Medientrends: Rückblick auf 2012 und eine Vorschau auf 2013

Medientrends: Rückblick auf 2012 und eine Vorschau auf 2013

Medientrends: Rückblick auf 2012 und Aussicht auf 2013Was waren die wesentlichen Ereignisse des vergangenen Jahres? Und, was liegt im neuen Jahr vor uns? Cision hat sich mit drei Medienexperten aus den USA zusammengesetzt und alle drei haben ihre Sicht verschiedener Medientrends mit uns geteilt: Herr Jeremy Porter, Director of Unified Communications bei Definition 6 und Blogger bei Journalistics; Herr Kevin Dugan, Marketing Direktor bei Empower und PR-Blogger bei Bad Pitch Blog sowie Frau Ariel Kouvaras, Senior Account Executive bei Bliss Integrated.

Herr Porter glaubt, dass 2012 das entscheidendes Jahr für mobile Geräte war, da mehr Menschen als je zuvor Smartphones und Tablets als Standardgerät nutzten. “Die Medien haben diese Entwicklung mitgemacht und ‘Mobile-First’ ist heute oft das zentrale Thema bei Entwicklungsprojekten“ so Herr Porter. “Es ist mittlerweile üblich, ‘Responsives Webdesign’ in einem Web-Meeting hören.”

Herr Dugan stimmt zu, dass die zunehmende Konvergenz von Technologie und Content einer der wesentlichen Treiber von Innovationen war im letzten Jahr.

Frau Kouvaras bezieht sich auf die jüngst eingestellte Printausgabe der Newsweek als Realitätscheck und brutale Erinnerung, zu welchem Grad digitale Innovationen das Jahr 2012 beeinflusst haben. “Dass Newsweek die Printausgabe eingestellt hat und sich auf eine rein digitale Präsenz konzentriert, ist ein weiterer Beweis dafür, dass die zunehmende Digitalisierung die ‘Tinte & Papier’-Wurzeln der Nachrichtenindustrie vernichtet – die Spielregeln haben sich fundamental geändert,” sagt Frau Kouvras.

Ethische Grundsätze in der Arbeit werden durch neue Praktiken – die erst durch die Verbindung von Technologie und sozialen Medien ermöglicht werden – fundamental in Frage gestellt. Das erinnert uns daran, wie wichtig es ist, anpassungsfähig zu bleiben, denn “vom Standpunkt der Kommunikation aus, müssen wir uns nun nicht nur Gedanken darüber machen, in welcher Weise wir Content an Zielgruppen liefern, sondern auch wie verschiedenartig die Erfahrungen sind in Bezug auf den Konsum dieses Contents“ macht Herr Porter deutlich. “Dadurch entstehen zwar viele Herausforderungen, aber eben auch sehr spannende Möglichkeiten.”

ContentZudem ist auch das richtige Timing zu beachten. “Sicherzustellen, dass der jeweilige Content von den der richtigen Zielgruppe zum richtigen Zeitpunkt gefunden wird, bedarf eines gefestigten Verständnisses von Paid, Owned und Earned Media,” laut Herrn Dugan. “Die wesentliche Herausforderung ist es, die richtigen Daten zur richtigen Zeit zu bekommen. Mit dem richtigen Mix aus schnellen Daten (Unternehmensdaten, Social Media, Search und Web Analytics) sowie langsamen Daten (Branchen-Datenbanken und Research Services), ist es möglich, Zielgruppen effizienter als je zuvor zu erreichen.

“Journalisten unverwechselbare Inhalte zu präsentieren wird immer schwieriger”, betont Frau Kouvaras. “Reporter standen noch nie unter einem solchen Leistungsdruck wie heute – Es ist relativ einfach für Newsorganisationen, den Erfolg einer online Story zu messen und daher brauchen Reporter einfach einen Scoop. Genau diese Problematik stellt daher eine der wesentlichen Herausforderungen für PR-Profis heute dar, einen Journalisten für eine Story zu gewinnen, die eben keinen Scoop hat.”

Google+Einige neue – aber auch einige etablierte – Mediatools werden in diesem Jahr in der Kommunikation sehr hilfreich sein. Google+ – gerade im Vergleich zu Twitter und Facebook bisher sträflich vernachlässigt – könnte dieses Jahr endlich den Durchbruch erleben.

