Vor etwas mehr als drei Wochen ist Vine gestartet. Die Twitter App erlaubt das Teilen von 6 Sekunden Video Clips. In dieser kurzen Zeit hat sich viel getan; so war die App der Überraschungsstar der New York Fashion Week und Marken, Journalisten, Publikationen, das TV sowie einige Blogger experimentieren mit den Möglichkeiten von Vine.

Vine ermöglicht es Nutzern in einer einfachen Art und Weise kurze Videoclips aufzunehmen und diese via Twitter mit der Welt zu teilen. Diese Nuterzerfreundlichkeit ermnunterte einige Early Adopter, Videos ihrer Tiere oder ihrer eigenen Dance Moves aufzunehmen – Marken haben aber das Potenzial von Vine als neues kreatives Promotion Tool erkannt. So hat Dove zum Beispiel diesen Spass-Clip gedreht und dabei zum ersten Mal eine Stop Motion-Technik benutzt. Seitdem sehen PR-Profis auch das Potenzial.

Brian Adams PR“Ich habe in der Zwischenzeit mehreren Organisationen geholfen, Vine zu benutzen und das Feedback zum Prozess ist sehr positiv,” sagte Herr Brian Adams, ein Communications Consultant. “Ich habe dabei geholfen, die anfänglichen Berührungsängste zu überkommen – “Schon wieder eine App?” – und am Ende fühlten sich diese Kunden mit der App selbst aber auch mit dem eigenen kreativen Prozess wohl.”

Herr Adams sagte, dass er das Potenzial der App schätzt den Pitch bei einem Journalisten zu unterstützen und den Kundennamen in einer einzigartigen Weise zu platzieren. Da Vine nur die Aufnahme von Footage mit einer Länge von 6 Sekunden erlaubt (tatsächlich sind es übrigens 6.4 Sekunden) eignet sich die App besonders, Botschaften schnell und prägnant zu vermitteln.

“Vine wird dem derzeitigen Hype gerecht,” sagte Herr Adams, “denn der Pitch bei einem Journalisten oder das Teilen von News in Netzwerken macht Spass und geht schnell!”

Gigi RossFrau Gigi Ross – bloggende Mutter bei KludgyMom – betont, dass die Twitter-Integration das Schlüsselkriterium für den Erfolg von Vine ist, denn dadurch wird die Botschaft verstärkt und so bekommen gesponserte oder markenbezogene Videos wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Eine weitere wichtige Komponente ist die Tatsache, dass Vine auch ein eigenes, in sich geschlossene soziales Netzwerk ist.

“Wie Instagram, wird wahrscheinlich auch Vine eine Fanbasis entwickeln,” sagte Frau Ross. “Ganz organisch wird eine Vine Community wachsen und das bietet natürlich Marken auch die Möglichkeit, Verbraucher zu erreichen, die sie vielleicht in anderen sozialen Netzwerken nicht erreichen würden.”

Frau Ross sagte, dass sie bisher noch keinen Pitch erhalten hat, der Vine-würdig wäre. Sie hat aber einen exemplarischen Pitch für ihren Blog kreiert, um zu zeigen, wie man Produkte als Teil einer gesponserten Markenkampagne einbringen kann.

“Ich war mal Markenbotschafterin fuer eine Seife und so habe ich einige Vine Videos produziert, um fünf oder sechs meiner Lieblingsprodukte zu vorzustellen,” führte Frau Ross aus. “Da ich auch Marken pitche, würde ich nicht zögern, Vine Videos – wenn es passt – als Teil der Kampagne einzubinden.”

Amy GuthDoch nicht alle sind davon überzeugt, dass der Erfolg von Vine nachhaltig sein wird. Beim gerade zu Ende gegangenen Publicity Club of Chicago Event, schieden sich die Geister bei der Frage nach den Social Media Trends für 2013. Eine der Teilnehmerinnen des Panels, Frau Amy Guth – Social Media & SEO Manager der The Chicago Tribune – sagte, dass für sie bisher das Potenziel der App nicht weit über Katzenvideos hinausgeht. Ein anderer Panelteilnehmer – Herr Erin Jordan postete seine Gegenmeinung “Vine ist visuell und das wollen Leute teilen.”

Wie auch bei vielen anderen sozialen Netzwerken, wird die Nützlichkeit von Vine für PR-Profis letztlich von der jeweiligen Markenpersönlichkeit und Zielgruppe abhängen.

“Man muss schon mit der App selber herumspielen, um das Ganze auch verstehen zu können — deswegen gibt es ja auch so selten Anleitungen oder Anweisungen,” sagte Herr Adams. “Selbst die Leute hinter den Apps wollen sehen, wie das eigene Produkt verdaut und von Verbrauchern genutzt wird. Wenn man eine neue, interessante Nutzung ‘erfindet’ – also eine nicht geplante Nutzungsweise – dann kann das sehr schnell spannend werden. Wir sollten uns daran erinnern, dass der Re-Tweet nicht von Designern oder Ingenieuren, sondern von Nutzern erfunden worden ist.”

[Update: Vine gibt es seit Mitte 2013 auch für Android]

____________________________________________________

Weiterführende Links:

Vine – der Überraschungsstar der New York Fashion Week

Vine: Eine Analyse des neuen Twitter Spielzeugs

 

Tags: , ,
juliane.herzog@cision.com'

About Juliane Herzog

Manager Field Marketing, Content & Events DACH @ Cision Germany GmbH