16. August 2012

Internet Medien

  • Für das “Ran Jahrhundertspiel Deutschland-Italien”, das “Kabel Eins” und “Bild” in der Frankfurter Commerzbank-Arena präsentieren, starten “Ran.de” und “Bild.de” im Vorfeld gemeinsam ein Online-Voting. Die User dürfen die deutsche Elf für das “Jahrhundertspiel” aufstellen. Insgesamt steht dafür ein Kader von 24 Ex-Nationalspielern zur Verfügung.
  • Der tägliche “Handelsblatt”-Newsletter “Handelsblatt Morning Briefing” steht ab sofort auch als kostenlose App für das iPad zur Verfügung. “Handelsblatt”-Chefredakteur Gabor Steingart fasst hier tagesaktuell das Wirtschaftsgeschehen zusammen. Als Zusatzangebot erhalten die Nutzer der App Einblicke in Recherche-Unterlagen der Wirtschaftszeitung und haben direkten Zugriff auf die aktuelle E-Paper-Ausgabe der Zeitung. Mit der App will Steingart die wichtigsten “Handelsblatt”-Themen und -Rubriken “lesefreundllicher und interaktiver” präsentieren.
  • Die “Berliner Morgenpost” setzt vermehrt auf Lokalberichterstattung. Zwölf Leserreporter sollen in jeweils einem Bezirk recherchieren und Themen und Texte einem unterstützenden Redakteur zur Verfügung stellen. Auf “morgenpost.de” werden dann die Nachrichten, Veranstaltungstipps, Servicebeiträge etc. zu lesen sein. Zur Stärkung des Lokalen sollen auch Inhalte des gleichfalls zum “Axel Springer Verlag” gehörenden Anzeigenblatts “Berliner Woche” integriert werden. Chefredakteur Carsten Erdmann will die “Berliner Morgenpost” damit noch stärker als “Dachmarke für das Berliner Stadtgefühl” positionieren.
  • Nachdem in der vergangenen Woche der “Springer Verlag” den Start eines digitalen “SportBild”-Ablegers (“SportBild Plus”) am Sonntagabend angekündigt hat, zieht “Kicker” (“Olympia Verlag”) nach. Verlagsleiter Toni Schnellkündigte an, dass der “Kicker” spätestens ab Bundesliga-Saisonbeginn ebenfalls bereits am Sonntagabend digital verfügbar sein wird. Die digitale Ausgabe soll 2,39 Euro kosten, also mehr als die gedruckte Ausgabe (2,30 Euro) am Montag. Auch die Donnerstagsausgabe des “Kicker” soll künftig bereits vorab am Mittwochabend online abrufbar sein.

Tageszeitungen

  • Zum 1. September bekommt “Madsack” mit Uwe Dulias einen neuen Entwicklungs-Chefredakteur, wie Thomas Düffert, stellvertretender Vorsitzender der “Madsack”-Geschäftsführung, ankündigte: Dulias, der über zwei Jahrzehnte für diverse Zeitungsredaktionen (u.a. “Hamburger Morgenpost”, “Berliner Kurier”, “Bild”) tätig war, soll die “Madsack”-Leitungsebene bei der Neu- und Weiterentwicklung von Print- und Digitalprodukten beraten. Zuletzt war Dulias am Relaunch des “Madsack”-Titels “Neue Presse” beteiligt, die seit Juni in neuem Layout erscheint.
  • Als “plumpen Versuch, die Anzeigenblätter in den CDU-Wahlkampf einzuspannen”, hat Hendrik Zörner, Sprecher des “DJV” (“Deutscher Journalisten-Verband”)  ein vorgefertigtes, nie stattgefundenes Interview mit dem niedersächsischen CDU-Spitzenkandidaten David McAllister bezeichnet, das aus verschiedenen Aussagen von McAllister zusammengestellt und an zahlreiche Anzeigenblätter im Wahlkreis des Politikers versandt wurde. Die Verantwortung für die Aktion nahm Parteisprecher Torben Stephan auf sich, der sich beim Bundesvorsitzenden des DJV, Michael Konken, entschuldigte. “Celleheute.de” hatte das Interview online gestellt, dann aber zurückgezogen.
  • Mit 32,9 Tageszeitungsverkäufen auf 100 Einwohner steht München, wo vier Titel (“Süddeutsche Zeitung”, “Abendzeitung”, “TZ” und “Münchener Kurier”) konkurrieren, an erster Stelle bei der “IVW”-Verbreitungsanalyse 2012. In der Rangliste folgen Frankfurt (29,8), Düsseldorf (28,2), Bremen (25,2) und Dresden (25,1). Berlin nimmt Platz 32 des Rankings ein. In keiner der Städte gab es mehr Zeitungskäufer als im Vergleichsjahr 2010.
  • Im Werbegeschäft setzt “Bild” derzeit in Kooperation mit großen Marken auf Aktivierungsmaßnahmen. Nach dem Sampling mit “Jacobs” ruft “Bild” nun zusammen mit der Ferrero-Marke “Hanuta” zum Casting von Deutschlands schönster “Hanuta”-Bäckerin auf. Die Bewerberinnen sollen sich einem Online-Voting auf “bild.de” stellen: Die Siegerin gewinnt ein professionelles Fotoshooting und einen Auftritt in “Bild am Sonntag”. Das Konzept, in das “Bild” als Interaktionsplattform eingebunden ist, stammt von der Berliner Agentur “Heimat” und soll zum 50-jährigen Markenjubiläum von “Hanuta” die Produktqualität der Marke in den Vordergrund rücken.

