6 wichtige PR-Trends für 2015 – von Stephen Waddington

6 wichtige PR-Trends für 2015 - von Stephen Waddington

Nach seinem zweiteiligen Interview bei Cision präsentieren wir nun einen Gastbeitrag von Stephen Waddington, European digital and social media director bei der PR-Agentur Ketchum, ehemaliger Präsident des Chartered Institute of Public Relations (CIPR) und Autor von #BrandVandals und Brand Anarchy.

Gegen Ende des letzten Jahres veröffentlichte ich für das neue Jahr eine Liste mit 15 Baustellen in der PR-Industrie. Wir haben ja schließlich 2015.

Ein Freund fragte mich auf Twitter, wie viele davon wohl 2016 immer noch unfertig sein werden. Ich antwortete: 16.

Ich glaube nicht, dass er den Witz verstanden hat.

Vorhersagen, die weiter als 12 Monate in die Zukunft gehen, sind vielleicht nicht besonders hilfreich – besonders wenn man bedenkt, wie schnell sich unsere Branche entwickelt.

Dennoch sind einige grundlegenden Veränderungen erkennbar. Die Medien werden immer fragmentierter und wir PR-Agenturen helfen Organisationen dabei, direkt mit ihren Kunden und Prospects zu interagieren.

Diese sechs Themen stechen meiner Meinung nach in diesem Jahr besonders hervor:

Interne Influencer gewinnen an Bedeutung

Oftmals sind die Mitarbeiter einer Organisation auch ihre besten Vertreter nach außen. Die meisten Organisationen schränken aber deren externe Kommunikation durch verschiedene Regelungen stark ein.

Interne und externe Kommunikation verdienen jeweils den selben Einsatz. Mein Tipp: Beginnen Sie immer bei Ihren internen Stakeholdern und arbeiten Sie sich dann nach außen.

Die Arbeitgeber-Rating-Community Glassdoor zeigte mit ihrem Fundraising von $70 Millionen, wie wichtig dieser Einsatz genau ist.

PR-Tools stehen im Dienst von Kampagnenzielen und Workflow-Optimierung

Der Markt für Tools, welche die Kampagnenplanung über viele fragmentierte Medienformen hinweg erleichtern, floriert. Natürlich sollte man auch hier vorsichtig sein, denn nicht alle Tools bieten die Qualität und Erleichterung der Arbeitsprozesse, die sie versprechen.

Denken Sie gründlich über Ihren Workflow nach und darüber, wie Sie geeignete Tools so integrieren können, dass Sie dadurch Ihre Kampagnenziele erreichen. Lassen Sie sich von Anbietern demonstrieren, wie sie mithilfe ihrer Tools Ihre Ziele erreichen können.

Zur Zeit baue ich ein Wiki zu diesem Thema auf. Schauen Sie doch vorbei und helfen Sie mit.

Engagement und Dialog statt industrialisierter Social Media-Taktik

Immer mehr Marken sind dazu bereit, sich in sozialen Medien einzubringen und ihre Chance auf Kommunikation zu nutzen. Das ist eng verknüpft mit dem Aufstieg von so genanntem Content Marketing. Das Resultat ist gemischt. So basiert die Arbeit der wenigsten Firmen wirklich auf den Ergebnissen von Medienbeobachtung und Engagement, die Mehrheit der Organisationen jedoch bemüht sich halbherzig, dem Zeitgeist zu entsprechen und nichtssagenden Content zu fertigen.

Wenn ich einmal fünf Minuten Zeit habe, amüsiere ich mich dazu gern mit folgendem Spiel: Ich schreibe eine Marke auf Twitter an, die dort gesponserten Content veröffentlicht, und stelle ihr eine Frage. Versuchen Sie es mal und schauen Sie, wie oft Sie eine Antwort bekommen. Solche industrialisierten und unpersönlichen Marketing-Taktiken müssen aufhören. Die Verbraucher beginnen sich dagegen zu wehren und auf Dauer wird eine solche Strategie in sozialen Netzwerken sicher nicht funktionieren.

Organisationen brauchen klar definierte Werte

Organisationen ohne eine Vision und klar definierte Werte werden es im Zeitalter der fragmentierten Medien schwer haben. Es gibt einfach zu viel Lärm, in dem man leicht untergehen kann. Die Ziele eines Unternehmens sollten in seinen Werten wurzeln und diese müssen in jedem Element seiner Kommunikation spürbar sein. Die Werte sollten definieren, wofür eine Organisation steht, was sie sagt und tut – nicht nur, was sie nicht tut.

PR hat zunehmend ihren Platz in jedem Bereich eines Unternehmens und hilft Organisationen, ihre Geschäftsziele zu erreichen. Sie wandert von der Kommunikationsabteilung hinüber in die Personalabteilung, in den Kundenservice, den Vertrieb und die Produktentwicklung. Sie ist nicht nur das Sprachrohr einer Organisation, sondern auch ein Ohr, das in die Welt der Zielgruppen hineinhorcht – und immer häufiger ist PR auch das Gewissen eines Unternehmens.

PR-Fachleute müssen sich kontinuierlich weiterbilden

In der PR-Branche finden gewaltige Veränderungen statt. Die Fertigkeiten, die für die Arbeit in dieser schnell wachsenden Branche erforderlich sind, entwickeln sich weiter. Dennoch sind für den Einstieg selten formale Qualifikationen oder gar eine fortlaufende Weiterbildung vonnöten.

Festgelegte Kompetenzrahmen sind in anderen Berufen gang und gäbe, aber in der PR wurde noch kein solcher Rahmen definiert oder umgesetzt. Daher sollten wir uns selbst zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und zum beständigen Lernen verpflichten. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, 2015 den Wert und die Möglichkeiten eines Kompetenzrahmens für die PR zu ergründen.

Umbruch für Medien und PR-Kampagnen

Wie die Zukunft der Medien aussehen wird, ist in vielerlei Hinsicht noch unklar. Facebook bastelt weiter am Newsfeed, Twitter verändert seine Art, Content zu präsentieren, und Google entwickelt seine Algorithmen ständig weiter. Verlage und Netzwerke bemühen sich darum, nachhaltige Business-Modelle zu schaffen.

Um den Einsatz für Kampagnen zu optimieren, muss Paid Media vielleicht in Earned Media integriert werden und umgekehrt. PR-Profis müssen sich mit der Idee anfreunden, dass man manchmal einfach für Kampagnen bezahlen muss.

Folgen Sie Stephen Waddington auf Twitter: @wadds