PRspektive: “Wichtig ist ein origineller Plan; die Taktik ist sekundär” – Interview mit Ashley Simmons

PRspektive: "Wichtig ist ein origineller Plan; die Taktik ist sekundär" - Interview mit Ashley Simmons

Neue Tools und Technologien sind oft leicht zu kriegen und lösen schnell Begeisterung aus, aber ohne einen Plan dafür, wie diese Tools in Zukunft genutzt werden sollen, kann niemand von ihren Vorteilen profitieren.

Ashley Simmons, Director of Communications bei der Telecommunications Industry Association, ist der Meinung, dass als erstes ein solcher Plan entwickelt werden muss, um Ziele zu erreichen. Die Tools und Technologien sind dann sekundär.

In unserem Interview spricht Simmons darüber, wie sich Daten und Analysen am besten nutzen lassen, wie man spezifische Ziele für die Kommunikationsstrategie setzt und in der PR kreativ ist und auch mal Risiken eingeht.

Was hat Sie zur PR- und Kommunikationsbranche hingezogen?

An der Uni habe ich Journalismus studiert und nach mehreren Praktika in der Kommunikation – bei einer lokalen Gemeindezeitung, einer PR- und Werbeagentur und zwei politischen Kampagnen – merkte ich, dass ich mich wirklich gerne auf öffentliche Angelegenheiten und politische Kommunikation konzentrieren wollte.

Es ergabe einfach Sinn, das in der Hauptstadt zu studieren, um mehr Erfahrung zu sammeln, also zog ich nach Washington D.C. um und begann dort das weiterführende Studium Medien und Öffentliche Angelegenheiten an der George Washington University. Ich sicherte mir auch ein Praktikum in der Kommunikationsabteilung einer der einflussreichsten Handelsgesellschaften dort. Den Schritt vom Journalismus in die PR habe ich nie bereut.

Worauf freuen Sie sich in Ihrer neuen Rolle als Director of Communications bei der Telecommunications Industry Association am meisten?

Die wachsende Zahl an Unternehmen und Technologien, die unser globales Kommunikationsnetzwerk ausmachen und unterstützen, haben das Potential, viele Branchen zu verändern – Gesundheit, Energie, Kommunikation, Fertigungsindustrie, Finanzen, Regierung und mehr. Dabei verbessern sie auch das Leben einzelner Personen rund um den Globus.

Ich glaube, das was wirklich Dinge verändert und weiterentwickelt ist, das volle Potential und die Möglichkeiten unserer Kommunikationsnetzwerke im Internet der Dinge wahrzunehmen. Dabeizusein und diese Entwicklung darzustellen, sei es Entscheidungsträgern hier in Washington, den Medien oder der Öffentlichkeit, ist für mich sehr spannend.

Was ist das Wichtigste, das Sie im Verlauf Ihrer Karriere über PR gelernt haben?

Das Wichtigste, was ich bis heute von der PR gelernt habe, ist, erklären zu können, wie PR an mehr als nur der Anzahl von Publikationen gemessen werden kann. Für mich liegt der Schlüssel darin, Daten und Analysen zu nutzen, um gezieltere große und kleine PR-Kampagnen zu fahren und die sich daraus ergebenden Fakten und Zahlen – zum Beispiel Klicks, Likes und mehr – mit den Geschäftszielen des Kunden oder der Firma in Verbindung zu bringen.

Es kann natürlich manchmal anstrengend sein, sich durch die vielen Informationen zu kämpfen. Aber ich habe festgestellt, dass es sehr vorteilhaft ist, wenn es darum geht, den Wert von PR für ein Unternehmen aufzuzeigen und ROI für die Management-Ebenen nachzuweisen.

Was sind die wichtigsten Komponenten einer erfolgreichen Kommunikationsstrategie?

Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch, hat mal jemand irgendwo gesagt. Das ist mir im Gedächtnis geblieben. Wen es darum geht, eine erfolgreiche Kommunikationsstrategie auf die Beine zu stellen, ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, mit einem originellen und kreativen Plan anzufangen, der jede Zielgruppe definiert, spezifische Ziele und Kernbotschaften für jede anzusprechende Gruppe festlegt.

Taktik und Tools sind sekundär. Oft sehe ich aber, wie die Leute sich darauf als erstes stürzen, ohne dass sie vorher richtig verstanden haben, welches Ziel dem Ganzen zugrundeliegt und was sie damit erreichen wollen. Snapchat ist zum Beispiel ein relativ neues Tool und einige Marken nutzen es schon erfolgreich im Marketing, aber ist es für Ihre aktuellen Ziele und Situation wirklich sinnvoll? Erreichen Sie damit wirklich Ihre Zielgruppe? Vielleicht schon, vielleicht aber auch nicht.

Wie können Marken sich von den vielen Konkurrenten abheben?

 

PRspektive: "Wichtig ist ein origineller Plan; die Taktik ist sekundär" - Interview mit Ashley Simmons

Um einen meiner liebsten Country-Musiker, Kenny Chesney, zu zitieren: “…it ain’t nothing but noise” (“Es ist nichts als Lärm”). Da draußen wird wirklich viel Lärm produziert, wenn Marken gegeneinander um Aufmerksamkeit konkurrieren. Allerdings glaube ich auch, dass eine Marke sich immer noch abzeichnen kann. Man muss dazu sehr kreativ sein und Mut haben, Neues auszuprobieren.

Mit einem vielseitigen Ansatz an PR-Kampagnen heranzugehen ist auch wichtig. Dabei sollten Influencer, Partnerschaften, aktuelle Events und soziale Medien in Echtzeit einbezogen werden. So kommt Dynamik in die Sache und man kann mit anderen Influencern und Marken in Dialog treten.

Ich glaube auch, dass man ein gewisses Verständnis von Risikomanagement braucht und keine Angst davor haben darf, mit Taktiken zu experimentieren, die klassischerweise noch nicht im Einsatz sind.

Haben Sie einen Rat für Menschen, die am Anfang ihrer PR-Karriere stehen?

Netzwerken Sie. Gehen Sie raus und bauen Sie so viele Kontakte auf wie möglich, besonders wenn Sie noch in der Ausbildung sind, und bewerben Sie sich um möglichst viel echte Berufserfahrung in verschiedenen Branchen oder Abteilungen.

Seien Sie ehrgeizig, demütig, fleißig und akzeptieren Sie konstruktive Kritik. Schreiben Sie auch so viel und so oft wie möglich – diese Fähigkeit werden Sie ständig weiterentwickeln müssen und Sie können nur durch Übung besser werden.

Ashley Simmons persönlich

1. Ich dachte immer, ich werde…Sängerin und Tänzerin am Broadway.

2. Ich kann es nicht leiden wenn…jemand spät dran ist.

3. Wenn ich nicht arbeite, liebe ich…Country-Musikkonzerte, Kochen und Sportevents – besonders Eishockey.

4. Wenn ich auf einer einsamen Insel festsäße, würde ich…die Elektronik einmal sein lassen müssen und mich entspannen.

5. Mein liebstes soziales Netzwerk ist…Twitter; das ist meine primäre Nachrichtenquelle.

6. Meine liebste Tageszeitung ist…The Wall Street Journal.

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[Bilder via Pixabay: 1, 2]