Welche Einflussfaktoren bestimmen den Gebrauch sozialer Medien im Arbeitsalltag deutscher Journalisten?

Welche Einflussfaktoren bestimmen den Gebrauch sozialer Medien im Arbeitsalltag deutscher Journalisten?

Nachdem wir uns im Rahmen der Social Journalism-Studie 2013/14 – Deutschland innerhalb eines Blogposts der Frage gewidmet haben, zu welchen beruflichen Zwecken deutsche Journalisten soziale Medien einsetzen, beschäftigen wir uns heute mit den wesentlichen Faktoren, die die berufliche Nutzung sozialer Medien durch deutsche Journalisten beeinflussen. Die Studienanalyse identifizierte diese 5 wesentlichen Einflussfaktoren: Zeit, Mediengattung, Inhalte, Social Media-Kompetenz und Engagement. Hier stellen wir nun diese 5 Faktoren im Detail vor:

Faktor Zeit

Im Vergleich zu 2012/13 verbringen deutsche Journalisten heute viel mehr Zeit mit Social Media. So verbringen 63% aller Befragten bis zu zwei Arbeitsstunden pro Tag mit sozialen Medien – 2012 waren es nur 48%. 17% der deutschen Journalisten benutzen Social Media sogar zwei bis vier Stunden am Tag. Es wird also ein beträchtlicher Teil der Arbeitszeit in die sozialen Medien investiert. Sie sind ein integraler Bestandteil vieler Arbeitsaufgaben geworden und werden immer mehr als Tool für verschiedenste Arbeitsbereiche genutzt. Jüngere Journalisten verbringen im Durchschnitt mehr Arbeitszeit mit sozialen Medien als ihre älteren Kollegen.

Faktor Zeit

Faktor Mediengattung

In welcher Mediengattung Journalisten ihre Inhalte veröffentlichen spielt ebenfalls eine Rolle beim Social Media-Gebrauch. Erwartungsgemäß sind Online-Journalisten sozialen Medien gegenüber sehr offen – 100% benutzen soziale Medien in ihrer Arbeit. Auch alle befragten Radio- und TV-Journalisten gaben an, das sie soziale Medien verwenden. Doch auch in den traditionellen Medien ist Social Media in den Arbeitsalltag integriert. 89% aller Magazinjournalisten erledigen ihre Arbeit zum Teil mithilfe sozialer Medien, während es bei den Zeitungsjournalisten 83% sind. Auch wenn Journalisten aus bestimmten Mediengattungen also tendentiell häufiger mit sozialen Medien arbeiten, so verschließt sich doch keine Gruppe mehr ihrem Gebrauch.

Faktor Inhalte

Welche Art von Inhalten ein Journalist produziert hat ebenfalls Einfluss darauf, wie er soziale Medien nutzt. Investigative Journalisten verbringen die meiste Zeit mit Social Media. 13% der Journalisten aus dieser Gruppe verbringen ganze sechs bis acht Stunden pro Tag im sozialen Netz. Drei Viertel (75%) aller Journalisten, die Rezensionen schreiben, verbringen ca. zwei Stunden täglich mit sozialen Medien, ebenso die meisten Autoren von Hard News oder Soft News. Welche Social Media-Tools genau genutzt werden, hängt ebenfalls von der Art der Inhalte ab. Die meisten Journalisten lesen arbeitsrelevante Blogs, aber bei den Journalisten, die Dokumentarberichte schreiben, tun dies nur 66%, während 100% aller investigativen Journalisten Blogs lesen. Content Communitys und Crowdsourcing-Seiten sind bei Autoren von Soft News am beliebtesten: 96% benutzen solche Plattformen im Beruf.

Faktor Kompetenz

Die Teilnehmer der Social Journalism-Studie wurden gebeten, ihre eigenen Social Media-Kenntnisse einzuschätzen. Die Skala ging von “keine Kenntnisse” bis “Expertenkenntnisse.” Insgesamt nimmt das Wissen über soziale Medien bei deutschen Journalisten zu. Im Vergleich zum letzten Jahr verfügen 3% mehr über Expertenkenntnisse. Diejenigen, die keine oder nur eingeschränkte Kenntnisse über Social Media haben, sind tendentiell älter. Kein einziger Journalist in der Kategorie der 18- bis 27-Jährigen gab an, sich überhaupt nicht mit Social Media auszukennen. Journalisten, die hauptsächlich Soft News schreiben, bezeichneten sich am häufigsten als Social Media-Experten (30%).

Cision Social Journalism-Studie 2013/14: Kenntnisse deutscher Journalisten über soziale Medien

Faktor Engagement

Die Social Journalism-Studie hat auch ermittelt, wie viele Follower deutsche Journalisten in den sozialen Medien haben. Interessanterweise geben 8% mehr als im Vorjahr an, das sie auf ihrer bevorzugten sozialen Plattform gar keine Follower haben. Auf den ersten Blick widerspricht das der Aussage, dass Journalisten immer mehr soziale Medien nutzen. Bei genauerem Hinsehen deutet dies aber darauf hin, dass der Gebrauch von sozialen Medien bei deutschen Journalisten eher passiv ist. Sie lesen zum Beispiel viele Beiträge auf Twitter oder Facebook, posten aber selten selbst und haben dadurch wenige Fans und Follower, die mit ihnen interagieren. Auch auf den Faktor Engagement hat das Lebensalter großen Einfluss: 85% der 18- bis 25-Jährigen haben Follower im sozialen Netz, aber nur 57% der über 45-Jährigen.

Der vollständige Deutschland-Report der Cision Social Journalism-Studie 2013/14 ist auf unserer Webseite verfügbar. Hier geht es zum kostenlosen Download.