“Google+ ist momentan die beste soziale Plattform, aber es fehlt eben an Publikum,” sagte Herr Dugan. “Ein grosses Problem und Google versucht auf verschiedene Arten die eigene Plattform mit mehr Nutzern zu verbinden – gleichzeitig führt Google weitere Verbesserungen ein. Auf keinen Fall wird Google+ verschwinden.”

Wenn es um Google+ geht, ist von entscheidender Bedeutung, ob die Zielgruppe, die der Kommunikator zu erreichen versucht, diese Plattform auch benutzt. “Die Antwort auf diese Frage ist wesentlich wichtiger, als sich Sorgen um die Zukunft von Google+ zu machen.“ fügt Herr Dugan hinzu.

Frau Kouvaras setzt große Hoffnungen in die Google Plattform. “Google Hangouts könnten für B2B Kommunikations-Profis ein effizientes Tool sein, dynamischen, interaktiven digitalen Content für Profis in der ganzen Welt zu produzieren. Daher hoffe ich, dass wir alle anfangen Google+ in dem Sinne zu nutzen – mich eingeschlossen.”


ThingLinkThingLink ist eines der Tools, auf die Herr Porter in diesem Jahr ein wachsames Auge haben wird. ThingLink erlaubt seinen Nutzern, Geschichten durch Bilder zu erzählen – wie Instagram – und stellt auch ein effizientes Tagging-Feature bereit. Herr Porter ist auch überzeugt, dass das Potenzial von Tumblr und LinkedIn nicht voll ausgeschöpft wird – angesichts der vielen Änderungen ermutigt er Kommunikations-Profis gerade LinkedIn noch einmal eine Chance zu geben. „LinkedIn ist das neue Facebook für Marken“ sagt er.

RavenToolsHerr Porter glaubt, dass RavenTools – ein Tool zur Verwaltung von SEO und Social Analytics – in diesem Jahr durchstarten wird. “PR-Profis werden auch zunehmend mit Marketing-Automatisierungs-Tools wie HubSpot und Pardot für Inbound Marketing vertrauter”.

Angesichts der unvermeidbaren, weitergehenden Digitalisierung unserer Industrie, möchte Frau Kouvaras jedoch daran erinnern, wie wichtig es ist, aufrichtig und sich selbst treu zu bleiben, gerade wenn man Beziehungen entwickeln möchte. “Sich hinter einer E-Mail-Adresse zu verstecken, bringt einen nicht weiter. Jemanden anzurufen oder sich auf einen Kaffee zu treffen, ist immer noch die bessere Möglichkeit eine Beziehung aufzubauen – und die sind letztlich die Grundlage für dieses Geschäft.” betont sie. “Versuchen Sie so authentisch wie möglich zu sein. Jemandem mit einer Verkaufsabsicht auf Twitter zu folgen ist kein sinnvolles Vorhaben.”

Herr Dugan schlägt vor pragmatisch zu sein. “Seien Sie offen für Veränderungen, aber bitte nicht jeden neuen, gepushten Hype mitmachen.”

Beim Aufbau neuer Beziehungen empfiehlt Herr Porter, stets ehrlich sowie ein guter Zuhörer zu sein. “Erst zuhören, dann reden” so Herr Porter. Darüber hinaus glaubt er, dass Twitter Chats als sinnvolle Ressource genutzt werden sollten. “Sie werden tolle Menschen kennenlernen und viel dabei lernen.”

Wir bedanken uns bei Frua Kouveras, Herrn Porter und Herr Dugan für dieses Gespräch!

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Kontakt

Herr Jeremy Porter, Director of Unified Communications bei Definition 6 und Blogger bei Journalistics. Sie finden Herrn Porter auch auf Twitter.

Herr Kevin Dugan, Marketing Direktor bei Empower und PR-Blogger bei Bad Pitch Blog. Sie finden Herrn Dugan auch auf Twitter.

Frau Ariel Kouvaras, Senior Account Executive bei Bliss Integrated – Sie finden Frau Kouvaras auch auf Twitter.