 

Zeitschriften

  • Im November bringt “Burda” “Grip”, ein neues Automagazin auf Basis des gleichnamigen TV-Formats, an den Kiosk. Die Sendung läuft seit 2007 bei “RTL 2” und wird von “Focus TV” produziert. Für die Print- Version trägt “Playboy”-Chefredakteur Florian Boitin die Verantwortung. Der Titel, der sich an autobegeisterte Männer richtet, soll “das Marken-Portfolio der ‘Burda News Group’ sinnvoll ergänzen”, so Vernon von Klitzing, Director Finance & Operations des “Playboy”.
  • Multi-Chefredakteur Stephan Schäfer stärkt bei “Essen & Trinken” seine Stellvertretung. Gemeinsam mit Clemens von Luck wird die derzeitige Art Direktorin des Magazins Elisabeth Herzel stellvertretende Chefredakteurin. Die 46-Jährige, die bereits den Titel “Beef!” mitentwickelt hat, soll vor allem die Bereiche Art und Food-Produktionen betreuen.
  • Um einen zusätzlichen Marketing-Kanal zu nutzen, geht Versandhändler “Otto” eine Kooperation mit der “Burda Creative Group” ein und launcht über den Corporate Publishing “Burda”-Ableger ein hochwertiges Mode- und Lifestylemagazin. Die Zeitschrift, deren Titel noch nicht bekannt ist, aber im November an den Start gehen soll, wird mit saisonaler Ausrichtung Rubriken für Beauty, Living, Genießen und Reisen bieten. Die Chefredaktion übernimmt Nina Schulz-Kuhnen.
  • Claudia Hohlweg, übernimmt zusätzlich zur ihren Aufgaben bei Europas größtem Wohnmagazin “Schöner Wohnen” auch beim Frauenmagazin “Brigitte” die stellvertretende Chefredaktion. Dort vertritt sie gemeinsam mit Claudia Münster die “Brigitte”-Chefs Stephan Schäfer und Brigitte Huber. Die 48-Jährige ist schon seit 2004 für “Gruner + Jahr” (u. a. für die Titel “Decoration” und “Dogs”) tätig und wurde 2009 Art Direktorin von “Schöner Wohnen”, wo sie 2011 zur Stellvertretenden Chefredakteurin aufstieg.

