Was PR vom Minimalismus lernen kann

Was PR vom Minimalismus-Trend lernen kann

Zu jedem Trend gibt es früher oder später eine Gegenbewegung. So stehen in der Welt der Blogger und YouTuber auf der einen Seite zahlreiche Mode- und Beautyblogs, welche die große und vielseitige Auswahl an Konsumgütern zum Selbstausdruck und auch als Geschäftsmodell nutzen. Auf der anderen Seite entstehen immer mehr Beiträge rund um den Trend des “Minimalismus”. Seit dem 1. April ist beispielsweise die Dokumentation “Minimalism” der international bekannten US-Blogger Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus weltweit auf Netflix verfügbar. Bücher wie Marie Kondos Bestseller “Magic Cleaning”, von dem weltweit mehr als 5 Mio. Exemplare verkauft wurden, bringen Lesern den Wert eines Lebens ohne überflüssigen Besitz näher. In unseren Breiten ist “simplify your life” von Werner Tiki Küstenmacher und Lothar Seiwert mittlerweile in der 17. Auflage zu haben.

Was so viel Anklang findet, hält sicherlich auch die eine oder andere nützliche Inspiration für die PR bereit. Werfen wir einen genaueren Blick auf den Trend und darauf, wie Kommunikatoren daraus Schlüsse für ihren eigenen Erfolg ziehen können.

Was ist Minimalismus?

Dem Begriff “Minimalismus” begegnet man vorranging in der Kunst – sei es in Form von Gemälden, Skulpturen, Architektur oder Musik. Im Sinne eines Lebensstils bedeutet er aber das Streben nach einem einfachen Leben. Die Minimalisten unserer Zeit sind keinesfalls die ersten, die eine Alternative zur konsumorientierten Existenz suchen und im Alltag bewusst Verzicht auf geistige Überflutung und materielle Güter üben. Die Wurzeln ähnlicher Bewegungen findet man schon bei den Kynikern des antiken Griechenland, im japanischen Zen und bei Henry David Thoreau. Unsere Generation ist allerdings die erste, die mit Hilfe sozialer Medien diesen Lebensstil zu einem trendigen Lifestyle erhoben hat. Mehr noch als die Strömungen vor dem Web 2.0 zeichnet sich dieser Minimalismus durch eine ganz bestimmte Ästhetik, digitale Präsenz und jugendliche Stimmung aus.

Welche Elemente, die diesen Trend erfolgreich machten, können wir ebenso in der Kommunikation einsetzen? Fünf davon haben wir für Sie zusammengestellt.

1. Wenn Sie eine Idee verbreiten wollen, brauchen Sie eine einheitliche Ästhetik

Moderne Minimalismus-Blogs und -YouTube-Kanäle haben ein ganz eigenes visuelles Erscheinungsbild: Professionelle Hochglanz-Bilder und -Videos erinnern an das Flair von Beauty- und Lifestyle-Magazinen, während die Dominanz von Weiß- und neutralen Naturtönen über verschiedene Plattformen hinweg immer wieder die gleiche Atmosphäre erkennen lässt. Vergleichen Sie dazu zum Beispiel einerseits den Blog “Minimalismus leben” mit “Becoming Minimalist” und andererseits die Videos der in Deutschland lebenden Sarah Nourse mit denen der oben genannten Minimalists.

Natürlich dreht sich Kommunikation bei weitem nicht immer um den Verzicht auf gegenständlichen Besitz – meist eher um das Gegenteil. Was auch immer der Gegenstand Ihrer PR- oder Marketing-Kampagne ist: Sie sollten sicherstellen, dass alle Ihre Maßnahmen die gleiche Grundstimmung, ähnliche visuelle Elemente und die gleiche kreative Leitidee widerspiegeln. Nur so sind Sie über jeden Kontaktpunkt mit (potentiellen) Kunden hinweg wiedererkennbar und bleiben bis zur Kaufentscheidung besser im Gedächtnis.

2. Nutzen Sie Bilder, die Emotionen wecken

Was nehmen Menschen von einer Begegnung am ehesten mit? Natürlich das, was ihnen nützlich und praktisch umsetzbar erscheint, aber auch das Gefühl, das sie bei einer Veranstaltung, einem Treffen mit einem Kollegen oder eben beim Zusammentreffen mit einer Marke empfanden. So wählten die Minimalists bei einem ihrer bekanntesten Vorträge schlichte Pappkartons als ein einfaches visuelles Mittel, das dennoch ihre Geschichte zu unterstreichen vermochte. So wurden die erzählten Emotionen für das Publikum erfahrbar.

