23. August 2012

Internet Medien

  • Nach den Ergebnissen der “ARD/ZDF-Onlinestudie 2012” steigt die Online-Nachfrage nach TV-Inhalten. Ein Drittel der Internetnutzer schauen gelegentlich über das Internet zeitversetzt Fernsehsendungen, live sind bis zu 23% dabei. Und bereits 13% der Zuschauer schauen ihr Fernsehprogramm mobil, nutzen gelegentlich Smartphones, Tablets oder Laptops als TV-Gerät.
  • Um mehr als 13% ging die Unique-User-Zahl von “Süddeutsche.de” im Monat Juni gegenüber dem Vormonat nach oben. Auch andere überregionale Nachrichten-Websites konnten Zugewinne verzeichnen. Verlierer im Monat der Fußball-EM waren die regionalen Anbieter. Trotz des Zugewinns liegt “Süddeutsche.de” im Ranking nach “Bild.de”, “Spiegel Online”, “Focus Online” und “Welt Online” noch mit deutlichem Abstand auf Platz 5.
  • Gruner + Jahr (“G+J”) gründet zum 1. September die “Gruner + Jahr Digital GmbH”. Aufbauen soll die neue Unternehmenseinheit als Digital-Chef der frühere “Xing”-Manager Felix Menden, gemeinsam mit Axel Wüstmann, Geschäftsführer der Neugründung und Leiter von “G + J Operations” sowie Verlagsgeschäftsführer “G + J Deutschland”. Geschäftszweck ist laut “G+J” die “markenübergreifende Entwicklung digitaler Medienformate und innovativer Site- und Mobilefeatures für die Marken von Gruner + Jahr in Zusammenarbeit mit den G+J Verlagsgruppen”.
  • Nach einer Studie des “VDZ” (“Verband Deutscher Zeitschriftenverleger”) ist die Nutzung von Zeitschriften-Apps bei iPad-Besitzern von 67,5% auf 63,8% gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Die Studie hat der “VDZ” gemeinsam mit “Gravis”, “Pangea Labs” und “Kirchner + Robrecht” durchgeführt. 672 Teilnehmer, die bei “Gravis” ein iPad gekauft hatten, wurden interviewt. Den Rückgang der Zahlen begründen die Autoren der Studie mit dem Nachlassen der anfänglichen Experimentierfreude bei der Nutzung digitaler Zeitschriften.

Tageszeitungen

  • Die Kündigung des ehemaligen Chefredakteurs der “Leipziger Volkszeitung” Bernd Hilder ist ungültig. So entschied das Arbeitsgericht Leipzig, das allerdings den Antrag ablehnte, Hilder auf seinem alten Posten weiter zu beschäftigen. Zur Kündigung soll der Vorwurf geführt haben, dass Hilder, als er im vergangenen Jahr vergeblich versucht hatte, Intendant des “MDR” zu werden, kritische Berichterstattung zu diesem Thema verhindert habe. Für die Entscheidung des Gerichts war ausschlaggebend, dass vor diesem Zeitpunkt das Verhalten von Hilder nicht beanstandet wurde und keine Abmahnung erfolgte.
  • Die in Wuppertal, Duisburg und Krefeld angesiedelte “Westdeutsche Zeitung” entlässt 40 Mitarbeiter mit dem Angebot, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit einem Markt- und Strukturprogramm, das auf den Wandel in der Medienbranche reagiere, begründet Verlagsgeschäftsführer Kersten Köhler, die Entscheidung, die fast ein Fünftel der Belegschaft betrifft. Köhler stellt eine “wirtschaftliche Stärkung” des Blattes und weitere lokale Print- und Online-Produkte in Aussicht. Die “Westdeutsche Zeitung”, die zum “W. Girardet-Verlag” gehört und als Regionalzeitung für den Niederrhein und das westliche Ruhrgebiet in direkter Konkurrenz zum deutlich auflagenstärkeren Titel “Rheinische Post” steht, hatte in den letzten Jahren kontinuierlich Auflagenverluste zu verzeichnen, im 2. Quartal lag die verkaufte Auflage bei nur noch 102.200 Exemplaren und damit 12% niedriger als im Vorjahreszeitraum.
  • Lars Haider, Chefredakteur “Hamburger Abendblatt”, und Sven Gössmann, Chefredakteur “Rheinische Post”, kündigen in einem Interview mit “Horizont” einen massiven Ausbau ihres Digitalangebots an, das Content für Stadt und Region bis auf Straßenebene bereitstellen soll. Mit dem Ziel, Hauptinformationsportal für Stadt und Region zu werden, soll das Digitalangebot in direkte Konkurrenz zu den bereits etablierten Location Based Services treten und sie mit journalistisch aufbereiteten Inhalten übertreffen. Zugleich gehe es mit dem kostenpflichtigen Angebot darum, die Bezahlkultur für Web-Content weiterzuentwickeln. Das bisherige Digitalangebot der “RP” hat eine Reichweite von 3,54 Mio. Usern, das “Hamburger Abendblatt” konnte 3,54 Mio. User gewinnen.
  • Peter Hogenkamp, Digitalchef der “NZZ” (“Neue Zürcher Zeitung”) präsentiert 10.000 verkaufte Digitalabos der Zeitung, die als Printausgabe, E-Paper, iPad-App und als Web-Paper für verschiedene Smartphones, Tablets und Computer erscheint. Die Preisgestaltung – 428 Schweizer Franken für das Digitalabo gegenüber 595 Franken für das Printabo plus Digitalversionen – soll modellbildend auch für andere Web-Inhalte sein, für die eine Paywall bereits geplant ist. Ab Herbst soll ein “NZZ”-Markenabo über alle Kanäle hinweg geschaffen werden. Die Printauflage der Zeitung liegt derzeit bei ca. 130.000 verkauften Exemplaren.
  • Ab 1. September übernimmt Carolin Hulshoff Pol die Verlagsleitung der “Bild am Sonntag” (“BamS”). Die 34-Jährige folgt auf Tobias Kuhn, 45, der sich auf seine weiteren Aufgaben als General Manager bei “Bild Ost” und in der Verlagsgeschäftsführung der “Bild”-Gruppe konzentrieren wird. Hulshoff Pol und Kuhn berichten an Ralf Hermanns, den Vorsitzenden der Verlagsgeschäftsführung der “Bild”-Gruppe.
  • Im Rahmen eines personellen Umbaus innerhalb der Bildgruppe wird Alice Schmalzl zum 1. September stellvertretende Gesamtwerbeleiterin der “Bild Gruppe”. Die 36-Jährige übernimmt bis auf weiteres auch die Aufgaben der Gesamtwerbeleitung in der Nachfolge von Carolin Hulshoff Pol, die in die Verlagsleitung wechselte. Zum gleichen Zeitpunkt wird Nadine Machmeier, 32, Anzeigenleiterin für die “Bild am Sonntag” bei “Axel Springer Media Impact”, der zentralen Vermarktungsorganisation von “Axel Springer”. Sie ist derzeit Senior Marketing Manager für “Bild.de”, “Bild Mobil”, “sportbild.de”, “Stylebook.de” und “bz-berlin.de” und berichtet an Peter L. Müller, General Manager Marketing der “Bild-Gruppe”. Machmeier folgt auf Stefan Mölling, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt.

