PRspektive mit Stephen Waddington (Ketchum): Professionalisierung der PR als Schlüssel zur Vorstandsetage

 

Stephen Waddington ist Digital und Social Media Director bei Ketchum Public Relations und berät Kunden in ganz Europa. Zudem ist er der amtierende Vorsitzende des Chartered Institute of Public Relations (CIPR) – der Vereinigung für PR-Praktiker in Großbritannien – gilt als Modernisierer der PR-Industrie und ist zertifizierter PR-Fachmann.

Waddingtons langjährige Erfahrung und weitreichende Expertise in der PR-Branche spiegeln sich unter anderem in seinem Blog “Two-Way Street” und in den von ihm mitverfassten Büchern wider, darunter “#BrandVandals” und “Brand Anarchy“.

Heute präsentiert Cision den ersten von zwei Teilen unseres Interviews mit Herrn Waddington, in dem er die Veränderungen aufzeigt, die der CIPR bevorstehen, und erklärt, warum eine Zertifizierung für PR-Leute der Schlüssel zur Vorstandsetage sein kann.
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Wie vereinbaren Sie Ihre Arbeit beim CIPR und bei Ketchum?

Das Zeitmanagement erfordert viel Disziplin und die Unterstützung effektiv arbeitender Teams sowohl bei CIPR als auch bei Ketchum. Zu meinen Aufgaben bei Ketchum gehört auch das Hin- und Herreisen zwischen meiner Heimat in Northumberland, unseren europäischen Niederlassungen und der Hauptgeschäftsstelle in New York. Ich bin bereit, zu arbeiten, wo immer ich mich auch gerade aufhalte.

Die Herausforderungen, vor denen das CIPR als Verband steht, sind die gleichen, denen sich auch die PR-Industrie als Ganzes derzeit stellen muss. Es sind dieselben Schwierigkeiten rund um Medienfragmentierung und einen zunehmend wechselseitigen Dialog, mit denen auch unsere Kunden bei Ketchum täglich konfrontiert werden.

Welche Pläne hat das CIPR für 2014?

Es ist sehr wichtig, dass das CIPR nicht nur für Mitglieder, sondern auch für die PR-Branche im Allgemeinen relevant bleibt. Das fängt damit an, dass die Value Proposition unserer Industrie in direkter Abhängigkeit zum Grad der Professionalisierung steht. Wir bauen die Organisation derzeit zu einem wirklich mitgliedergetriebenen Netzwerk um – auch mit einem Fokus auf soziale Medien. Das CIPR agiert landesweit und muss auch die Interessen von Mitgliedern vertreten, die nicht in London sitzen. Daher müssen wir mehr in das CIPR-Netzwerk investieren und nicht nur in die Zentrale. Es gibt viel zu tun, aber wir haben sicherlich einen guten Start hingelegt.

Erzählen Sie uns bitte von Ihrem Blog Two-Way Street!

Ich habe den Blog vor 18 Monaten begonnen, noch bevor ich zu Ketchum kam. Vorher hatte ich immer nur für Unternehmen gebloggt. Dass Kommunikation immer schneller wird, betrifft jeden in der PR-Branche. Es sind die dadurch entstehenden Chancen und Risiken, die ich in meinem Blog an- und bespreche.

Im Verlauf des letzten Jahres habe ich meine Position als Vorsitzender von CIPR dazu genutzt, mein eigenes Netzwerk weiter auszubauen und dadurch viele neue Leser gewonnen. Ich blogge, um zu lernen und um mein berufliches Netzwerk aufzubauen. Generell sind Blogs und natürlich Twitter eine effektive Kombination in der Interaktion mit dem Markt, eignen sich aber auch sehr gut zum Aufbau einer eigenen Reputation. Es ist dem Bloggen zu verdanken, dass Steve Earl und ich einen Deal mit Bloomsbury für unsere beiden Bücher “Brand Anarchy” und “#BrandVandals” an Land zogen. Zahlenmäßig war der Dezember eher flau; im Januar hatte mein Blog dann aber mehr als 5.000 Unique Visitors.

Was erwarten die Menschen von einem Blog über PR?

Es ist schon komisch mit einem PR-Blog; egal worüber man schreibt oder wie umstritten ein Thema auch sein mag, die populärsten Inhalte drehen sich immer um Grundlagenthemen der Kommunikation(-stheorie). Der bisher beliebteste Beitrag auf Two-Way Street war ein Artikel, der auf einer Kommunikationstheorie aus den 1980ern basiert. Zu meinen Lesern gehören viele Studenten, die entweder gerade an einem Paper schreiben oder eine Stelle suchen, genauso wie PR-Leute, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen und die sich von meinem Blog Tipps und Tricks erhoffen.

Denken Sie, dass PR-Praktiker eine Zertifizierung benötigen?

Als PR-Profis wollen wir ernst genommen werden und zur Führungsebene gehören. Aber wenn man sich die Vorstandsmitglieder ansieht, neben denen wir gerne sitzen würden, dann wird man feststellen, dass diese nicht nur alle beruflichen Qualifikationen besitzen, sondern in vielen Fällen eben auch zertifziert sind. In der PR verfügen viele über die notwendigen Fähigkeiten zum Erfolg, scheuen sich aber oftmals davor, sich einem strengeren Regelwerk zu verpflichten.

Als Vorsitzender von CIPR werde ich die nächsten 12 Monate gemeinsam mit dem Geschäftsführer und dem Vorstand unsere Führungsstrategie überprüfen und sicherstellen, dass wir mit den richtigen Prozessen arbeiten. Ich lege besonderen Wert auf Professionalität, denn ich überzeugt davon, dass wir nur dann ernst genommen werden, wenn wir uns professionell positionieren. Und das ist typisch für die PR-Branche: es gibt wenige Eintrittsschranken, aber dafür ist es für den Berufsstand umso schwerer, sich einen Platz im Vorstand zu sichern.

Den zweiten Teil unseres Gesprächs mit Herrn Waddington finden Sie hier.
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