“Solange PR-Kooperationen authentisch sind, sehe ich darin keine Probleme” – Interview mit Bloggerin Nina Massek (Frau Mutter)

"Solange Kooperationen authentisch sind, sehe ich darin keine Probleme" - Blogger-Interview mit Frau Mutter

Nach unserem Gespräch mit Dr. Christine Finke von Mama arbeitet präsentieren wir auch in dieser Woche eine der Top-Bloggerinnen zum Thema “Mütter”. Im zweiten Interview unserer Serie sprechen wir mit Frau Nina Massek vom Blog Frau Mutter, der in unserem Ranking der Top 10 Mütterblogs in Deutschland den zweiten Platz belegte. Die in Berlin wohnende Mutter und Autorin betreibt seit mehreren Jahren ihren Blog. Zu lesen sind humoristische Alltagsgeschichten, Satire rund um das Thema Familie sowie Produktvorstellungen und Gewinnspiele. Im Interview erklärt Frau Massek, welche Kooperationen für ihren Blog sinnvoll sind, warum E-Mails manchmal gleich im Papierkorb landen und welche Erfahrungen sie bereits mit Unternehmen gemacht hat.

Warum sollten wir Ihr Blog lesen?

"Solange Kooperationen authentisch sind, sehe ich darin keine Probleme" - Blogger-Interview mit Frau Mutter

Foto: Nina Massek / Anne Kreuz Fotografie

Mein Blog ist zunächst ein ganz klassischer Mutter-Blog. Hier schreibe ich über den Alltag mit meiner Familie. Das Besondere dabei ist, dass ich dies immer mit einer Portion Humor tue und nicht alles zu ernst nehme. Gerade diese Geschichten sind es, mit denen sich meine Leser stark identifizieren. Die Zielgruppe meines Blogs liegt bei Müttern und Vätern im Alter von 30 bis 40 Jahren. Außerdem gibt es auf meinem Blog Produkttests und regelmäßig Gewinnspiele. Ich möchte meinen Lesern eine qualitativ hochwertige Plattform bieten. Im Mittelpunkt steht immer der Leser und mein Blog soll zu keiner Plattform für reine Produkttests werden.

Welche Neuerungen haben Sie kürzlich im Blog eingeführt?

Inhaltlich habe ich das sogenannte Montags-Interview eingeführt. In diesem spreche ich mit einem, wenn möglich bloggenden, Vater oder Mutter zum Thema Schönheit. Die Einführung hat sich gelohnt, denn die Interviews erfreuen sich großer Beliebtheit bei meinen Lesern.

Wie messen Sie den Erfolg Ihres Blogs?

Bei der Messung des Erfolges konzentriere ich mich im Wesentlichen auf zwei Faktoren. Zum einem nutze ich Google Analytics, um bestimmte Zahlen und Werte beobachten zu können. Zum anderen ist für mich die „Leser-Blog-Bindung“ ein ganz wichtiger Aspekt. Hier schaue ich, wie viele Kommentare oder Gespräche sich aus einzelnen Blogposts oder Facebook-Posts ergeben.

Wie nutzen Sie soziale Medien?

Soziale Medien nutze ich regelmäßig. Dabei konzentriere ich mich vorwiegend auf Twitter, Facebook und Instagram. Google+ benutze ich auch, allerdings spielt das eine untergeordnete Rolle.

Was sind Ihre Lieblingsblogs?

Gegenwärtig schaue ich mich quasi auf der anderen Seite um und zwar bei den Väter-Blogs. Hier finde ich die Auftritte von Ich bin dein Vater, Familienbetrieb und Wedding Berg sehr gelungen und vor allem witzig. Außerdem eröffnen diese Blogs mir eine neue und wichtige Perspektive.

Auf welches Erfolgserlebnis mit Ihrem Blog sind Sie besonders stolz?

Durch meinen Blog bin ich schließlich zu meiner Autorentätigkeit gekommen. Im November erscheint mein erstes, eigenes Buch mit dem Titel „Eine Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs“.