 

Zeitschriften

  • Der “LandIdee-Verlag”, ein Joint Venture des zur “WAZ-Gruppe” gehörenden “Gong Verlag” und des Verlagshauses “GeraNova Bruckmann” startet nach “LandIdee” erneut einen “Land”-Titel, der zweimonatlich erscheinen soll. Ab 24. August geht “LandFrisch” mit einer Mischung aus Rezepten mit Zutaten aus der Saison und saisonalen Küchenthemen an den Kiosk. Das Konzept entwickelte die Chefredakteurin Katrin Tempel gemeinsam mit Britta Werth, die Produktion übernimmt der redaktionelle Dienstleister “Blattgold”, der die Zeitschriftenentwicklung für den “Gong Verlag”  betreut. Die Startauflage liegt bei 120.000 Exemplaren, der Copypreis beträgt 3,95 Euro.
  • Im direkten Konkurrenz-Kampf gegen den im Februar gestarteten “Bauer”-Titel “Closer” positioniert die Mediengruppe “Klambt” ihren Titel “OK” mit auf “Closer”-Niveau gesenktem Preis (statt 2 Euro 1,60 Euro) und neuer Erscheinungsweise am “Closer”-Termin mittwochs. “OK” erscheint seit Februar 2008 bei Klambt im Joint Venture mit dem britischen Verlag “Northern & Shell”. Das Magazin leidet unter stetig schwindender Auflage und verzeichnet derzeit erneut einen Rückgang von über 20 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal im Vorjahr.
  • Nach vier Ausgaben nimmt “Gruner + Jahr” das Frauenmagazin “Season”  vom Markt. “Gruner + Jahr”-Vorstandschef Bernd Buchholz und Julia Jäkel, Verlagsgeschäftsführerin, die den Bereich “Gruner + Jahr Life” seit Frühjahr des Jahres verantwortet, haben sich mutmaßlich wegen des schlechten Anzeigengeschäfts zu diesem Schritt entschieden. Erstellt wurde “Season” unter Leitung von Chefredakteurin Bettina Wündrich von der “Storyboard GmbH”, München. Neben saisonalen Themenschwerpunkten bot das Heft einen Shopping-Service für mehrere Hundert im Heft dargestellte Produkte, wobei Provisionserlöse auch zum Erfolg des Titels beitragen sollten.
  • Zum Auftakt der Bundesliga-Saison geht das “Axel Springer”-Magazin “Sport Bild” in zwei Versionen an den Kiosk. Neben der regulären Ausgabe zum Copypreis von 1,60 Euro bietet der Verlag eine Version mit zusätzlicher Bundesliga-Magnettabelle zum Preis von 3,60 Euro an.