Überlegen Sie sich, bevor Sie mit der Planung Ihrer Kommunikation beginnen, welches Gefühl und welcher Eindruck in den Köpfen Ihrer Zielgruppe entstehen sollen, wenn sie mit Ihrer Marke in Berührung kommen. Nutzen Sie dann Bilder, Geräusche, Gegenstände und Erfahrungen, die genau diese Emotionen auslösen – und zwar weit über rein intellektuelles Verständnis hinaus – und setzen Sie diese gekonnt ein.

3. Sinnversprechen: Was mich erhebt, zieht mich an

Zu den grundlegendsten Dingen, die uns Menschen motivieren, gehört auch der Wunsch, dass unser Leben und unser Handeln von Bedeutung sind. Ein Sinnversprechen, das dieses Bedürfnis erfüllt, ist das Herzstück des minimalistischen Trends: Besitz zu reduzieren. Das soll Raum schaffen zur Entfaltung des Selbst und Zeit bringen, der eigenen Leidenschaft zu folgen. In der weltweiten Community derer, die diesen Trend in die Welt hinaustragen wollen, fühlt man sich außerdem als Teil eines Ganzen, das größer ist als man selbst.

Eine Marke sollte nicht nur für sich selbst gewisse Werte verkörpern, sondern auch dem Verbraucher das Gefühl vermitteln, dass er oder sie Teil eines Ganzen ist. Das muss nicht gleich ein großes Projekt sein, das die Welt verändert. Es kann auch lokal verankert oder auf völlig andere Lebensbereiche ausgelegt sein. Aber selbst ein auf den ersten Blick triviales Lifestyle-Thema kann mit der richtigen Perspektive (beispielsweise über die Schiene der Selbstverwirklichung) glaubhaft dazu beitragen, dem Leben Ihrer Zielgruppe einen weiteren Sinn zu verleihen.

4. Konzentrieren Sie sich lieber auf wenig von Wert als auf viel, das nichts nützt

Vielleicht der offensichtlichste Punkt, den gute PR mit Minimalismus gemeinsam hat, ist der strategische Fokus auf genau das, was wertvoll, langfristig von Nutzen und zeitlich und finanziell handhabbar ist. Alles Andere bleibt außen vor. Ob es um Social Media-Kanäle geht, die, einmal erstellt, kontinuierlich gepflegt werden müssen, um kostspielige Veranstaltungen oder um Inhalte, deren redaktionelle Qualität nicht leiden darf – auch PRler sind in ihrer Zeit, ihrem Budget und ihren Ressourcen nun einmal eingeschränkt. Daher gilt es bei jeder neuen Maßnahme zu durchdenken: Passt sie wirklich zu meiner Positionierung? Bringe ich so meine Botschaft voran? Trägt sie wirklich zum Erreichen meiner Ziele bei? Ist das nicht der Fall, muss darauf verzichtet werden – und wenn die Maßnahme einem noch so sympathisch und spannend vorkam.

5. Persönlichkeit und Individualität stärken eine Marke

Obwohl der Minimalismus als Ganzer ein sehr einheitliches Bild nach außen zeigt, bringt doch jeder Minimalist seinen oder ihren eigenen Stil mit. So beschreibt jeder ganz individuell, wie dieser Lebensstil verstanden wird und praktisch im Alltag aussieht. Manchen YouTubern wird bemerkenswerterweise von ihren Zuschauern die Frage gestellt, ob man minimalistisch leben und “trotzdem” mehr als nur Weiß und Grau im Kleiderschrank und in der Wohnung haben darf. Die Antwort ist: Ja, selbstverständlich! Und so gilt auch für die Kommunikation, dass Erfolg nicht immer gleich aussieht und nicht jedem Trend nachgeeifert werden muss. Wichtig ist, was für IHR Unternehmen relevant und nützlich ist und welches Bild Sie mit IHRER Marke vermitteln wollen.

Fazit

“Lernen kann man von jedem und Wissen kommt von allen Seiten”, heißt es in Cisions Unternehmenswerten. So lohnt es sich auch, einen Blick auf einzelne Trends zu werfen, die auf den ersten Blick wenig mit der Kommunikationsbranche zu tun haben, um zu untersuchen, welchen Faktoren sie ihren Erfolg verdanken und was davon sich auf die eigene Arbeit anwenden lässt. Viele der Prinzipien, die den minimalistischen Lebensstil und seine Beliebtheit in sozialen Medien ausmachen, können im gleichen Maße zum Erfolg von PR- und Marketing-Kampagnen beitragen.

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