Cision-Blog: Interview mit Franziska Schmid von Veggie Love

Dies ist ein Gastbeitrag von Christina Lindner, Media Researcher bei Cision in Frankfurt.
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Cision setzt die Reihe an Interviews mit Deutschlands führenden Autoren von veganen Blogs fort: Nach unserem Interview mit A Very Vegan Life präsentieren wir heute ein Gespräch mit Franziska Schmid (Foto: Björn Lexius) von Veggie Love. Das Blog ist in unserem Ranking der Top 10 veganen Blogs in Deutschland auf Platz 6 gelandet und beschäftigt sich zusätzlich zu veganem Essen auch mit Kosmetik und Location-Tipps rund um das vegane Leben. Frau Schmid ist nicht nur die treibende Kraft hinter Veggie Love, sondern auch feste Autorin beim Blogazine Kalinka.Kalinka und dem internationalen Online-Magazin Vilda.

Wann und warum sind Sie Veganerin geworden?

Seit Mitte Januar 2006 lebe ich vegan und habe das sehr spontan an einem Samstagnachmittag beschlossen. Ich lebte zuvor schon sehr lange vegetarisch, hatte aber nie über Milch, Käse oder Eier in meiner Küche nachgedacht. Nach der Umstellung der Ernährung folgten rasch mein Kleiderschrank und Badezimmer – Mode und Kosmetik sind bei mir auch vegan. In meiner Familie wurde schon immer großer Wert auf den Schutz der Umwelt gelegt – dazu passt eine vegane Lebensweise ganz hervorragend. Für mich und meinen Konsum soll niemand leiden – weder die Umwelt noch die Tiere oder andere Menschen. Deshalb lege ich neben dem Fehlen von tierlichen Inhaltsstoffen auch Wert auf fairen Handel, soziale Arbeitsbedingungen und biologischen Anbau von Lebensmitteln und Pflanzenfasern.

Welches Klischee über Veganer stört Sie besonders?

In meinem Blog kann man gut sehen, dass man als moderner Mensch ohne Verzicht sehr gut und sehr schön vegan leben kann. In jedem Bereich des Lebens trifft man auf Menschen mit Vorurteilen – das Aufregen darüber halte ich aber für reine Zeitverschwendung. Ich gehe lieber mit gutem Beispiel voran.

Haben Sie ein Lieblingsrezept? Können wir es auf Ihrem Blog finden?

Mein Tag beginnt immer mit einem grünen Smoothie. Meine liebsten Rezepte habe ich im Blog zusammengestellt und dazu auch ein kleines Video gemacht. Diese grünen Getränke mag ich so gerne, weil sie einfach und schnell zuzubereiten sind, überall hin mitgenommen werden können und irre gesund sind. Gut schmecken tun sie darüber hinaus auch noch.

Ihr Blog ist in unserem Cision Ranking für vegane Blogs in Deutschland auf Platz 6. Was macht ihn so erfolgreich?

Mir wird immer wieder gesagt, dass beim Lesen meiner Artikel viel Leichtigkeit und Inspiration zu spüren ist. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, die schönen Seiten des veganen Lebens zu zeigen und die Berichterstattung über Tierleid, Umweltschäden und Lebensmittelskandale anderen zu überlassen. Gerade ein solch ernstes und schweres Thema braucht diese Leichtigkeit. Unlängst habe ich in einer Beschreibung über mein Blog gelesen, dass es extrem professionell ist – darüber freue ich mich.

Was hat Sie zum Bloggen motiviert?

Für mich war immer klar: auch wenn ich vegan lebe, will ich nicht aufhören, schöne Cafés und Restaurants zu besuchen, duftige Kosmetik im Badezimmer zu haben oder tolle High Heels zu tragen. Ich begann mit Recherche für mich und mein Umfeld fing an, viele neugierige Fragen zu meiner neuen Lebensweise zu stellen. Da war schnell klar: was für meine Freunde und mich spannend ist, interessiert sicher auch andere Menschen.

Was macht Ihren Blog besonders?

Veganismus ist gut und sieht gut aus – das kann man in meinem Blog sehen. Ich liebe es, neue Dinge zu entdecken – neue Locations zu besuchen, Marken fernab vom Mainstream zu testen und ich spreche so gerne mit den Menschen, die diese tollen Dinge gegründet oder entwickelt haben. Diese Begeisterung teile ich sehr gerne mit meinen Lesern.

Im Cision-Blog: Veggie Love (Facebook)Wie haben Sie  Ihre Reichweite ausgebaut? Welche Rolle spielen dabei soziale Medien?

