Berufliche Nutzung sozialer Medien: Deutsche vs. britische Journalisten

Die Cision ‘Social Journalism Studie 2012/13 – Global / Deutschland‘ hat 5 unterschiedliche Profile von Journalisten in Bezug auf die berufliche Nutzung von sozialen Medien im journalistischen Arbeitsalltag in den 8 Ländern der Studie identifiziert: Jäger, Promotoren, Beobachter, Architekten und Skeptiker.

Diese 5 Profile wurden anhand einer Clusteranalyse – ein Verfahren zur Entdeckung von Ähnlichkeitsstrukturen in Datenbeständen – identifiziert. Diese statistische Methodik hilft Gruppen von Journalisten basierend auf Ähnlichkeiten in der Einstellung, im Verhalten und der Nutzung von sozialen Medien zu formen.

Zwar sind alle Profile sind in allen 8 Ländern der Studie anzutreffen; es bestehen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen diesen 5 Basisprofilen selbst sowie in der nationalen Grössenverteilung der Gruppen:

  • In Grossbritannien bilden mit 35% aller Journalisten die Jäger die grösste Gruppe, gefolgt von Promotoren (25%) und den Beobachtern (19%). Das Schlusslicht bilden die Architekten mit 12% und die Skeptiker mit 10%.
  • Ein ganz anderes Bild ergibt sich in Deutschland wo mit 35% die Skeptiker die grösste Gruppe bilden, gefolgt von den Beobachtern (23%) und Architekten mit 21%. Das Schlusslicht bilden die Jäger mit 12% und die Promotoren mit 9%.

Deutschland vs Grossbritannien - Berufliche Nutzung von sozialen Medien durch Journalisten
Hier finden Sie die Definitionen der einzelnen Profile:

Die Architekten (DE: 21% versus UK: 12%): Architekten benutzen soziale Medien am häufigsten und gaben an, den besten Kenntnissstand über soziale Tools zu haben. Insgesamt stehen diese Journalisten sozialen Medien sehr positiv gegenüber und sind überzeugt, dass diese auch langfristig positive Auswirkungen auf den Berufsstand haben werden. Zudem glauben Architekten, dass soziale Medien eine optimierte Kommunikation und Beziehungen mit verschiedenen Zielgruppen ermöglichen und das Promoten der eigenen Arbeit vereinfachen. Architekten nutzen verschiedenste soziale Tools für eine Vielzahl von beruflichen Anwendungen. Sie spielen auch eine Schlüsselrolle, nicht nur als Urheber von originalen Inhalten und in der Interaktion mit Anderen auf sozialen Medien, sondern bilden zudem oft das Zentrum von Netzwerken.

Die Promotoren (DE: 9% versus UK: 25%): Promotoren benutzen soziale Medien genauso häufig wie Architekten, verbringen aber insgesamt weniger Zeit mit diesen. Promotoren schätzen ihren Kenntnisstand in bezug auf soziale Medien als ‘Gut’ ein. Promotoren haben auch generell eine positive Sicht bezüglich der langfristig erwarteten Auswirkungen der Nutzung von sozialen Medien auf den eigenen Berufsstand – gerade wenn es um eine verbesserte Kommunikation mit Zielgruppen geht, aber auch mit verschiedenen Individuen im jeweiligen Arbeitsumfeld. Promotoren nutzen eine breite Vielfalt an sozialen Medien – bevorzugen aber Blogs und Micro-Blogs (Twitter) -. und nutzen diese für verschiedenste berufliche Aufgaben. Hier gibt es jedoch einen klaren Fokus auf die Nutzung sozialer Medien für das Publizieren und Promoten der eigenen Arbeit.

Die Jäger (DE: 12% versus UK: 35%): Jäger liegen im Mittelfeld, wenn es um die Anzahl der täglich mit sozialen Medien verbrachten Stunden geht, aber auch wie häufig soziale Medien benutzt werden. Jäger bewerten ihren Kenntnisstand rund um soziale Medien auch als mittelmässig. Jäger haben eher positive Ansichten wenn es um die Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien auf den Berufsstand gent; aber wesentlich weniger positiv als Architekten oder Promotoren. Diese Gruppe an Journalisten nutzt soziale Medien für verschiedene berufliche Aufgaben, aber das Netzwerken und die Beschaffung von Informationen sind von zentraler Bedeutung für diese Gruppe. Jäger nutzen soziale Medien um ihr Netzwerk an beruflichen Verbindungen zu erweitern und um denen, die sie bereits ‘offline’ kennen, auch online zu folgen, zum Beispiel auf Microblogging Plattformen. So nutzen Jäger Twitter häufig, produzieren aber generell seltener Inhalte online, egal auf welcher Plattform.

Die Beobachter (DE: 23% versus UK: 19%): Diese Journalisten sind sehr interessiert an den Entwicklungen im Bereich der sozialen Medien und besuchen verschiedene dieser Sites mindestens wöchentlich. Online Beiträge – Posting oder Kommentare – werden jedoch selten produziert. So sind Beobachter nur ab und zu die Quelle von Inhalten auf sozialen Medien und nur gelegentlich werden Beiträge auf Blogs, Content Communities oder Crowsourcing-Seiten platziert. Beobachter nutzen nur einige wenige soziale Tools und diese auch weniger häufig im Vergleich zu Jägern, Promotoren und natürlich Architekten. Der Hauptzweck soziale Medien zu nutzen ist das Beschaffen von Information. Beobachter sind auch ambivalent, wenn es um die erwarteten langfristigen Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien auf den Berufsstand geht.

Skeptiker (DE: 35% versus UK: 10%): Diese Gruppe benutzen soziale Medien am wenigsten, publizieren selten oder niemals Content auf sozialen Medien und nutzen diese auch nicht um zu netzwerken. Sie schätzen ihr Wissen um soziale Medien als niedrig ein und die meisten Skeptiker benutzen nur ein oder zwei soziale Tools. In der Regel benutzt diese Gruppe an Journalisten soziale Medien nur für das Publizieren und Promoten der eigenen Arbeit, während das Netzwerken und andere Tätigkeiten keine Rolle spielen. Skeptiker haben eine negative Meinung, wenn es um die erwarteten langfristigen Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien auf den Berufsstand geht. Skeptiker bevorzugen Content Communities und Crowdsourcing Seiten.

Feedback bitte an: info.de@cision.com
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Hier finden Sie alle Infos, Daten, Kontakte & Links zu Cisions Social Journalism Studie.

“Social Journalism” – Das Projektteam

Falk Rehkopf – Geschäftsführer, Cision Germany GmbH
Dr Ágnes Gulyás – Leitende Dozentin, Fachbereich Medien, Canterbury Christ Church University
Kristine Pole – Hauptdozent Marketing, Fachbereich Medien, Canterbury Christ Church University