Diese Kommunikations-Trends sollten Sie 2017 im Auge behalten

Diese Kommunikations-Trends sollten Sie 2017 im Auge behalten

Kaum hatte das Jahr 2017 begonnen, wurden wir von Kommunikations-Profi Nicolas Scheidtweiler dazu eingeladen, an der alljährlich stattfindenden Blogparade zu Kommunikationstrends 2017 teilzunehmen. Natürlich haben wir nicht lange gewartet, diese Einladung anzunehmen. Aber die Entwicklungen des vergangenen Jahres und das, was sich bereits in diesem Jahr im Bereich der Kommunikation entwickelt hat, haben es nicht einfach gemacht, sich für bestimmte Trends zu entscheiden. Allein das Spannungsverhältnis zwischen der neuen US-Regierung und dem Journalismus liefert zur Zeit kontinuierlich neue Diskussionsthemen und Impulse, über Kommunikation, Journalismus und die sozialen Medien nachzudenken.

Was für die Medienbranche relevant ist, ist es bekanntlich in gleichem Maße für die PR-Industrie. Welche Entwicklungen lassen sich seit Beginn des Jahres beobachten und welche weiteren sollte man 2017 im Auge behalten? Wir haben 5 PR-Trends zusammengestellt, die 2017 wichtig werden:

1. Wachsende Bedeutung von Verifizierung

Das Thema “Fake News” hat bei den Wahlen in den USA bereits 2016 eine kaum zu unterschätzende Rolle gespielt. Die zunehmend aggressive Sprache von Politikern und Medien sowie der Vorwurf inakkurater Berichterstattung stehen auch in Europa im Raum. Nicht wenige Kommunikatoren sind der Meinung, dass dieser Trend auch bei uns in Deutschland Fuß fassen könnte.

Im Ergebnis ist es wichtiger denn je, auf verlässliche Art und Weise Fakten zu verifizieren. Gute Journalisten legen besonderen Wert darauf, die eigenen Behauptungen glaubwürdig zu belegen und auch Medienkonsumenten sehen sich vielerorts der Aufgabe gegenüber, Fakten durch eigene Recherche zu bestätigen.

Ein gewisses Spannungsfeld ergibt sich daraus, dass einerseits die journalistische Sorgfalt mehr als je zuvor von elementarer Wichtigkeit ist, gleichzeitig aber der Druck auf Journalisten steigt, schnell Inhalte zu produzieren, die ihre Leser fesseln. Zeitliche und finanzielle Mittel werden knapp und die Konkurrenz nimmt zu. Das ist einer der Gründe, warum unser zweiter Trend 2017 immer mehr an Fahrt gewinnen wird.

2. Contributor Content

Die Cision Social Journalism-Studie hat 2016 festgestellt, dass PR-Schaffende zu den wichtigsten Quellen für deutsche Journalisten gehören. Journalisten haben hohe Erwartungen an Content, der von PRlen bereitgestellt wird. Gleichzeitig wird sich die Menge an Inhalten, die von außerhalb der Medien beigesteuert werden, weiter erhöhen.

Damit eine Zusammenarbeit zu beiderseitigem Vorteil verläuft, ist das Vertrauen zwischen Medien- und PR-Schaffenden zentral. Dieses Vertrauensverhältnis will in persönlicher Beziehungsarbeit aufgebaut und verdient sein. Ebenso wichtig ist es aber, dass PRler Journalisten und Influencern Content liefern, in dem eigene Behauptungen durch Zahlen, Fakten und gegebenenfalls den Rückhalt unabhängiger Dritter untermauert werden. Hier gilt wieder einmal, dass Journalisten keine unnötigen Hindernisse in den Weg gelegt werden dürfen. Wer Zahlen, Fakten und Studien hat, sollte diese auch gleich mitsenden und bereitstellen.