Ich mag soziale Medien sehr gerne und die vielen unterschiedlichen Kanäle, die zur Auswahl stehen. Schon bevor mein Blog tatsächlich online war, habe ich Facebook und Twitter genutzt und dadurch von Beginn an eine kleine Leserschaft für das Blog gehabt. Alle meine Artikel teile ich auch weiterhin immer über Facebook und Twitter. Meine Lieblingskanäle sind Instagram und Pinterest, dort geht es für mich weniger um meine Blogartikel, sondern um schöne Bilder. Und dort entdecke ich viel Neues, vor allem auf Pinterest. Ich mache auf meinen Kanälen gerne unterschiedliche Dinge und zeige nicht überall die identischen Inhalte – das macht mir keinen Spaß und meinen Freunden sowie Followern auch nicht.

Welche Blogs lesen Sie gerne?

Tolle Rezepte mit schönen Bildern gibt es bei Oh, Sophia, wirklich alles rund um veganes Leben auf Deutschland is(s)t vegan und auf Once Upon A Cream geht es um vegane Kosmetik.

Welche Rolle spielen Zeitschriften, Radio und Fernsehen für Ihre Blogaktivitäten?

Ein schöner Sonntag ist ein Sonntag mit etwa fünf Kilo Zeitschriften, Zeitungen und Büchern – lesen inspiriert mich definitiv und irgendwo schwirrt auch immer noch die Idee eines eigenen gedruckten Magazins in meinem Kopf rum. Über die Jahre wurde ich netterweise oft interviewt – mein Blog war bei ProSieben Taff zu sehen, ich wurde für die Sendung „Klub Konkret“ auf ARD EinsPlus gefilmt und auch für einige Magazine zu meiner Arbeit und Lebensweise befragt.

Gibt es ein Buch zum Thema vegane Lebensweise, das Sie empfehlen können?

Mein veganes Leben begann damals mit dem Buch „Skinny Bitch“, heute würde ich „Ab heute vegan“ von Patrick Bolk empfehlen.

Wie vereinbaren Sie Ihren Job mit Ihrer Arbeit als Bloggerin?

Bei mir dreht sich beruflich alles um Blogs, Social Media und Veganismus. Ohne mein Blog hätte sich nicht meine Tätigkeit als Social Media Managerin für eine Tierrechtsorganisation ergeben. Ich arbeite Teilzeit, damit ich genügend Zeit für mein Blog und das Schreiben habe  – ich bin feste Autorin beim Blogazine Kalinka.Kalinka und dem internationalen Online-Magazin Vilda. Und mein erstes Buch über Detox und grüne Smoothies erscheint Mitte Januar. Auch hier war wieder mein Blog entscheidend, über den ein Verlag auf mich aufmerksam wurde.

Testen Sie die in Ihrem Blog beschriebenen Produkte selbst? An welcher Art von Produkten bzw. Unternehmen sind Sie interessiert?

Ich schreibe nur über Dinge, die ich selbst wirklich gut finde, getestet oder gesehen habe. Glücklicherweise wird die Auswahl an tollen Produkten immer größer. Um aber auf meinem Blog zu landen, reicht es nicht aus, dass ein Produkt vegan ist. Mich interessieren die Menschen und Geschichten hinter Marken und Produkten – gerade kleinere Labels haben oft tolle Geschichten zu erzählen und eine Begeisterung für ihre Arbeit und Produkte, die ansteckend ist. Zudem habe ich bei allen Produkten auch einen hohen Anspruch an Ästhetik – Geschmack ist bekanntlich subjektiv, aber mir muss eben auch die Verpackung gefallen, damit ich darüber schreibe. Darüber hinaus gibt es dann noch die eingangs erwähnten Kriterien: bio, fair und frei von Tierversuchen.

Wie funktioniert für Sie eine gute Zusammenarbeit mit PR-Profis?

In der Flut von Nachrichten, die mich täglich erreicht, fallen die positiv auf, die sich einige Minuten mehr mit mir und meinem Blog beschäftigt haben. Wenn man einige Artikel in einem Blog liest, bekommt man sicher ein Gefühl dafür, welche Themen dorthin passen und welche eher nicht. Wenn man dann eine nette E-Mail bekommt und merkt, dass sich der Absender schon ein bisschen Gedanken gemacht hat, weckt das bei mir eher Interesse als ein Vorschlag, den wahrscheinlich auch zahlreiche andere Blogger bekommen haben.

Haben Sie auch schlechte Erfahrungen mit PR-Profis gemacht?

Mit PR-Profis habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Noch vor einiger Zeit schien es eine gewisse Unsicherheit zu geben, wie man mit Bloggern (im Gegensatz zu Journalisten) umgehen soll, aber das scheint sich überwiegend gelegt zu haben. Unternehmen sind sich immer mehr dessen bewusst, dass Blogger wertvolle und ernstzunehmende Partner für eine langfristige Zusammenarbeit sind. Bloggen ist immer noch ein neues Berufsfeld, in dem sowohl die Blogger selbst als auch alle potentiellen Kooperationspartner ständig von- und miteinander lernen.
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Wir bedanken uns herzlich bei Frau Schmid für das interessante Interview und wünschen weiterhin viel Glück mit Veggie Love!

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