Diese Veranstaltung fand statt am Freitag, 5. Juni 2015

Jörg-Rainer Zimmermann, Jahrgang 1967, stammt aus Stuttgart. Er studierte an der FU Berlin (Germanistik/Philosophie) und arbeitete bei namhaften Tageszeitungen in Berlin/Brandenburg (Berliner Morgenpost/Die Welt, MAZ, MOZ). Bevor er 2010 zum Team von neue energie kam, verantwortete er die Wirtschaftsberichterstattung der Märkischen Oderzeitung.

Können Sie uns einen Überblick zur Redaktionsstruktur und zur Auflage geben?

• Wir decken sämtliche Themen der Energiewende und der Erneuerbaren Energien ab.

• Fokus der Berichterstattung: Politik/Wirtschaft, Forschung & Entwicklung, Technologien, Auswirkungen der Energiewende auf sämtliche Lebensbereiche.

• Es gibt insgesamt 5 Redakteure und rund 10 ständige freie Mitarbeiter, darunter Jörg Zimmermann: Energiepolitik/-wirtschaft & Windenergie/Netze; Astrid Dähn: F&E; Tim Altegör: Energiepolitik/-wirtschaft; Sascha Rentzing (Pauschalist): Wind & Solar (Technologien); Jürgen Heup: Bioenergie; Anne Wehrmann (Autorin): Offshore; einige Autoren sind auf spezifische Länder spezialisiert (z.B. Asien, USA, Australien, Spanien …).

• Das Magazin neue energie wird an 20 000 Verbandsmitglieder kostenlos verteilt; es gibt circa 1700 Abonnenten auf dem freien Markt und einen großen Freiverteiler (Bundes- und Landesregierungen, Parteien, Verbände, Brüssel)

• new energy (englisches Schwester-Magazin) informiert im Ausland über die deutsche Energiewende.

• Beide Ausgaben sind seit kurzem auch als ePaper verfügbar.

• Ziel: die Publikation new energy auf internationaler Ebene bekannter zu machen: derzeit wird das Magazin über den Freiverteiler gezielt in Brüssel verteilt, die weitere Distribution erfolgt über Messen und Konferenzen

• Der Internetauftritt ist in Deutsch und Englisch gestaltet: www.neueenergie.net / www.newenergy.info und wird ebenfalls von der Redaktion gepflegt. Die Redaktion erstellt in Zusammenarbeit mit Kunden aus dem B2B-Bereich auch Sonderhefte und Beilagen.

Überblick zur Leserschaft:

• Die Leserumfrage von 2014 belegt: neue energie erreicht eine Leserschaft, die politisch interessiert und sehr gut ausgebildet ist. Die Leser sind oftmals im Erneuerbaren-Bereich beruflich aktiv und bekleiden häufig Führungspositionen. Damit verfügen sie zugleich über profunde Kenntnisse der Thematik. Die Leserschaft hat dem Magazin in der repräsentativen Befragung Bestnoten gegeben.

• Der akademische Nachwuchs wird gezielt über neue Formate wie etwa die Rubrik Bildung angesprochen.

Wen sehen Sie als Ihre/n Hauptwettbewerber?

• Als gleichrangiger Wettbewerber im internationalen Bereich ist das Magazin Windpower Monthly anzusehen. Andere deutsche Publikationen haben entweder eine kleinere Auflage oder ein komplett anderes Format (Erscheinungsweise) und verfolgen ein anderes Konzept, was den Vergleich schwierig machen würde.

Können Sie uns einen typischen Tag in der Redaktion schildern? Wie würden Sie die redaktionelle Philosophie beschreiben?

• Aufgrund der monatlichen Erscheinungsweise gibt es eher einen typischen monatlichen Verlauf. Am Monatsanfang stehen planerische Aufgaben im Vordergrund, am Ende die redaktionelle und technische Produktion der neuen Ausgabe.

• Aufgrund der starken energiepolitischen Berichterstattung wird versucht, möglichst auch neueste Entwicklungen bis kurz vor Redaktionsschluss zu berücksichtigen

• Exklusive Informationen: nach Möglichkeit versuchen wir den Drucktermin an Messeterminen, der Veröffentlichung von Studien oder der Abstimmung zu neuen Gesetzen zu orientieren. Da dies aber schwierig ist, kann das Internet im Bedarfsfall für eine sofortige Berichterstattung genutzt werden; in der Printausgabe erscheint dann die weiterführende, reflektierende Hintergrundanalyse.

• Themen nähern wir uns zumeist über intensive Gespräche mit Experten aus Wissenschaft und Forschung bzw. Politik und Wirtschaft.

• Wir besuchen regelmäßig Messen und sprechen mit den Entscheidern bzw. Experten, den Herstellern und Zulieferern sowie den Fachverbänden und entscheiden dann, welche Themen recherchiert und veröffentlicht werden.

• Wir haben sehr gute Kontakte zur Forschungslandschaft, so etwa dem Forschungsverbund Erneuerbare Energien (FVEE), dem 13 renommierte außeruniversitärer Forschungsinstitute in Deutschland angehören, so etwa das Fraunhofer Institut oder das DLR

• Zwar ist der Herausgeber ein Verband (BWE), der Auftrag an die Redaktion besteht aber explizit darin, seriösen, ausgewogenen Qualitätsjournalismus zu pflegen. Wir genießen deshalb ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit auch außerhalb der Verbändelandschaft.

