Soziale Medien im Journalismus: Welche Plattformen werden wie genutzt?

Journalisten und soziale Medien: Welche Plattformen werden wie genutzt?

Mehr als die Hälfte der befragten Journalisten aus der internationalen Social Journalism-Studie von Cision glauben, dass sie ohne soziale Medien nicht mehr arbeiten könnten.

Während soziale Medien für immer mehr Journalisten zum wesentlichen Bestandteil ihrer Arbeit werden, sinkt die Anzahl derer, die Twitter, Facebook und Co. nicht beruflich nutzen (von 12% in 2013 auf 6% in 2014). Soziale Medien haben also beachtlichen Einfluss auf die Medien und dies wird sich in Zukunft nur noch verstärken.

Weltweit wenden sich die Leser von Printpublikationen und allabendlichen Nachrichtensendungen ab. In Deutschland erhalten viele Menschen ihre Nachrichten noch über Tageszeitungen und TV, aber auch hierzulande konsumiert man immer häufiger Online-News, und Journalisten sind gezwungen, sich diesem Trend anzupassen.

Hier erfahren Sie mehr darüber, welche sozialen Netzwerken international von Journalisten im Berufsalltag verwendet werden, wie sie diese benutzen und warum:

1. Facebook

Mit 1,44 Milliarden aktiven Nutzern im Monat (1,2 Milliarden davon greifen über ein mobiles Endgerät auf die Plattform zu) ist Facebook das größte soziale Netzwerk der Welt.

Bei einer so großen potentiellen globalen Reichweite ist es nicht verwunderlich, dass unsere Studie Facebook als eines der beiden dominanten Tools für Journalisten identifizierte. Das gilt insbesondere für Deutschland, Finnland und Schweden.

Sowohl deutsche als auch englischsprachige Journalisten nutzen Facebook bevorzugt zur Promotion und Verbreitung von Content. Tatsächlich ist Facebook laut einer kürzlich veröffentlichten Aussage der Analytics-Firma Parese.ly für 43% des Traffics für Medien-Webseiten verantwortlich, wodurch es mehr Traffic generiert als der Suchmaschinengigant Google.

Innerhalb von weniger als zwei Jahren hat sich der Einfluss von Facebook verdoppelt und dieser Trend wird sich wohl auch in Zukunft fortsetzen. Facebook hat sich als effizientes Mittel zur Verbreitung von Content etabliert, aber Journalisten und Publikationen sind auch auf anderen sozialen Medien präsent.

2. Twitter

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Laut einem Bericht von Triggertrap bilden Journalisten die größte Gruppe an verifizierten Twitter-Nutzern. Obwohl sie nicht so viele Twitter-Follower haben wie zum Beispiel Promis oder manche große Marken, nutzen Journalisten Twitter gerne zur Recherche und um ihre Arbeit online zu bewerben.

Twitter spielt auch eine sehr große Rolle bei der Echtzeit-Berichterstattung. Auf Twitter können aktuelle Ereignisse noch während sie passieren in kurzen Details beschrieben werden, egal ob es sich um geplante Veranstaltungen oder Katastrophen handelt. Nicht alle dieser Updates kommen jedoch von den Journalisten selbst.

Twitter war zum Beispiel ein zentraler Schauplatz für lokalen und globalen Dialog während des Arabischen Frühlings. Bürgerjournalismus ist ein heißes Thema und wird wahrscheinlich auch in Zukunft diskutiert werden, wenn soziale Medien sich weiterentwickeln.

Sie wollen mehr darüber erfahren, wie Journalisten international soziale Medien nutzen? Hier geht es zum vollständigen Report der Social Journalism-Studie.

3. Google+

Je nach Land nutzen 30 bis 48% aller Journalisten Google+. Zwar steht das Netzwerk bei vielen Nutzern sozialer Medien in einem schlechten Ruf, bei Journalisten findet es aber zum Beispiel Verwendung, um ihre Follower zu Hangouts einzuladen, aktuelle Themen mit Kollegen zu besprechen und ihre eigene Meinung und Persönlichkeit zu positionieren, ohne dabei durch Zeichenlimits eingeschränkt zu sein.

Google+ hat seine endgültige Rolle noch nicht gefunden, aber Googles im Juni lancierter Service News Lab könnte es auf einen ganz speziellen Weg führen. Zu den vielen Merkmalen des neuen Dienstes gehört auch die Möglichkeit, Storys über Google+ zu verbreiten. Noch bleibt abzuwarten, wo diese neue Initiative hinführt und ob Journalisten sich daran beteiligen oder auf eine andere Plattform umziehen werden.

4. Instagram

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Was einst ausschließlich als App für die jüngere Generation galt, gewinnt nun kräftig an Fahrt. Nicht nur hat Instagram ganze 300 Millionen aktive Nutzer, sondern es lässt sich auch mithilfe einer einfachen Photo-Link-Funktion mit Facebook verbinden.

Unsere Studie zeigt, dass je nach Land 30% oder weniger Journalisten die Instagram-App nutzen. Wahrscheinlich wird diese Zahl aber in den nächsten Jahren ansteigen, denn mehr Publikationen gesellen sich zu den Instagram-Nutzern, wie zum Beispiel die BBC mit dem Instafax-Projekt oder der Guardian mit #GuardianCam.

Freiberufliche Journalisten und Fotografen haben ihre Gedanken zu Instagram und dessen Wert für ihre Arbeit bereits zum Ausdruck gebracht. Neil Shea sagte zum Beispiel: “Ich bin absolut sicher, dass die Zielgruppe, die ich auf Instagram erreichen kann, nicht dieselbe ist wie die, die ich über National Geographic erreiche.”

Vor allem in Deutschland gewöhnen sich manche Journalisten erst langsam an den Gedanken, soziale Medien in ihren Berufsalltag zu integrieren. Die Social Journalism-Studie zeigt aber, dass ein größeres Verständnis der verschiedenen Tools mit der Zeit zu weniger Zweifeln und einer weiter verbreiteten, strategischeren Nutzung führen.

Den vollständigen internationalen Report der Social Journalism-Studie können Sie hier herunterladen.