Inwiefern wird „der schwerste Notfall der modernen Zeit“ von den Medien verfolgt?

Ebola hat die Agenda der Medien rund um die Welt in den letzten Monaten geprägt, was nicht zuletzt an der hohen Anzahl von Nachrichten erkannt werden kann. So hat das Monitoring-System von Cision seit Anfang Mai ganze 1.578.210 Verweise auf das Ebola-Virus in Online-Nachrichten in 190 Ländern erfasst. In welchen Ländern und Regionen der Welt wird seitens der Medien dem „Ebola“-Leid mehr redaktionelle Bedeutung zugeschrieben?

Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, hat in einer kürzlich erschienenen Bekanntmachung vor dem gewarnt, was sie als „der schwerste Notfall der modernen Zeit“ bezeichnete – vor allem in den ärmsten Ländern in Westafrika, die ein zerbrechliches soziales und politisches System haben – und betont, dass „die Panik sich schneller als das Virus ausbreitet“.

Ausgehend von der erhaltenen Gesamtzahl der Verweise auf Ebola pro Land, abhängig von der Gesamtzahl der überwachten Nachrichten in jedem Land, hat Cision eine Computergrafik hergestellt, die es ermöglicht, die Länder und Regionen in der Welt hervorzuheben, in denen das Virus eine größere Relevanz aus redaktioneller Sicht hat:

Mit dieser globalen Übersicht betrachten wir sowohl die Anzahl der Artikel, die in den einzelnen Ländern Bezug auf das Virus nehmen, als auch die Auswirkung dieser Anzahl auf die Gesamtzahl der Artikel, die in den Ländern im gleichen Zeitraum veröffentlicht wurden. Dadurch wird die prozentuale redaktionelle Bedeutung von Ebola angezeigt.

Allein wegen des geographischen Fokus der Epidemie ist es wenig überraschend, dass die Online-Medien in Afrika am häufigsten Bezug auf Ebola nahmen. In einer Gesamtzahl von 6.576.543 Artikel bezogen sich 55.461 auf das Virus. Das bedeutet, 0,84% der Nachrichten – etwa 1% der insgesamt erzeugten Nachrichten – handelten von diesem Thema.

Es ist beachtenswert, dass von den 30 Ländern, die das Ebola-Virus in den globalen Online-Medien hervorgehoben haben, 25 afrikanisch sind. Länder wie Liberia und Sierra Leone, die von dieser humanitären Tragödie schwer betroffen sind, weisen signifikante Prozentsätze – zwischen 25 und 30% – von Ebola als redaktionellem Schwerpunkt auf.

Amerika ist der zweite Kontinent, der, aus redaktioneller Sicht betrachtet, mehr Bezug auf Ebola (0,82%) nahm. Doch trotz einer Vielzahl von Nachrichten über das Virus – 779.390 Artikel – hat diese Anzahl, wenn man sie in der Gesamtmenge betrachtet – 94.574.316 Artikel im analysierten Zeitraum –, keinen großen Einfluss.

Es folgen Europa (0,60%), Ozeanien (0,37%) und schließlich Asien, mit einem weniger bedeutenden Ergebnis (0,19%). Auf dem asiatischen Kontinent bildet Timor-Leste die Ausnahme. Hier wurden 3,14% aller Online-Nachrichten dem Thema Ebola gewidmet.

Von den 190 Ländern, die Nachrichten über Ebola veröffentlicht haben, ist Deutschland auf Platz 84. Das Land gab dem Virus mit 151.774 in Online-Medien veröffentlichten Artikeln eine redaktionelle Relevanz von 0,69%.

Von allen in den globalen Online-Medien erzeugten Informationen während der analysierten Periode bezogen sich 0,37% der Artikel auf dieses humanitäre, soziale und wirtschaftliche Leid. 1.578.210 Verweise auf das Ebola-Virus erschienen in 255.679.068 Artikeln.

Diese Studie bezieht sich auf den Zeitraum zwischen dem 1. Mai 2014 und dem 15. Oktober 2014. Insgesamt wurden 1.578.210 Referenzen auf das Ebola-Virus in 255.679.000 Artikel ausfindig gemacht.

Die interaktive Computergraphik finden Sie auch unter http://wise.cision.com/ebola/.

About Falk Rehkopf

Ehem. Geschäftsführer Cision Germany GmbH