“Influencer sind kein One-Hit-Wonder, sondern langfristige Partner” – Cision meets Tobias Gillen, BASIC thinking

"Influencer sind kein One-Hit-Wonder, sondern langfristige Partner" - Cision meets Tobias Gillen, BASIC thinking

BASIC thinking wurde bereits 2004 gegründet und gehört mittlerweile zu den reichweitenstärksten unabhängigen Tech-Portalen im deutschsprachigen Raum. Seit 2013 ist auch Tobias Gillen dabei, zunächst als Autor und seit 2015 auch als Chefredakteur und Geschäftsführender Gesellschafter. Wir sprachen mit Herrn Gillen über seine Geschichte mit BASIC thinking, seine Prioritäten in Sachen KPIs und darüber, was PR- und Marketing-Schaffende tun und vermeiden sollten, wenn sie mit ihm und seinen Kollegen in Kontakt treten.

Sie haben eine recht „bewegte Karriere“ bei BASIC thinking erlebt. Was verbanden Sie 2013 mit dem Blog, als Sie dort als Blogger begannen, und wofür steht BASIC thinking heute?

"Influencer sind kein One-Hit-Wonder, sondern langfristige Partner" - Cision meets Tobias Gillen, BASIC thinkingJa, das kann man wohl sagen. BASIC thinking war für mich damals eine tolle Möglichkeit, meine Themen und Geschichten unterzubringen. Es war toll, für eines der bekanntesten deutschen Blogs schreiben zu können. BASIC thinking hat eine unglaubliche Geschichte hinter sich, wir sind jetzt im 13. Jahr – eine irre Zeit für ein Blog. Heute steht BASIC thinking für mich für saubere und transparente journalistische Arbeit mit Meinung, viel Experimentierfreude und einer offenen Diskussionskultur. Wir haben uns über die letzten zwei Jahre – seit dem Verkauf an Tim Schumacher und mich – eher wegentwickelt vom Blog und sind zu einem Online-Magazin mit ganz passabler Reichweite geworden.

In einem Blogbeitrag erwähnen Sie, dass Sie durch Ihre Doppelfunktion als Chefredakteur und Geschäftsführender Gesellschafter wesentlich mehr gestalterische Freiräume erhalten haben. Was waren für Sie damals die wichtigsten Dinge, die Sie bei BASIC thinking ändern wollten?

Das stimmt, auch wenn diese Doppelfunktion auch mal ihre Tücken haben kann. Es stand im Mai 2015 für uns fest, dass sich bei BASIC thinking einiges ändern muss, um die Marke wieder stark aufzubauen. So haben wir zunächst einmal das komplette Design umgeworfen, die Verträge mit dem Vermarkter gekündigt und auf Eigenvermarktung umgestellt, alle Banner inkl. Trackingcodes von der Seite entfernt, uns komplett auf Native Advertising (Advertorials, etc.) konzentriert und dem Magazin eine komplett neue inhaltliche Ausrichtung verpasst (keine News mehr, dafür lange zeitlose Stücke). Das alles ist passiert im Zeitraum vom 30. April – dem Verkauf – und dem 7. Mai, also ziemlich genau in einer Woche.

Wir sind gewissermaßen einfach mal abgesprungen und haben gehofft, dass wir unterwegs schon irgendwie das Fliegen lernen würden. Ich mache viele Dinge aus dem Bauch heraus, denke selten lange über etwas nach. Das ist nicht immer gut und empfehlenswert, manchmal aber nötig. Seither entwickelt sich BASIC thinking prächtig: Die Qualität der Inhalte hat einen riesigen Sprung gemacht und das in einem für die Leser komplett ablenkungsfreien Umfeld. Als dann noch die Vermarktung der Native Ads binnen der ersten paar Wochen funktioniert hat, war alles gut. Man muss dazu wissen: „Damals“, also vor zwei Jahren, waren Advertorials noch nicht das große Ding wie sie es heute sind. Das hätte auch schief gehen können.

BASIC thinking wurde und wird oft aufgrund seiner enormen Reichweite vor anderen Blogs herausgehoben. Wie wichtig ist die Reichweite des Blogs?

Da bin ich tatsächlich zweigeteilt: Als Journalist habe ich natürlich den Anspruch, dass meine Geschichten gelesen werden. Entsprechend wichtig ist die Reichweite natürlich. Nur: Reichweite um jeden Preis macht einen auch nicht glücklicher. Jedes Kind kann heute günstige Facebook Ads buchen und eine Millionen-Reichweite erzielen oder Clickbait-Emotionen-Katzenvideos-Posts absetzen (siehe z. B. heftig.co). Das sagt dann aber noch nichts über die Qualität aus.

Für uns war bei der Übernahme klar, dass wir neue KPIs für BASIC thinking festsetzen wollen, etwa die Verweildauer auf der Seite, wie viel mit den Inhalten interagiert wird und wie hoch die Social Shares sind. Die Reichweite kommt quasi an vierter Stelle. Aus Sicht des Geschäftsführers kann ich sagen: Dadurch, dass wir kein Geld mehr pro Klick verdienen, sind mir Klicks zunehmend weniger wichtig. Wir müssen natürlich eine gewisse Reichweite erzielen, um interessant für die Werbekunden zu bleiben, aber denen geht es in der Regel ohnehin um ein hochwertiges Umfeld – und nicht um die bloße Reichweite.

