Nach unserem Gespräch mit Zwillingswelten gibt uns Andreas Lorenz im zweiten Teil der Interviewserie „Väterblogger“ einen Einblick in sein Leben als Vater und aktiver Blogger. Papa-Online steht Vätern und werdenden Vätern mit Rat und Tat zur Seite. Der Blog bietet außerdem eine Reihe an Podcasts und steht in unserem Ranking der Top 10 Väterblogs in Deutschland auf Platz 3. Im Interview erzählt Herr Lorenz, was ihn beim Rasenmähen zum Bloggen motivierte, was No-Go’s bei Kooperationen sind und welche Vorteile Blogs gegenüber traditionellen Medien besitzen.

Was macht Ihren Blog besonders?

"Vor einer Anfrage sollten sich PRler fragen, ob ihr Wissen über Online-Marketing noch aktuell ist" - Interview mit dem Väterblog Papa-Online

Copyright: Lena Böhm

Papa-Online ist ein klassischer Väterblog. Ich schreibe rund um das Thema Vaterschaft mit all seinen Facetten. Weitere Themen sind Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Podcasts. Gestartet habe ich den Blog 2007 als ich kurz davor stand, zum ersten Mal Vater zu werden. Ich hatte im Internet nach Tipps und Ratschlägen gesucht. Leider gab es hauptsächlich nur Mütterblogs. Beim Rasenmähen kam mir schließlich die Idee, einen eigenen Blog für Väter zu starten. Wichtig sind mir 2 Visionen für meinen Blog: Zum einen möchte ich nicht mit erhobenem Zeigefinger Tipps geben, sondern eigene Erfahrungen an meine Leser weitergeben. Zum anderen orientiert sich mein Blog inhaltlich am Alter meiner Kinder und ist thematisch breit gefächert.

Welche Neuerungen haben Sie kürzlich in Ihrem Blog eingeführt?

Kürzlich habe ich 3 Neuerungen auf meinem Blog eingeführt. Meine Leser können jetzt einen Curated Newsletter abonnieren. Dieser beinhaltet wissenswerte und relevante Artikel aus dem Internet. Außerdem möchte ich einige Testangebote von Firmen gerne an Leser outsourcen. Die Einführung von Podcasts liegt schon etwas weiter zurück.

Weitere Änderungen sind für 2016 geplant. Dazu zählt ein professionelles Face-Lifting für meine Website. Gerne will ich für meinen Blog Gastautoren gewinnen, um mehr Content zu produzieren und mehr Leser zu erreichen.

Wie messen Sie den Erfolg Ihres Blogs?

Für mich ist der Erfolg in erster Linie das Feedback meiner Leser durch E-Mails oder Kommentare. Der Leser steht bei mir ganz klar im Vordergrund. Erst an zweiter Stelle kommen bei mir die Zugriffszahlen.

Zurzeit ist Bloggen für mich nur ein Hobby, welches ich neben meiner Arbeit betreibe. Allerdings würde ich gerne mein Hobby zum Beruf machen und bin sehr offen für das Thema Vollzeit-Blogger. Mal schauen was in dieser Richtung noch passiert.

Wie nutzen Sie soziale Medien?

Die sozialen Medien sind für mich eine absolute Bereicherung. Facebook nutze ich hauptsächlich zum Posten von neuen Artikeln. Twitter sehe ich mehr als Medium für die direkte Diskussion mit meinen Lesern, woraus sich eine Fast-Live-Kommunikation entwickelt.

Haben Sie einen Lieblingsblog?

Ich habe keinen bestimmten Lieblingsblog. In meinem Feedreader habe ich zwischen 200-300 Blogs zu den unterschiedlichsten Themen abonniert. Ich schaue auch bei verschiedenen Väterblogs vorbei, um mich zu inspirieren. Allerdings sehen wir uns nicht als Rivalen, sondern unterstützen uns gegenseitig.

Welche Kooperationen bieten Sie an?

Bei Kooperationen bin ich grundsätzlich für alles zu haben. Ich bin offen für Sponsoring, Affiliate Marketing, Gewinnspiele und so weiter. Bei mir ist nichts in Stein gemeißelt. Allerdings müssen immer zwei Punkte erfüllt sein: Das Produkt muss einen Mehrwert für meine Leser haben und mir muss das Produkt gefallen.

