4 Social Media-Trends in 2015 – mit Matt Webster

4 Social Media-Trends in 2015 - mit Matt Webster (Media Bounty)

Matt Webster, Mitbegründer und Client Services Director von Media Bounty, einer digitalen Marketing-Agentur, hat uns einige Prognosen für Social Media und Kundenengagement in 2015 verraten.

1. Engagement

Um auch in 2015 ein hohes Social Media-Engagement von Kunden zu gewinnen ist es besonders wichtig für Marketer, ihre Aktivitäten in sozialen Medien zur richtigen Zeit mit der richtigen Message der richtigen Zielgruppe zu präsentieren. Natürlich ist das kein neues Ziel – aber angesichts der enorm angestiegenen Nutzerzahlen und Interaktionen im sozialen Netz ist es nun wichtiger als je zuvor, aus der Menge herauszustechen.

Nicht nur die stärker werdende Wettbewerbssituation wird Marketer 2015 herausfordern; wissenschaftliche Studien haben Veränderungen in den Gehirnen von Verbrauchern festgestellt. Hatte ein Erwachsener 2010 noch eine bereits furchteinflößende durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne von 12 Sekunden, so ist diese im letzten Jahr auf geradezu verschwindend geringe 8 Sekunden gesunken. Es ist also tatsächlich immer entscheidender, mit relevanten Inhalten in sozialen Medien Interaktionen und Engagement zu fordern – und zwar zur richtigen Zeit die richtige Message für die richtige Zielgruppe.

2. Video und mobile Inhalte

Der Gebrauch von Video und mobilen Geräten wird weiterhin rasend schnell ansteigen. Das Smartphone wird zum “First Screen” und der digitale Content-Konsum hat das Fernsehen letztes Jahr überholt. Das bedeutet, dass Videos jetzt zum bevorzugten Format aufgestiegen sind und das Smartphone zur beliebtesten Plattform aufgestiegen ist, um solche Inhalte zu konsumieren.

Angesichts dieser Entwicklungen denke ich, dass in Zukunft mehr Videocontent produziert werden wird, der speziell für den Gebrauch über verschiedene Social Media-Plattformen hinweg optimiert ist. Dabei ist sollte berücksichtigt werden, dass beispielsweise Autoplay-Videos in einem Facebook-Feed innerhalb von ca. drei Sekunden die Aufmerksamkeit der Smartphone-User beim Scrollen einfangen müssen. Diese ersten drei Sekunden müssen also unbedingt für Engagement sorgen!

Ich glaube auch, dass mehr Content-Hubs und -Portale für Videomaterial auf YouTube entstehen werden, die User auf Websites von Unternehmen und auf deren Social Media-Kanäle leiten.

3. Erfolgreiche Formate werden erneuert und fassen wieder Fuß

Letztes Jahr wurde eine Vielzahl erfolgreicher Kampagnen in sozialen Medien lanciert, die von so genanntem User Generated Content (UGC), also Inhalten, die von Verbrauchern und Nutzern erstellt werden, Gebrauch machten. Der weltweite Selfie-Trend wurde von vielen Marken genutzt, um Engagement und Mundpropaganda – hauptsächlich in Form von Foto-Uploads – zu fördern. Der Riesenerfolg der ALS Ice Bucket Challenge hat gezeigt, dass auch Videoformate sich dazu eignen, UGC als Ressource zu nutzen. Ich bin ziemlich sicher, dass UGC auch 2015 in vielen Kampagnen eine Rolle spielen wird.

Eine weitere Verbesserung an einem bereits existierenden Format ist, Videos auf verschiedenen Kanälen gezielter einzusetzen und damit ihre Effektivität zu steigern. Zum Beispiel durch eine “interaktive” Auswahl am Anfang eines Videos, sodass User sich zwischen verschiedenem Content entscheiden können. Videos haben bisher sehr gut funktioniert. Wenn man aber dem Verbraucher darüber hinaus noch verschiedene Optionen anbietet, ermutigt man ihn zu einem höheren Engagementstufe. Wenn der Content episodisch aufgebaut ist, kann der User sich entspannt zurücklehnen und die Serie auf seinem Endgerät anschauen. Einige solcher Videoformate wurden bisher in kleine Blöcke von zwei bis drei Minuten gepresst, aber das muss in Zukunft nicht so bleiben.

4. Anreize und Prämien für Verbraucher

Verbraucher interagieren gerne mit einer Marke, wenn ihnen dafür eine Belohnung oder eine für sie relevante Prämie geboten wird. Allerdings wird es Zeit, zu überdenken, was wir unter einer Belohnung verstehen: Es muss nicht immer eine Erfahrung, ein Produkt oder eine Prämie sein. Interessanterweise fühlen sich Verbraucher auch durch unterhaltsamen Content belohnt – Content, den sie mit Anderen teilen wollen. Eine Win-win-Situation!

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