• Ich habe dazu mit meinem Team ein Leitbild erstellt, das auf der Homepage von „neue energie“ veröffentlicht wurde. Wir weisen darin jegliche Einflussnahme seitens politischer Parteien, einzelner Unternehmen und anderer Verbände zurück.

Wie wichtig ist der Internetauftritt www.neueenergie.net verglichen mit der gedruckten Ausgabe? Nutzen Sie Social Media für die Recherche?

• Die Verzahnung von Print und Digital wurde beschrieben, ein gedrucktes Monatsmagazin kann durch den Online-Auftritt flexibler auf aktuelle Geschehnisse reagieren.

• Im Anzeigengeschäft haben wir seit eineinhalb Jahren eine Kooperation mit dem Heise Zeitschriften Verlag in Hannover. Damit ist es uns gelungen, das sonst schwierige Online-Geschäft auf Wachstumskurs zu bringen. Allerdings ist für die Akquise von zentraler Bedeutung, dass es ein sehr hochwertiges Printprodukt gibt – die gedruckte Ausgabe ist das Flagschiff – dadurch werden Leser auch auf die Webseite gelenkt bzw. sind Anzeigenkunden bereit, Online zu schalten.

• Leider ist unser Team zu klein, um sämtliche Digitalbereiche, wie etwa Social Media, mit der gleichen Intensivität zu bespielen

• Wir nutzen soziale Netzwerke für die Recherche aber auch um auf unsere neusten Publikationen hinzuweisen. Die jeweils neue Monatsausgabe wird zusätzlich mit unserem monatlichen Newsletter beworben.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach die Ausrichtung des Magazins entwickeln?

• In der Verbändelandschaft der Energie-Branche wird es zu Veränderungen kommen, natürlich auch im Erneuerbaren-Bereich. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass sich für unser Magazin auch Wachstumschancen bieten.

• Zugleich ist es eine ständige Aufgabe, den Bekanntheitsgrad außerhalb der Verbändelandschaft und auf internationaler Ebene zu erhöhen.

Können Sie beschreiben, wie PR’s idealerweise Kontakt mit der Redaktion aufnehmen sollten und was sind die „Dos & Don’ts“ in der täglichen Pressearbeit (Können Sie sich an ein – Beispiel erinnern positiv und negativ)

• Man sollte sich vorher mit dem Magazin beschäftigen, die Informationen müssen zum Themenkatalog passen.

• Die Aufbereitung in Pressemitteilungen muss klar strukturiert, seriös und möglichst leicht verständlich sein. Bitte in Vergleichen mit der Konkurrenz Superlative vermeiden und Fachchinesisch nur dann pflegen, wenn absolut unvermeidbar.

• Es ist wichtig den persönlichen Austausch zu pflegen, z.B. Treffen bei Messen und Konferenzen oder mittels vereinbarter Telefonate

On/off the record: Können PR’s Zitate freigeben?Verwenden Sie Zitate, die von Mitarbeitern von PR-Agenturen oder der Unternehmenskommunikation eingereicht wurden?

• Zitate sollten generell aussagekräftig sein, reine PR-Aussagen werden nicht verwendet. Die Zitate müssen zeitnah nach Übermittlung durch die Redaktion freigegeben werden. Eigenlob von Unternehmen ist verdächtig.

• Komplette Texte werden nicht herausgegeben, allerdings können Zitate in der betreffenden Textpassage übermittelt werden.

Welche Themen sind derzeit für Sie interessant?

• Die Themen müssen spannend sein, das heißt aktuelle oder übergreifend bedeutsame Trends berühren und echte Neuigkeiten bieten, also die Spitze der Entwicklung darstellen. Dabei steht immer fest: Die Energiewende ist ein pfadabhängiger Prozess, auch Forscher wissen nicht abschließend genau, in welche Richtung es geht. Dieser Prozess wird publizistisch begleitet.

• Alle Sparten sind relevant. Große Themenblöcke sind neben Energie-&Klimapolitik Windenergie, Solarenergie, Bioenergie aber auch E-Mobilität, Speicher, Netze sowie Effizienz.

• Eine Kooperation mit Bloomberg New Energy Finance besteht bereits. Wir wollen aber unsere Wirtschaftsberichterstattung inkl. Finanzmarktanalysen weiter ausbauen

Spezifische Themen:

• Wie werden sich die Konzerne der konventionellen Energieerzeugung umstrukturieren

• Akzeptanz (Erneuerbare und Umwelt-/Naturschutz)

• Bildung/Ausbildung

• Klimaanpassung (F&E, Technologien)

• Smart Meter/Smart Grid

• Finanzierung und Versicherung

• Transport und Logistik

• Anlagenservice/Repowering/Weiterbetrieb

• Recycling

Bitte klicken Sie hier, um auf die Webseite von neue energie zu gelangen: www.neueenergie.net

Sprecher war

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Jörg-Rainer Zimmermann, Chefredakteur