Facebook, Snapchat & Co. – Wo sind noch die Unterschiede?

Facebook, Snapchat & Co. - Wo sind noch die Unterschiede?

Der Konkurrenzkampf für soziale Medien ist hart und dennoch gibt es ein paar Netzwerke, die sich in diesem Bereich etabliert haben. Dazu zählen neben Facebook und Twitter mittlerweile auch Instagram, Snapchat und WhatsApp. Waren diese Dienste am Anfang noch grundlegend verschieden, so nähern sie sich mittlerweile immer mehr an – angefangen mit der Anruf-Funktion über die Möglichkeit, für 24 Stunden eine ‘Story’ zu posten, bis hin zu Plänen, für sämtliche Dienste eine Screenshot-Benachrichtigung einzuführen. Es scheint, das Ganze wird ein Einheitsbrei.

Ein Grund dafür ist sicherlich der Internetriese Facebook. Neben den etablierten Diensten Instagram und WhatsApp wurden auch zahlreiche kleinere Unternehmen und Start-Ups aufgekauft, als Wettbewerber aus dem Verkehr gezogen und gleichzeitig zur Erweiterung des Angebots genutzt.

Social Media-Inhalte verschiedener Kanäle nähern sich einander zunehmend an

Noch sind die Nutzungsfelder relativ klar definiert: Während auf Instagram und Snapchat nach wie vor Bild- und Bewegtbild-Content dominiert, werden auf Facebook auch gerne Textbeiträge veröffentlicht. Twitter fokussiert sich auf kurze, prägnante öffentliche Mitteilungen und Links, während WhatsApp zum Austausch privater Nachrichten verwendet wird.

Auffällig ist allerdings eine zunehmende Verwässerung. Das Nutzungsspektrum der einzelnen Kanäle lässt sich nicht mehr genau voneinander abgrenzen. Dadurch fällt es zunehmend schwer, Social Media-Content präzise auf einen Kanal und eine Zielgruppe zuzuschneiden, worunter wiederum die Relevanz von Inhalten leiden kann. Der Vorteil dieser Aufweichung liegt vielleicht in der Zeitersparnis: Inhalte erreichen mit geringerem technischem Aufwand mehrere Nutzergruppen.

Gleicher Inhalt für verschiedene Zielgruppen?

Doch Achtung! Durch die technische Ähnlichkeit zwischen Funktionen in mehreren Netzwerken ist die Versuchung groß, überall die gleichen Inhalte zu posten. Doch innerhalb der Netzwerke besteht eine sehr unterschiedliche Altersstruktur und Demographie. Während bei Facebook zum Beispiel mittlerweile 62% der Nutzer älter sind als 35 Jahre, posten auf Snapchat 45% der User zwischen 18 und 24 Jahren.

Entscheidend ist außerdem die Struktur der Social Media-Nutzung eines Unternehmens. Hier gilt es, strategische Entscheidungen zu treffen. Ist es sinnvoller, möglichst viele Plattformen zu nutzen oder eher, sich zu spezialisieren? Bei ersterem Ansatz besteht das Risiko, dass manche Kanäle nur oberflächlich oder gar nicht betreut werden. Andererseits erschließt man sich so natürlich mehrere Nutzergruppen. Eine gute Strategie muss zukunftsfähig sein, und somit gilt auch hier der Grundsatz “Klasse statt Masse.” Doch egal, auf wie vielen Plattformen Sie selbst als Marke präsent sind – es müssen möglichst alle Kanäle beobachtet werden. Nur so können Sie einen Überblick darüber behalten, wie Ihr Unternehmen von außen wahrgenommen wird, und angemessen reagieren.

Überblick: Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Social Media-Plattformen

Eine entscheidende Frage bleibt: Welche Funktionen sind bei verschiedenen Netzwerken nun gleich und welche einzigartig?

In der folgenden Tabelle (Stand: April 2017) werden einige der derzeit in Deutschland einflussreichsten sozialen Medien miteinander verglichen:

Facebook Instagram Snapchat Twitter WhatsApp
Status-Updates für Follower X X   X X
Selbstlöschende Beiträge (‘Story’) X X X   X
Fotoposts + Bildbearbeitung X X X X X
(Video-)Anrufe X   X   X
Chat-Funktion X X X X X
Fotoalben X X      
Werbeflächen X X X X

Neben den zunehmend ähnlichen Designs (besonders der Mobilversionen) haben in letzter Zeit vor allem umfangreiche Updates für Gesprächsstoff gesorgt. Insbesondere die Implementierung der  ‘Story’-Funktion – ursprünglich Markenzeichen von Snapchat – in Instagram und auch WhatsApp und Facebook wurde im Internet viel diskutiert. Aber auch kleinere Features wie beispielsweise Empfangsbestätigungen, wie sie bei Snapchat von Beginn an eingegliedert waren, finden bei verwandten Plattformen immer mehr Anklang.

Abschließend lässt sich die Frage nach den verbleibenden Unterschieden zwischen den Tools natürlich nicht klären – Updates erscheinen in immer kürzeren Zeitabständen und auch die Kaufmotivation von Facebook scheint nicht nachzulassen.

Zum jetzigen Zeitpunkt unterscheiden sich die Kanäle weiterhin durch ihre Ausrichtung auf jeweils spezifische Content-Arten, wobei Facebook sich als Generalist von eher spezialisierten Netzwerken unterscheidet. Dadurch lässt sich auf verschieden ausgeprägte Nutzergruppen schließen. Das bedeutet für Kommunikatoren wiederum, dass weiterhin unterschiedliche Verwendungszwecke der sozialen Plattformen berücksichtigt werden müssen. Sicherlich wird sich die Social Media-Landschaft in Zukunft weiter verändern. Zum einen werden unterschiedliche Netzwerke eigene Nischen besetzen. Jedoch werden große Player wie zum Beispiel Facebook nicht aufhören, neue Technologien zu entwickeln und zu implementieren, auch um ihre Netzwerke für ein größeres Publikum zu öffnen und als Werbeplattformen attraktiver zu werden. Für PR-Schaffende besteht die Herausforderung darin, den technischen Fortschritt einer jeden Plattform ständig im Auge zu behalten und neue Funktionen auf ihren kommunikativen Nutzen hin zu testen.