Nutzen Sie Ihren Blog für Kooperationen?

Auf meinem Blog gibt es mehrere Arten von Möglichkeiten zur Kooperation. Dazu zählen sowohl Gewinnspiele als auch Produkttests. Außerdem können bei mir Sponsored Posts erscheinen und ich stelle Dienstleistungen vor. Das wichtigste ist, dass die getesteten Produkte zu meinem Blog passen. Dazu zählen hauptsächlich Artikel für Familien und Kinder wie beispielsweise Kindermode oder Kinderwagen. Meine erste Anfrage zu einer Zusammenarbeit hatte ich bereits 3 Wochen nach dem Start des Blogs. In den vergangen 1 bis 2 Jahren ist das Interesse von Firmen nochmal deutlich gestiegen und das Blog wurde zu meinem 2. beruflichen Standbein.

Welche Best-Practice-Tipps haben Sie für PR-Profis, die mit einem Blogger zusammenarbeiten möchten?

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Anrede beim erstmaligen Kontakt. Ein Unternehmen, das eine falsche Anrede verwendet, ist in meinen Augen nicht seriös. Solche Emails erhalte ich mindestens einmal pro Tag und diese landen sofort im Papierkorb. Außerdem sollten die Anschreiben für die jeweilige Zielgruppe relevant sein und professionell geschrieben sein. Ein weiterer Punkt ist die pünktliche Bezahlung. Es ist schließlich ein Business.

Welche Empfehlungen haben Sie für Blogger?

Blogger sollten immer respektvoll und offen kommunizieren. Die Nennung eines zeitlichen Rahmens ist sinnvoll und die gesetzten Deadlines sollten am Ende eingehalten werden. Ich nutze dafür eigens einen Redaktionsplan.

Gibt es Ihrer Meinung nach noch ehrliche Produktbewertungen?

Ja, das ist möglich. Das Entscheidende dabei ist, dass der Blogger immer authentisch bleibt und relevante Produkte für seinen Blog testet. Vor jedem möglichen Produkttest stelle ich mir die Frage: Passt das wirklich zu meinem Blog? Ich würde beispielsweise gerne Schuhe von Louboutin für meinen Blog bewerten. Das wäre aber nicht authentisch und würde leider auch gar nicht passen (lacht). Am Ende entscheidet das eigene Gewissen und wie ehrlich jeder Blogger sein möchte.

Gibt es einen Konflikt zwischen traditionellen Medien und neuen Medien wie Blogs?

Ich denke, auch die traditionellen Printmedien haben mittlerweile verstanden, dass Blogger eine feste Größe geworden sind. Blogs sind aus der der Meinungsbildung nicht mehr wegzudenken. Viele Printmedien wie beispielsweise „Brigitte MOM“ und auch „DER TAGESSPIEGEL“ kooperieren mit uns Bloggern. Blogs bedienen eine bestimmte Nische und damit kann gezielt eine spezielle Zielgruppe erreicht werden.

Welche Trends gibt es gerade in der Mamablogosphäre?

Ein genauer Trend lässt sich eigentlich nicht feststellen. Dafür gibt es hin und wieder Auseinandersetzungen zum Thema Kooperationen zwischen den beiden Lagern. Einige Blogger sind nicht bereit, sich zu verkaufen. Für mich ist die Bezeichnung „Ausverkauf“ aber Quatsch. Solange die Zusammenarbeit authentisch ist, sehe ich darin keine Probleme.

Unter Reisebloggern gibt es Reisetreffs und –events (z. B. das Kölner Reiseblogger Treffen). Gibt es so etwas auch für Mamablogger?

Wir haben eine aktive Facebook-Gruppe, die wir zum professionellen Austausch nutzen. Außerdem trifft man sich ständig auf Firmenevents, was sehr schön ist.

Wir bedanken uns herzlich bei Frau Massek für das interessante Interview!

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