Teil 2 der Blogger-Interviewserie: Gibt es noch ehrliche Produktbewertungen?

Teil 2 der Blogger-Interviewserie: Gibt es noch ehrliche Produktbewertungen?

Die Popularität digitaler Medien und des E-Commerce haben Blogs und Blogger in das Zentrum des Interesses solcher Marketingleute katapultiert, die persönliche Empfehlungen und Produktbesprechungen von sogenannten Durchschnittsverbrauchern im Verkausprozess gewinnbringend einsetzen wollen. Marketer – ganz egal ob diese für produzierende Unternehmen, Einzelhändler oder Restaurants arbeiten – haben verstanden, dass Blogger zu den wesentlichen Influencern im Web gehören. Auch für Blogger ist das Geldverdienen im Netz sicherlich ein heißes Thema und so widmete SPIEGEL ONLINE dem Thema eine ganze Artikelreihe.

Aber was bedeutet diese Entwicklung für die Blogger selbst? Ist dadurch ihre Integrität gefährdet? Gehen sie sogar das Risiko ein, dass ihre Posts zu Advertorials und ihre Fotos zu Werbeplakaten werden? Cision nahm dies zum Anlass, eine Reihe von deutschen und internationalen Bloggern zum Thema zu befragen. Wir begannen unsere Serie mit der führenden englischen Beauty-Bloggerin Jane Cunningham (British Beauty Blogger) und sprechen heute mit Amber McNaught – der treibenden Kraft in einem Netzwerk aus Mode, Lifestyle und Beauty-Blogs wie zum Beispiel Forever Amber, The Fashion Police und Shoeperwoman – über die Frage, ob ehrliche Produktrezensionen in Blogs bald der Vergangenheit angehören:

Teil 2 der Blogger-Interviewserie: Gibt es noch ehrliche Produktbewertungen?“Ich kann nur für meinen eigenen Ansatz sprechen; ich akzeptiere kein Geld für Produktbesprechungen und ich stelle auch immer klar, dass es bei mir nur ehrliche Bewertungen gibt. Ich hasse den Gedanken, dass meine Leser aufgrund meiner Empfehlung ihr hartverdientes Geld für etwas ausgeben, dass möglicherweise nicht funktioniert. Daher ist es mir sehr wichtig, absolut ehrlich zu sein. In der Vergangenheit bin ich von verschiedenen Marken mit der Frage angesprochen worden, ob ich gegen eine Geldzahlung bereit wäre, eine positive Bewertung zu schreiben. Bei anderen Angeboten wurde mir gesagt, dass ich im Falle einer negativen Bewertung das Produkt zurücksenden muss und auch nicht darüber schreiben darf. Solche Angebote habe ich immer rundweg abgelehnt. Oft tauchen dann genau diese Produkte auf anderen Blogs auf, ohne dass klargestellt worden ist, dass man dafür bezahlt wurde, und das macht mir Sorgen.

Ein Problem ist meiner Meinung nach sicherlich, dass mehr und mehr Marken und Blogger – obwohl das eher auf Modeblogger zutrifft und weniger auf Beautyblogger – das Wort ‘Besprechung’ benutzen, obwohl es eigentlich eindeutig um ‘Werbung’ geht. Marken bitten auch mich, ein Produkt zu ‘bewerten’, ohwohl es eigentlich nur darum geht, ein Foto mit dem Produkt zu machen und dieses zu veröffentlichen. Für mich ist das Werbung und eben keine Produktbesprechung. Und für Werbung will ich eben auch bezahlt werden. Trotzdem: diese Begriffe sind wahrscheinlich ziemlich verwirrend, gerade für Blogger die gerade erst mit dem Bloggen angefangen haben, denn für viele erscheint es daher als normal, für so eine ‘Besprechung’ nicht nur bezahlt zu werden, sondern auch den von den zahlenden Markenvertretern gestellten Bedingungen zu folgen.”