Fernab davon glaube ich aber, dass wir uns sehen lassen können. Wir erreichen über alle Kanäle (also Website, RSS-Feed und Drittapps) ca. eine halbe Million Page Impressions pro Monat auf unsere Artikel. Dazu kommen noch viele Hunderttausende Impressions in den sozialen Netzwerken auf unsere Posts, Tweets und Beiträge.

Wie erhöhen Sie die Reichweite?

"Influencer sind kein One-Hit-Wonder, sondern langfristige Partner" - Cision meets Tobias Gillen, BASIC thinkingWir lassen eigentlich nichts unversucht, was uns in den Kopf kommt. Unsere große Stärke ist, dass wir sehr kurze Wege haben. Wir waren zum Beispiel mit die Ersten, die im Sommer 2016 einen WhatsApp-Kanal aufgemacht haben – heute hat das jeder. Bei uns gibt es keine dummen Ideen. Es gibt allerhöchstens Dinge, die nicht so funktionieren, wie wir sie uns gedacht haben. Dann lassen wir es halt wieder bleiben und probieren etwas Anderes aus. Das macht Laune und sorgt für Abwechslung.

Wie würden Sie den „typischen Leser“ von BASIC thinking beschreiben?

Techaffin, interessiert an Social Media, Marketing, Online Business und Start-ups, zwischen 18 und 44 und aus dem DACH-Raum.

Wie funktioniert die Absprache der Themen innerhalb der Redaktion? Gibt es so etwas wie eine „Redaktionskonferenz“?

Ja, die gibt es, jeden Morgen um Punkt 8 Uhr. Ansonsten sind wir sehr dezentral organisiert, wir sind über das ganze Land und in Teilen sogar über den ganzen Globus verteilt. Absprache findet meist per Telefon, Slack, Facebook Messenger, WhatsApp oder Skype statt.

Welche Social Media-Kanäle sind für Sie am wichtigsten und wie werden sie am meisten genutzt?

Ganz eindeutig: Twitter (38.000 Abos) und Facebook (7.200 Likes) für den Traffic, Instagram für die Markenbildung und XING und LinkedIn für den Kontakt zu Geschäftspartnern, Kunden und in die Büros unserer Leser.

Welche Werbeformate bieten Sie für Unternehmen und Agenturen an?

Wir haben ein breites Portfolio an Möglichkeiten, sind aber auch sehr flexibel in der Gestaltung von Kombipaketen und sehr offen, was neue Formate angeht. Hautpsächlich bieten wir aber Advertorials, gesponserte Social-Media-Posts, Newsletter-Werbung und unsere Jobbörse an. Mehr Infos haben wir hier und hier zusammengestellt. Zudem haben wir mit Mobility Mag und Matchplan Mag noch zwei weitere starke Magazin-Marken, mit denen wir ebenfalls gerne Kombiangebote schnüren.

Wie sieht für Sie eine erfolgreiche PR-Kooperation aus?

Ehrlich und zuverlässig von beiden Seiten mit im Idealfall vielen Leads und viel Sichtbarkeit für den Werbepartner. Wir sind zufrieden, wenn der Werbepartner zufrieden ist.

Wie können PR-und Marketing-Schaffende Sie am besten erreichen?

Am allerbesten per Mail: tobias@basicthinking.de. Ansonsten aber auch gerne per Telefon oder Kontaktformular.

Was dürfen PR-und Marketing-Schaffende auf keinen Fall tun, wenn sie Sie kontaktieren?

Nach Dofollow-Links in bezahlten Beiträgen oder nicht gekennzeichneter Werbung fragen. Wir kennzeichnen alles – ohne Ausnahme – mit dem Wort „Anzeige“. Das ist die einzig faire Handhabe dem Leser gegenüber (und zudem geltendes Recht). Leider kommt es zu oft vor, dass sich andere Seiten auf irgendwelche Grauzonendeals einlassen – das macht es all jenen schwer, die es auf die ehrliche und transparente Weise versuchen. Es gibt zum Glück aber auch genügend Marketing-Schaffende, die diese ehrliche Kennzeichnung schätzen.

Was sind für Sie die wichtigsten Quellen um (exklusive) Geschichten für das Magazin zu recherchieren?

Der Leser! Die besten Geschichten kommen immer noch über das direkte Gespräch auf Augenhöhe mit dem Leser. Zudem aber auch die eigene Neugier: Manchmal reicht es schon, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und Dinge zu hinterfragen.

Wie professionell (oder auch nicht) bewerten Sie die Blogger Relations-Arbeit deutscher IT- und Technologie-Unternehmen, die mit Ihnen und Ihren Kollegen in Kontakt treten? Hat sich hier in den vergangenen Jahres etwas grundlegend verändert?

Ja! Definitiv. Noch nicht so weit, dass ich sagen würde, es wäre bis in jede Marketing-Abteilung vorgedrungen, dass Blogs / Online-Magazine keine billigen Linkschleudern sind, sondern ernstzunehmende Geschäftspartner sein können. Aber es hat sich sehr vieles zum Positiven verändert – das weiß jeder Blogger und Online-Journalist sehr zu schätzen, da bin ich sicher. Wichtig ist, dass man langfristige Partnerschaften zu den – ich fasse das jetzt mal zusammen – Influencern aufbaut und sie nicht als One-Hit-Wonder betrachtet.

Wir bedanken uns bei Herrn Gillen für das spannende Interview und wünschen weiterhin alles Gute!

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