Fachzeitschriften

  • Für Autofachwelt und -liebhaber erscheint ab 10. Oktober zweimonatlich eine deutsche Ausgabe des britischen Titels “Octane”. Produziert wird das Hochglanz-Magazin, dessen Original in Großbritannien mit einer Auflage von 40.000 bei “Dennis Publishing” verlegt wird, im Verlag “Premium Media”, einer Tochter der “Köckritz-Dörritz-Gruppe”. Dort erscheinen auch “Ramp” und die Kundenmagazine von “Dunlop” und “Lamborghini”. Verlagsleiter Sven Schrader besetzte die Stelle des Redaktionsleiters mit dem langjährigen “FHM”-Chefredakteur Christian Kallenberg, im Fachgebiet “Auto” wird er unterstützt vom Berliner Journalisten und Autor Matthias Penzel.
  • Jan Kolbaum, Redaktionsdirektor bei der “Ganske”-Kundenmedien-Tochter “Hoffmann und Campe Corporate Publishing” ist ab sofort außerdem Pressesprecher der “Ganske Verlagsgruppe” (“Hoffman und Campe”, “Gräfe und Unzer”, “Jahreszeiten Verlag”). Der 62-Jährige folgt auf Kurt Breme, der mit seinem Medienbüro bisher diese Aufgabe übernommen hatte und seinen Vertrag kündigte. Bei “Hoffmann und Campe Corporate Publishing” betreut Kolbaum weiterhin in leitender Funktion u.a. die Magazine von “RWE” und der “Hamburger Sparkasse”.
  • Rainer Albert wird neuer Chefredakteur der “Münzenrevue” aus dem “Gietl-Verlag” Regenstauf. Die internationale Monatszeitschrift mit Daten, Trends und Berichten, Börsen- und Auktionsterminen, Neuheitendienst und Marktstudien sowie aktuellen Bewertungskatalogen zu den Münzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz wurde bisher von Ursula Kampmann redaktionell geleitet.
  • Ingo Griebl, ehemaliger ProSiebenSat.1-Games”-Chef, wird Vorstandsmitglied bei der “Computec Media AG”. Das Fürther Medienunternehmen, das im Bereich Electronic Entertainment mit 16 Print-Magazinen, 16 Online-Portalen und spezialisierten E-Commerce-Angeboten vertreten ist, gewinnt Griebl für die Position des Chief Digital Officer, in der er die Weiterentwicklung der digitalen Geschäftsbereiche verantworten soll. Zu den “Computec”-Marken gehören u.a. “SFT”, “PC Games” und “Buffed”.

Broadcast

  • Nach mehr als 20 Unternehmensjahren, die durchweg von roten Zahlen geprägt waren, kann Deutschland-Chef Brian Sullivan erstmals ein positives Bilanzergebnis des Pay-TV-Anbieters “Sky” (früher “Premiere”) präsentieren. Der zum Murdoch-Konzern gehörende Sender verbuchte einen Gewinn vor Steuern von rund 23 Mio. Euro, auch beim operativen Ergebnis verzeichnet “Sky” ein Plus von 5,9 Mio. Die Trendwende basiert auf wachsenden Kundenzahlen und auch auf der gestiegenen Nachfrage nach “Sky Premium HD”.
  • Matthias Dang, stellvertretender Chef von “IP Deutschland” setzt auf eine neue Zielgruppe. Nachdem die Privatsender jahrzehntelang die 14- bis 49-Jährigen als werberelevante Zielgruppe benannt haben, sollen ab 2013 Quoten nur noch für die Gruppe der 20- bis 59-Jährigen ausgewiesen werden. Damit soll dem demographischen Wandel Rechnung getragen werden. Ebenso wie “RTL”, “Vox”, “n-tv” und “Super RTL” wird auch “Tele 5” der Neuregelung folgen, so Stefan Graf (Chefwerbeverkäufer bei “Tele 5”). “RTL”-Konkurrenz “ProSiebenSat1” bleibt dagegen bei der alten Referenzzielgruppe.
  • Die Programmabteilung bei “Sky Deutschland” wird umgebaut. Neu aufgestellt wird die Abteilung “On Demand Programming” mit Peter Schulz als Vice President on Demand Programming. Schulz war vorher für das Partnergeschäft bei “Sky Deutschland” zuständig. Den Bereich Partnersender wird ab September Elke Walthelm leiten. Sie kehrt zu “Sky” als Vice President Partner Channels in ihre Position zurück, die sie bis 2011 innehatte. Schulz und Walthelm berichten an Gary Davey, Executive Vice President Programming.
  • Gegen die ab 1. Januar 2013 in Kraft tretende Neuregelung des Rundfunkbeitrags hat der Jurist Ermano Geuer, Universität Passau, eine Popularklage beim “Bayerischen Verfassungsgericht” eingereicht. Bis zum 15. Oktober haben die Bayerische Staatsregierung, der Landtag und der “Bayerische Rundfunk” dazu Stellung zu nehmen. Wie gegenüber der “FAZ” erläutert, sieht der Kläger den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung verletzt, weil nach der Neuregelung alle Haushalte und Betriebe den neuen Rundfunkbeitrag zahlen sollen, unabhängig davon, ob Empfangsgeräte vorhanden sind. U. a. sind davon auch Unternehmen mit großem Fuhrpark bzw. mit vielen Betriebsstätten betroffen, da jeweils für alle Fahrzeuge und Betriebsstätten die Abgabe gezahlt werden muss. Eine Klage hat auch Autovermieter “Sixt” angekündigt.