Twitter – 140 Zeichen jetzt komplett für Text

Twitter – 140 Zeichen jetzt komplett für Text

Alle aktiven Twitter-Nutzer können nun ganz entspannt aufatmen. Nach monatelangem Rätseln um Neuerungen in Sachen Zeichenanzahl bei Tweets – es war sogar die Rede davon, dass die Beschränkung der 140 Zeichen pro Tweet aufgehoben werden soll und auf 10.000 erhöht wird – gibt es nun Gewissheit: Seit einigen Tagen ist es möglich, längere Tweets zu verfassen. Ja, ganz genau: man kann nun mehr mitteilen. Jedoch ist damit nicht gemeint, dass die Anzahl von 140 Zeichen erhöht wurde, sondern, dass Bilder, Videos, GIFs oder Umfragen nicht mehr zu den 140 Zeichen dazugerechnet werden, denn diese Beifügungen nahmen zuvor um die 20 Zeichen ein. Dies ermöglicht dem Nutzer, trotz beigefügter Bilder oder Umfragen die vollen 140 Zeichen für seine Botschaft zu verwenden.

Mehr Platz trotz gleichbleibender Zeichenanzahl

Um die Neuerungen einmal aufzuschlüsseln und zu zeigen, was genau nicht mehr mit eingerechnet wird und was trotz Ankündigung doch nicht realisiert wurde, hier eine kleine Übersicht:

  1. Bilder: Es besteht nun die Möglichkeit, bis zu vier Bilder bei einem Tweet anzufügen, ohne die 140 Zeichen zu beanspruchen. Zuvor konnten auch immer bis zu vier Bilder pro Tweet anhängt werden, wobei einmalig die Zeichenanzahl abgezogen wurde.
  2. Videos: Fügt man ein Video hinzu, so werden nur bei denen, die man selbst hochlädt, keine Zeichen beansprucht. Bei Youtube-Links werden beispielsweise, wie auch bei anderen Links, 23 Zeichen abgezogen.
  3. Links: Für Links werden weiterhin – wie bereits erwähnt – jeweils 23 von den 140 Zeichen abgezogen. Hier fand also keine Veränderung statt.
  4. Umfragen: Umfragen werden nun nicht mehr in die Anzahl der Zeichen mit eingerechnet, man kann sie ganz einfach anhängen. Dies gilt auch für Zitate – man hat mehr Raum für Text.
  5. Antworten: Wenn man in Form einer Antwort oder eines Kommentars eine Person mit @Benutzername verlinkt, so zählt dieser immer noch, trotz angekündigter Neuerung, zu den 140 Zeichen.
  6. Erwähnungen: Erwähnt man eine Person namentlich in seinem Tweet (sog. Mentions), so zählt der Name weiterhin zu den 140 Zeichen.
  7. Die .@-Funktion: Antworten werden nun direkt an alle Follower gesendet, man muss keinen Punkt mehr vor das @ machen, damit dies geschieht.
  8. Eigene Tweets: Man kann ab sofort seine eigenen Tweets retweeten und auch zitieren, dies ist für den Fall gut, wenn ein besonders erfolgreicher Tweet einfach nochmals publiziert werden soll oder etwas nachgetragen werden muss.

Dies sind im Wesentlichen die Änderungen, die vor ein paar Tagen bei Twitter Einzug hielten. Sie bieten einem also mehr Raum für Text, obwohl die 140-Zeichen-Regelung beibehalten wird. Woher kommt diese Beschränkung auf 140 Zeichen eigentlich?

Ursprung der 140-Zeichen-Beschränkung

Als die erste Twitter-Version vor 10 Jahren entwickelt wurde, war es noch ein SMS-Dienst und aufgrund technischer Angelegenheiten auf diese Anzahl von Zeichen beschränkt. Nach dem Übergang auf eine Web-Plattform wurde diese Anzahl einfach beibehalten und etablierte sich recht schnell – sie wurde zum Markenzeichen von Twitter. Allerdings sprechen sich viele Nutzer auch immer wieder für eine Lockerung der 140-Zeichen Grenze aus, um längere Texte auf Twitter zu veröffentlichen. Insbesondere Nutzer, die von anderen Plattformen wie beispielsweise Facebook kommen, sehen in den 140 Zeichen ein Hindernis. Dadurch kamen auch einige bereits auf die Idee, ihren Text in eine Bilddatei einzufügen oder aber Screenshots zu veröffentlichen, um dadurch die Beschränkung auf 140 Zeichen zu umgehen und die eigentlichen 140 Zeichen von dem Tweet für die Verlinkung von Personen oder Hashtags zu nutzen. Aber auch wenn einige Nutzer diese Beschränkung als lästig empfinden, bleibt die 140-Zeichen-Grenze. Twitter-CEO Jack Dorsey erklärte die Obergrenze als eine „gute Beschränkung“, sie solle die „Kürze des Moments“ wiedergeben. Es soll sich auf das wichtigste beschränkt und die richtigen Keywords gewählt werden. Daher bleibt die Begrenzung und wird lediglich durch das Entfallen der Einrechnung von Bildern, Umfragen etc. in die Zeichenanzahl aufgelockert.

Weitere Änderungen 2016

Neben diesen aktuellen Neuerungen gab es dieses Jahr bereits weitere Änderungen bei Twitter. Vor einiger Zeit wurde der Nachtmodus bei der App eingeführt, dieser erleichtert das Lesen im Dunkeln. Üblicherweise ist der Hintergrund der App weiß. Mit dem Nachtmodus kann man zu einem dunkelblauen Hintergrund mit weißer Schrift wechseln. Der Modus wirkt in dunklen Räumen augenschonend. Da das Umschalten in den Nachtmodus nicht automatisch funktioniert, befindet sich in der App unter dem persönlichen Profil ein Schalter dafür – der Tagmodus muss ebenfalls wieder manuell aktiviert werden. Des Weiteren führte Twitter auch einen Qualitätsfilter ein, der es ermöglicht, irrelevante Tweets auszusortieren. Der Filter reagiert auf Faktoren wie beispielsweise Verhalten oder Herkunft eines Accounts. Ist der Filter aktiv, kommen keine Tweets mehr doppelt in der Timeline vor und auch automatisierte Tweets sollen verschwinden. Der Filter wirkt somit gegen Spam und Belästigungen.
Eine ähnliche Funktion gibt es auch für die Notifications (Mitteilungen). Nutzer können nun einstellen, zu welchen Mitteilungen sie eine Meldung erhalten wollen – sie können zwischen „Alle“ und „Erwähnungen“ wählen. Sie können auch auswählen, ob sie nur Benachrichtigungen von Personen erhalten wollen, denen sie folgen. Ebenfalls neu ist ein Button, der auf der eigenen Website platziert werden kann und der so eine gezielte Kontaktaufnahme mit dem jeweiligen Twitter-Nutzer per Direktnachricht ermöglicht. Unternehmen können somit leichter kontaktiert werden.

Fazit

Durch all diese Änderungen will sich Twitter seinem Konkurrenten Facebook stellen und zeigen, dass es seiner Community zuhört und Neuerungen in die Wege leitet, um die Plattform für die Nutzer attraktiver und freundlicher zu gestalten. Gerade im Hinblick auf die Auflockerung der 140-Zeichen-Regelung merkt man, dass Twitter dort seinen Nutzern etwas entgegenkommt und mehr Raum für Mitteilung bietet – ganz weichen wird die Begrenzung jedoch nicht und das ist auch gut so! Denn was wäre Twitter auch ohne sein wohl umstrittenes Markenzeichen?