauty bis hin zu Design und Kunst.

Ihr seid ein Blogzine und gleichzeitig auch ein Podcast – erzählt uns bitte mehr darüber!

Für uns ist Nahtlos! eher ein Magazin als ein (Mode-)Blog – wir sind weniger an den schnellen News, Tages-Outfits und dergleichen interessiert. Für uns stehen Interviews mit Machern im Fokus, außerdem das Fashion Business. Denn am Ende des Tages müssen Laufsteg-Spektakel, Goodie Bags und After-Show Partys natürlich bezahlt werden. Wie unterschiedlichste Charaktere diesen ewigen Spagat zwischen Kunst, Kommerz und Selbstverwirklichung meistern, das finden wir spannend. Und – ganz ehrlich – um einen Designer oder Fotografen wirklich ein Stück weit kennenzulernen, dafür gibt es kein besseres Format als das Radio. In unserem Fall ein Podcast auf iTunes bzw. nahtlosblog.de/PODCAST. Jemanden wie Marcel Ostertag oder Marianne Faithfull im Originalton hören zu können – das ist unser Geschenk an eine wachsende Zahl von Zuhörern.

Welche ist für euch die bedeutendste Fashion Week/Show?

Wir sind seit der ersten Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin dabei, lange ehe es Nahtlos! gab. Wir freuen uns riesig über die tolle Entwicklung dieses Events und seiner vielen kleinen Satelliten-Veranstaltungen und Messen. Ein klein wenig Patriotismus darf absolut sein, das ist im Ausland ganz selbstverständlich. Und wann immer es sich einrichten lässt und redaktionell Sinn macht, schauen wir über den Tellerrand. Ob in Mailand, London oder auch mal Barcelona. Zu viel Routine langweilt uns.

Was inspiriert Euch?

Fast alles. Und zwar on- wie offline. Von News auf der Women’s Wear Daily bis zum Schaufenster im Münchener Westend, von Artikeln in „Wallpaper”, bis hin zur Vernissage in einer Galerie für Fotografie. Und selbst in den seltsamsten Status-Updates von Facebook-Freunden steckt manchmal echtes (Themen-)Gold. Andere Blogs in unserem Genre lesen wir nur sporadisch, das hilft wunderbar gegen Scheuklappen und die berüchtigte „fashion blogger bubble”.

Welchen Einfluss hat(te) Eurer Meinung nach Social Media auf die Fashion-PR/Kommunikation?

Soziale Medien und Portale wie Blogs, Facebook, Tumblr oder Pinterest haben Lesern, Konsumenten und Fans einen direkten Draht zu ihren liebsten Marken, Designern, Shops und Künstlern ermöglicht. Das hat alles verändert. Doch nach dem anfänglichen Hype ist es die Hauptaufgabe aller Akteure – Marken, Medien/Blogger, PR – das „Mehr” an Kanälen auch mit einem „Mehr” an Qualität und schließlich einem „Plus” auf dem Konto zu verbinden. Und genau das umzusetzen ist eben gar nicht so leicht (das sehen selbst wir jeden Tag). Vor allem bei direktem Echtzeit-Feedback der User.

Wo geht ihr am liebsten shoppen?

Wir haben in den letzten Monaten mehr und mehr Abschied von der sogenannten “fast fashion” genommen und kombinieren lieber das was da ist, statt ständig auf die Jagd nach dem “next best thing” zu gehen. Voll ist bei Kleiderschränken einfach voll. Und in knapp 10 Jahren bei einem Luxusmagazin habe ich (Siems) ganz gut gelernt, dass man vieles schön finden, aber längst nicht alles haben muss – und kann. Weniger Hysterie, mehr Hingabe. Klingt in unseren Ohren irgendwie nach einem guten Zukunftsmotto für die Blogosphäre.

Welche Tipps habt Ihr für PR-Profis, die mit Euch in Kontakt treten wollen?

Schon oft erwähnt (auch hier im Blog), doch weiterhin ein großes Manko: Höchstens 50 Prozent (und das ist optimistisch) der Agenturen und potenziellen Werbekunden haben mehr als nur unsere Homepage besucht. Das führt zu ziellosen Anfragen, die sich beide Seiten hätten sparen können, und falschen Vorstellungen bei Themen und Tonalität. Erst lesen, dann mailen. Dankeschön.

Was ärgert euch an PR?

Ärgern ist ein starkes Wort. Wie wir auch machen PR-Agenturen einfach ihren Job. Manchmal lässt sich gemeinsam ein Projekt verwirklichen, das für unsere Leser, uns und den jeweiligen Markenkunden ein „win-win” ergibt – und manchmal eben nicht. Wichtig ist uns vor allem Kreativität, Professionalität und Vertrauen. Was leider kaum funktioniert: PR- und Marken-Verantwortliche posten und verlinken Beiträge leider nur selten so „großflächig”, wie es kinderleicht möglich und wünschenswert wäre. Wer unserem Publikum von sich erzählen will, der sollte bitte auch seiner Audience von Nahtlos! berichten. Ist doch eigentlich nicht zu viel verlangt, oder?!

Wir bedanken uns herzlich bei den Herren Matthias Hinz und Siems Luckwaldt für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg mit Nahtlos!

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