Fachzeitschriften

  • Ende August startet “Haymarket Media” neben den “kress”-Titeln (“kressreport” und “kress.de”) mit “mobilszene.de” einen neuen täglichen Informationsdienst für Menschen im Mobile Business. Die Macher des neuen Dienstes kommen von “kress”: verantwortlich für die Redaktion ist Christian Lohmüller, Publisher ist Lutz Nahold.
  • Zum 1. September übernehmen die Motorfachjournalisten Ralph Alex, 49, und Jens Katermann, 37, gemeinsam die Chefredaktion von “auto motor sport” sowie die redaktionelle Leitung der sonstigen Auto-Titel von “Motor Presse Stuttgart”. Beide sind schon für das Unternehmen tätig und sollen die Chefstelle im Rahmen eines “planmäßigen Generationswechsels” als Nachfolger von Bernd Ostmann, 61, besetzen, der als Herausgeber, Markenbotschafter und Berater u.a. im Bereich des Ausbaus neuer Geschäftsfelder dem Verlag erhalten bleibt.
  • “Springer DE” startet die Online-Plattform “Springer für Professionals”. Die digitale Fachbibliothek enthält rund 1 Million Volltextdokumente aus 30.000 Buch- und 300 Fachzeitschriftentiteln (u.a. “Bankmagazin”, “Versicherungsmagazin”, “ATZ” und “MTZ”) der Verlage der “Springer Science+Business Media”. Das Angebot umfasst derzeit 12 Themenkanäle, darunter Management, Finance & Controlling und Business IT, darüber hinaus  ist ein “Premium Dossier” mit einer Erweiterung um Handbücher, Fachlexika, Statistiken und Videos vorsehen. Verkauft werden verschiedene Abos, zum Start kostet beispielweise ein Abo Technik oder Wirtschaft je 29,95 Euro, beide Pakete zusammen 54,95 Euro.
  • Für rund 50 Mio. Euro übernimmt “Axel Springer Digital Classified” die Siegburger “Allesklar.com AG” und damit das Regionalportal “Meinestadt.de” von den Verkäufern Familie Stegger (56,1%) und “Holtzbrinck Digital Strategy”. Gründer Manfred Stegger, 61, verlässt das Unternehmen und wird durch den neuen Vorstandsvorsitzenden Georg Konjovic ersetzt. Der 34-Jährige ist seit Januar 2011 Director Premium Content der “Axel Springer AG” und war u.a. auch Geschäftsführer von “Hamburg.de”. Das Portal mit Informationen für mehr als elftausend Städte und Gemeinden verzeichnet über 8 Millionen User monatlich und beschäftigt 300 Mitarbeiter.

Broadcast

  • “BR”-Intendant Ulrich Wilhelm sieht im Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender die junge Generation zu wenig berücksichtigt und spricht sich erneut für einen gemeinsamen Jugendkanal mit dem “ZDF” aus. Zugleich hat er angekündigt, die eigenen Angebote für Jüngere im nächsten Jahr neu aufstellen zu wollen. Für die Jugendmarke des “BR” “on3” stellt Wilhelm einen Neustart unter neuem Namen mit erweiterten Angeboten in Aussicht.
  • Für den gekündigten “MDR”-Unterhaltungs-Chefs Udo Foht wurde vorläufig ein Nachfolger gefunden: Ab 1. Oktober übernimmt Peter Dreckmann den Programmbereich Unterhaltung im “MDR”. Peter Dreckmann ist schon seit 1998 beim “MDR” tätig, u.a. als Chef vom Dienst für “Brisant” und Redaktionsleiter Reportage im Programmbereich Kultur/Wissenschaft. Seit 1. Juli leitet er die Redaktion Journalistische Unterhaltung.
  • Der Fußball-Radiosender “90elf” kann zum Start der neuen Bundesliga-Saison auch über Windows-Phone empfangen werden. Christoph Kruse, Geschäftsführer von “Regiocast Digital”: “Wir haben die Logik, das Aussehen und den Ticker der Applikation komplett überarbeitet und bieten die Anwendung auch erstmals für das Betriebssystem Windows Phone an”.
  • Die Regiocast-Holding, zu der u.a. “Radio Schleswig-Holstein” und “Radio PSR” gehören, bekommt mit Rainer Poelmann einen neuen CEO. Poelmann, bei “Regiocast” derzeit für Beteiligungen und M&A verantwortlich, folgt auf Erwin Linnenbach.
  • Laurence Robinet wechselt von “Deluxe Television” zur “Your Family Entertainment AG” (“YFE”) und übernimmt dort in Nachfolge von Bernd Brunner die Programmverantwortung. “YFE” plant neben dem Pay-TV-Sender “yourfamily” im nächsten Monat einen Free-TV-Kanal namens “RiC”.
  • Der “Südwestrundfunk” (“SWR”) fasst seine Sport-Redaktionen in Mainz zusammen. Ab nächstem Jahr werden dort die TV-, Hörfunk- und Online-Redakteure in einer Abteilung arbeiten, so “SWR”-Intendant Peter Bougoust. Entlassungen seien im Rahmen der Umstrukturierung nicht vorgesehen.