Worauf legen Sie bei einer Zusammenarbeit Wert?

Da spielen meiner Meinung nach mehrere Faktoren eine Rolle. Wichtig ist, dass es ein Match zwischen Unternehmen und Blogger gibt. Der Kooperationspartner sollte sich genügend mit dem Blog beschäftigt haben. Das Produkt muss zum Blog passen. Hinzu kommen noch weitere Aspekte wie beispielsweise eine richtige Anrede. Kurzum, es muss einfach passen zwischen Blogger und Kooperationspartner.

Welche Tipps haben Sie für PRler, die mit einem Blogger zusammenarbeiten möchten?

Zuallererst sollten sich Unternehmen und Agenturen fragen, ob das bisherige Wissen zum Online-Marketing noch dem aktuellen Stand der Zeit entspricht. Des Weiteren sollte nicht der Nutzen für das eigene Unternehmen, sondern der Dienst am Kunden im Vordergrund stehen. Eine bestmögliche Umsetzung der Kooperation ist nur bei einem individuellen Ansatz möglich. Ein wichtiger Aspekt wird in Zukunft das Thema Podcast sein. Hier gibt es für Unternehmen und Agenturen noch sehr viel Potential.

"Vor einer Anfrage sollten sich PRler fragen, ob ihr Wissen über Online-Marketing noch aktuell ist" - Interview mit dem Väterblog Papa-Online

Woran scheitern Kooperationen?

Auf Anfragen mit einem lieblosen Ansatz und wenig Motivation habe ich keine Lust. Außerdem möchte ich meine Leistung nicht unter Wert verkaufen. Wenn ich von einem Produkt überzeugt bin, dann starte ich eine Kooperation zu einem geringeren Preis. Was ich aber nicht sein möchte, ist irgendeine Nummer in einer Verteilerliste. Ich bin keine Backlink-Hure.

Welche erfolgreichen Kooperationen haben Sie bereits mit Marken durchgeführt?

Eine sehr gelungene und erfolgreiche Zusammenarbeit hatte ich mit der Firma Helping. Wir haben zusammen eine individuell zugeschnittene Landing-Page entwickelt. Es wurde eine persönliche Beziehung aufgebaut und es gab eine zielgruppenspezifische Ansprache. Am Ende war es eine Win-Win-Win-Situation für das Unternehmen, meine Leser und mich als Blogger.

Gibt es Ihrer Meinung nach noch ehrliche Produktbewertungen?

In dieser Hinsicht bin ich ein wenig naiv. Ich identifiziere mich mit einer 100% offenen Berichterstattung. Das heißt, ich spreche sowohl positive wie negative Aspekte des Produkts an.

Gibt es einen Konflikt zwischen traditionellen und neuen Medien wie Blogs und wie sehen Sie diese Entwicklung?

Für mich gibt es keinen Konflikt zwischen diesen beiden Medien. Meiner Ansicht nach ist es wichtig, was ich persönlich gerade suche. Wenn ich mich allgemein informieren möchte, nutze ich sowohl Print- als auch Online-Medien aus dem traditionellen Sektor. Wenn ich mich zu einem spezifischen Thema weiterbilden möchte, nutze ich ein Blog. Hier punktet das Blog mit Expertise und Tiefe gegenüber den traditionellen Medien. Dies ist mittlerweile möglich, da die Qualität der Blogs in den letzten Jahren massiv gestiegen ist.

Welche Trends sehen Sie gerade in der Väterbloggerszene?

Gegenwärtig dreht sich viel um die Themen Sommerferien, Zeugnisse und Reisezeit. Solche tagesaktuellen Punkte behandle ich aber vorwiegend in den sozialen Medien. Ansonsten verfasse ich viele Evergreen-Artikel.

Unter Reisebloggern gibt es Reisetreffs und –events (z.B. das Kölner Reiseblogger-Treffen). Gibt es so etwas auch bei Väterbloggern?

Für Väter-Blogger gibt es solch ein Netzwerk noch nicht. Das Potential ist aber vorhanden und ich bin optimistisch, dass sich in Zukunft etwas ändern wird.

Wir bedanken uns bei Herrn Lorenz für das interessante Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg!

Vernetzen Sie sich mit Andreas Lorenz auf Twitter und Facebook.

About Christoph Mers

Media Researcher DACH bei Cision Germany