Pinterests Potential für die PR – Ein Interview mit Marketing-Autorin Jennifer Cario

Pinterests Potential für die PR - Ein Interview mit Marketing-Autorin Jennifer Cario

Viele PR-Fachleute konzentrieren ihre Social Media-Kommunikation auf Facebook, Twitter und LinkedIn. Sind das aber wirklich immer die richtigen Netzwerke, um Ihre Kommunikations- und Geschäftsziele zu erreichen?

Rich Media-Netzwerke wie YouTube, Instagram und Pinterest haben viel Potential für Marken, wobei Pinterest wahrscheinlich die stärkste Rolle zukommt.

Wir haben uns mit Jennifer Cario, der Autorin von “Pinterest Marketing: An Hour a Day” darüber unterhalten, warum Pinterest so beliebt ist und wie PR-Profis sich diese Beliebtheit zunutze machen können.

Letztes Jahr stieg die Anzahl der geteilten Pins auf Pinterest um 15%. Warum ist das Netzwerk so beliebt geworden?

Pinterests Potential für die PR - Ein Interview mit Marketing-Autorin Jennifer Cario

Bild aus einer Infographik von AddThis.

Zwei zentrale Aspekte spielen bei Pinterests Wachstum eine Rolle. Ich glaube, die Tatsache, dass Pinterest sich so leicht anschauen und verdauen lässt und dass es so einfach ist, Entscheidungen zu den dort gezeigten Bildern zu treffen, hat hier besonderes Gewicht. Denken Sie einmal an eine Google-Suche. Die Ergebnisse sind sehr textlastig. Das heißt, dass Sie lesen, klicken und dann die gewählte Seite überfliegen müssen, um zu entscheiden, ob Sie dort bleiben oder zum nächsten Ergebnis übergehen wollen.

Bei Pinterest lässt man das Auge über eine Reihe von Bildern schweifen, dank derer man schnell und einfach entscheiden kann, ob man den verlinkten Inhalt wohl mögen wird oder nicht. Das ist eine ganz andere Art, Inhalte zu entdecken, als durch klassische Online-Suchen.

Was auch eine Rolle spielt ist das Konzept, dass man Neues entdeckt. Im Verlauf der letzten zehn Jahre haben wir uns daran gewöhnt, dass wir für fast alles mithilfe einiger weniger Tastenanschläge eine Lösung oder eine Idee finden können. Pinterest weitet diese Idee auf etwas noch Stärkeres aus. Es stellt uns eine Plattform zur Verfügung, wo wir nicht nur Antworten auf Fragen finden, sondern auch nach Inspiration für verschiedene Bereiche suchen. Ich glaube, dass die Leute für diese Möglichkeit sehr offen sind.

Auch wenn wir uns manchmal Auslagen bei IKEA oder anderen Möbelhäusern anschauen, um Inspiration und frische Ideen für unser Zuhause zu finden, oder im Wartezimmer Modemagazine durchblättern, um neue Möglichkeiten zu entdecken, wie man einen Schal drapieren könnte, so suchen die meisten von uns doch nicht aktiv nach solchen Gelegenheiten.

Durch Pinterest können wir uns Inspiration holen, wann immer wir wollen. Wir können Dutzende von Ideen innerhalb von fünf Minuten beim morgendlichen Kaffee finden, bewerten und speichern oder die zehn Minuten Schlangestehen bei der Post dazu nutzen.

Da Pinterest auf Bildern basiert, sollten Unternehmen es nur für bestimmte Ziele nutzen, z. B. für mehr Sichtbarkeit aber nicht um Krisen abzuwenden? Welche Art von Botschaft funktioniert am besten?

Pinterest ist ein tolles Mittel, um gefunden zu werden, aber es funktioniert auch gut, um die Leute mehr an eine Marke zu binden. Da Pins auf Pinterest sich so schnell überfliegen und teilen lassen, sind sie geradezu prädestiniert, geteilt zu werden. Tatsächlich sind weit mehr als 80% des Contents auf Pinterest “repinnt”, also Inhalte, die einmal auf einer Webseite gefunden und danach von anderen Nutzern weitergeteilt wurden. Es wird viel mehr geteilt als neu hinzugefügt. Für Marken, die mehr Sichtbarkeit suchen, bietet Pinterest eine großartige Chance.

