Interview mit der Reise-Bloggerin Yvonne Zagermann

Yvonne Zagermann zählt zu den populärsten Bloggern im Bereich Tourismus – in Deutschland aber auch international. Es ist daher keine Überraschung, dass ihr Blog JustTravelous auch den ersten Platz in Cisions Rangliste der Top 10 Tourismus Blogs für Deutschland belegt.

Seit mehr als 10 Jahren arbeitet Frau Zagermann als TV-Redakteurin; seit Juni 2010 ist sie freiberuflich für verschiedene deutsche TV-Sender tätig. Im letzten Jahr erhielt Frau Zagermann für ihre Reportage „red!@thecity: Berlin“ den Columbus TV-Preis in Silber in der Kategorie lange TV-Beiträge. Der Columbus-Journalistenpreise ist ein Preis der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ) und wird jährlich vergeben.

Warum haben Sie mit dem Bloggen begonnen?

Das mit dem Reisebloggen war mehr oder weniger ein Zufall. Aus Langeweile habe ich mich 2010 bei Twitter angemeldet und dort entdeckt, dass es (entgegen meiner damaligen Annahme) sehr viele gute und professionelle Reiseblogs auf internationalem Niveau gibt. Da ich schon seit einigen Jahren als Journalistin arbeite und schon immer gerne gereist bin, dachte ich mir „Das wär doch auch was für dich“.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Orte aus, über die Sie berichten?

Ich plane eigentlich immer aus dem Bauch heraus. Im Moment bin ich zum Beispiel in Südostasien unterwegs und habe eigentlich erst vor einer guten Woche entschieden, wohin es die nächsten zwei Monate gehen soll. Wenn es mir an einem Ort gefällt, bleibe ich dann auch mal länger. Und falls ich doch schneller Lust auf was anderes bekomme, dann reise ich eben weiter. Genauso mache ich das auch mit meinen Berichten, manchmal denke ich „Ach, heute würde ich gerne über das und das schreiben“ und dann mach ich das einfach.

Wie viel Zeit investieren Sie in einen Beitrag?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche Berichte schreiben sich in einer halben Stunde, an manchen sitze ich mehrere Stunden. Dazu kommt dann auch immer noch die englische Version, da ich ja auf deutsch und englisch schreibe. Wenn zu dem Bericht dann noch ein Video kommt, dann dauert das entsprechend länger.

Was haben Sie immer dabei, wenn Sie auf Reisen gehen?

Seitdem ich blogge: Mein iPhone, mein Macbook und meine Kamera. Alles andere variiert je nach Reiseziel.

Was hat Sie bei den bisherigen Reisen am meisten überrascht?

Ich mich selbst. Ich denke auf Reisen lernt man viel über die Welt, verschiedene Kulturen und andere Menschen, aber am meisten über sich selbst.


Interview mit Tourismusbloggerin - Yvonne Zagermann

Sie arbeiten gleichzeitig an vielen Projekten. Könnten Sie unseren Lesern Ihr Twitter-Projekt: Reisenacht näher bringen?

Die Reisenacht ist ein Chat auf Twitter, bei dem sich jeden Montag ab 20 Uhr alles rund um das Thema Reisen dreht. Mit meinen Co-Moderatoren überlegen wir uns immer ein spannendes Thema und entsprechende Fragen. Jeder der möchte kann dann ganz einfach mitmachen und seine Antworten mit dem Hashtag #RN8 versehen und schon ist man mitten im Chat. Nach internationalem Vorbild wird nun schon seit über 1.5 Jahren jeden Montag Abend heftig diskutiert, geklönt und geschwärmt.

Welche Tipps haben Sie für PR-Profis, die mit Ihnen in Kontakt treten wollen?

Ich denke es hilft meinen Blog im Vorfeld zu lesen. Damit man einfach ein bißchen ein Gefühl dafür bekommt, wer ich eigentlich bin und über was ich wie schreibe. Dann weiß man zum Beispiel, dass ich mich in einem Familienhotel niemals wohl fühlen würde und Werbung für Kochbücher ganz und gar nicht zu mir passt.

Was war der seltsamste PR-Pitch den Sie erhalten haben?

Um ehrlich zu sein waren das mittlerweile so viele, dass ich den schlimmsten gar nicht mehr zusammen bekomme. Nur ein Tipp am Rande: Blogger reden untereinander. Wer mehreren Bloggern eine Sammelmail in Nullachtfünfzehn-Ausführung schreibt, die aber so klingt als wäre sie komplett personalisiert, muss damit rechnen, eine von uns intern abgesprochene Sammelantwort zu bekommen.

Würden Sie unseren Lesern einen Tipp geben, was ein absolutes „Must have“ für einen erfolgreichen Blog ist?

Spass am Schreiben. Ohne das geht’s nicht. Es sei denn man macht ein Fotoblog, oder ein Videoblog. Hmm, ok, was auch immer man macht, man sollte es gern machen, weil es doch mehr Arbeit ist, als man denkt.

Wir bedanken uns bei Frau Zagermann für dieses Gespräch!

Besuchen Sie Frau Zagermann auf ihrem Blog JustTravelous oder verbinden Sie sich mit Ihr auf Twitter oder Facebook.