3. Personalisierte Kommunikation

Die Pressemitteilung wurde bereits hundert Mal für tot erklärt – ganz tot ist sie sicherlich nicht und sie wird es auch in absehbarer Zukunft nie sein. Was aber 2017 garantiert nicht funktionieren wird, ist der undifferenzierte Massenversand von unpersönlichen Mitteilungen an große Presseverteiler. Journalisten legen Wert auf originellen, möglichst auch exklusiven Content sowie persönliche Beziehungen, auch und gerade im digitalen Zeitalter. 2017 wird es nicht funktionieren, sich durch möglichst große Versendungen von der Konkurrenz abzuheben, sondern durch eine ausgiebige Auseinandersetzung mit jedem Influencer und durch die Pflege einer soliden Vertrauensbasis. Für den direkten Draht zu den richtigen, wirklich relevanten Influencern empfiehlt sich die Nutzung einer detaillierten und gut gepflegten Mediendatenbank.

4. Measurement

Wie wichtig es ist, dass PR ihren Wert innerhalb des Unternehmens messbar darstellen und belegen kann, wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern. Der Trend, der sich allerdings 2017 immer deutlicher zeigen wird ist, dass solche Messungen immer besser und einfacher möglich sind. Vor allem für die digitale Kommunikation gilt: Wir können tiefergehend und genauer messen als jemals zuvor. Es reicht jedoch nicht, Daten und Zahlen zu erheben. Der nächste Schritt ist, auf intelligente Weise die richtigen Kennzahlen zu identifizieren und die gesammelten Datenpunkte richtig zu interpretieren, um anschließend danach handeln und ganz gezielt kommunizieren zu können. Wer die richtigen Schlüsse aus seinen Analysen zieht, ist klar im Vorteil.

5. Wachsender Einfluss von Influencern (Blogs, Social Media)

Zwei wesentliche Probleme stellen sich der Werbe- und PR-Branche: Wie kann man dem sinkenden Vertrauen in die eigenen PR- und Marketing-Botschaften entgegentreten? Und vor allem wo? Orientierung finden Menschen vor allem bei anderen Menschen, entweder aus ihrem eigenen Umfeld (Freunde, Bekannte und Familie) oder sie suchen über die von ihnen genutzten Kanäle jemanden, dessen Botschaften und Inhalte sie vertrauen. Bei jüngeren Menschen sind hier vor allem die digitalen Influencer auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Youtube, Snapchat & Co. zu erwähnen. Aus diesem Grund wird es für Unternehmen und Organisationen immer wichtiger herauszufinden, welchen Influencern ihre Konsumenten über welche Kanäle folgen. Danach muss eine wohl überlegte und professionelle Zusammenarbeit mit dem Influencer betrieben werden, die berücksichtigt, dass die Glaubwürdigkeit für eine Botschaft weiterhin nicht über das Produkt kommt, sondern über die- oder denjenigen, der darüber spricht. Dabei reicht eine einfache personalisierte Kommunikation dann auch nicht mehr aus – hier muss persönliche Kommunikation stattfinden.



  • Irina

    Hallo Andrea,

    vielen Dank für interessanten Beitrag zu den Kommunikations-Trends 2017. Gerade die wachsende Bedeutung von Influencern und Bloggern ist im Zeitalter des Content Marketings ein wichtiger Aspekt, um mehr Reichweite für seine Inhalte zu gewinnen. Auch wir haben die PR-Trends 2017 in einer Online-Umfrage ermittelt und die Ergebnisse mit Einschätzungen von Kommunikations-Experten bereichert.

    Unsere Untersuchung bestätigt Ihre Einschätzung, dass das Content Marketing und insbesondere visuelle Inhalte 2017 den PR-Alltag dominieren werden. Knapp 30 % aller Befragten sehen Content Marketing
    sogar als den wichtigsten PR-Megatrend, gefolgt von visueller PR (19,97 %), einer relevanteren Veröffentlichungsstrategie (19,35 %), der Nutzung von Social Media (11,22 %) und mobiloptimierten Inhalte (8,99 %). Weitere Umfrageergebnisse können Sie unseren PR-Megatrends entnehmen: https://www.pr-gateway.de/blog/die-pr-megatrends-2017/