Aber auch in Sachen Markenloyalität und Conversions bietet Pinterest viele Möglichkeiten. Ich habe schon viele Marken erlebt, die sehr erfolgreich gezeigt haben, wie Verbraucher ihre Produkte nutzen, was wiederum zu höheren Verkaufszahlen geführt hat. Wenn Sie der Welt zeigen, wie man diesen Schal auf 27 verschiedene Arten drapieren kann oder wie viele Hundert Rezepte Ihr Food-Produkt nutzen oder auch wie man ein Gerät auf kreative Weise verwendet, führt das auch potentiell zu mehr Käufern.

“Showcasing” bzw. die Nutzung Ihres Produktes zu präsentieren ist eine der stärksten Messages, die Ihre Marke auf Pinterest übermitteln kann.

Haben Sie Tipps, welche Art von Content am besten auf Pinterest funktioniert?

Content, der zeigt, WIE man etwas verwendet, scheint am besten zu funktionieren. Denken Sie mal an Schaufensterauslagen und Produktdemos und feuern Sie das gehörig mit Interaktionsmöglichkeiten an. So etwas findet man auf Pinterest.

Wenn Sie zum Beispiel Prinzessinnen-Partydeko verkaufen, ist Pinterest Ihre Chance, um alle Content Marketing-Strategien, die sonst für Blogs genutzt werden, zu vervielfachen. Eine Marke kann ein ganzes Pinterest-Board darauf verwenden, Dutzende oder sogar Hunderte von Ideen für “Prinzessinnen-Party-Ideen” zu sammeln, aber auf einem Blog kann man nur eine Handvoll davon vorstellen, auf Facebook vielleicht gerade mal eine. Auf Pinterest darf man nicht nur ein einzelnes Thema tiefgehend behandeln, sondern es wird geradezu erwartet.

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Pinterest bietet viele Möglichkeiten, nutzergenerierten Content zu präsentieren. Welche Best Practices gibt es dazu?

Nutzergenerierter Content kann auf Pinterest ganz ähnlich genutzt werden wie auch auf anderen Kanälen wie Facebook, Twitter, Instagram, usw. Aus Pinterest-Content lassen sich ganz einfach Wettbewerbe, Collagen usw. zusammenstellen, mir gefällt es aber, wenn Unternehmen dabei noch einen Schritt weiter gehen.

Pinterests Potential für die PR - Ein Interview mit Marketing-Autorin Jennifer Cario

Bilder vom Starbucks White Cup Contest.

Eine der wichtigsten Möglichkeiten, wie wir Pinterest für nutzergenerierten Content einsetzen, ist, die Inhalte als Inspiration für neue Content Marketing-Programme zu nutzen. Wir schauen uns die Inhalte an und suchen so nach Ideen, nach neuen Wegen, Content zu präsentieren. Oder wir schauen uns die Titel verschiedener  Pinterest-Boards an, um herauszufinden, wie Andere unseren Content übernommen haben und für welche Zwecke er genutzt wird.

Pinterest nutzt jetzt auch Promoted Pins, um Werbeumsätze zu generieren. Ist das für PR-Profis eher eine Chance oder ein Risiko? Wird Pinterest sich der verschwindend geringen organischen Reichweite von Facebook annähern?

Ich glaube, in Pinterest-Werbung steckt eine Menge Potential, vor allem weil man für Klicks zahlt und nicht für Impressions. Das bedeutet, dass man mit vorsichtigen Geboten und durchdachter Bildwahl eine Menge Sichtbarkeit gewinnen kann, ohne viel dafür zu zahlen.

Die Fallstudien und Statistiken zu Pinterest-Werbung sehen bis jetzt gut aus. Ich glaube, dass die organische Reichweite bei jedem Netzwerk sinkt, sobald Werbung eingeführt wird, aber ich bin nicht überzeugt, dass das schlecht ist. Es ist einfach Teil der Entwicklung eines Angebots und fordert uns auf, neue und kreative Wege zu finden, um unsere Zielgruppen besser zu bedienen.

Welche Tipps haben Sie für PRler, die Promoted Pins nutzen wollen?

Promoted Pins sind eine großartiger Methode, um besondere Inhalte zu präsentieren, die für Sucher im Netz besonders attraktiv sind. Wir wissen ja, dass Suchanfragen eine der größten Quellen für Impressions von Promoted Pins sind und dass man die Anzeige von Pins auf besondere Suchbegriffe festlegen kann. Daher ist es gut, sich zu fragen, wonach Nutzer suchen und was sie erwarten, wenn sie bestimmte Suchbegriffe eingeben. Die Absicht der Nutzer zu verstehen spielt eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung, welcher Content in Form eines Promoted Pin erscheinen sollte.

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Bild: mkhmarketing (Creative Commons)