Vom Journalisten zum PRler? Ein Kommentar von einem, der auf die “dunkle Seite” wechselte

Vom Journalisten zum PRler? Ein Kommentar von einem, der auf die "dunkle Seite" wechselte

Dies ist ein Gastbeitrag von Mike Berry, Head of Content bei Fleet Street Communications.

Für Viele ist ein beruflicher Wechsel vom Journalismus zur Public Relations ein Wechsel zur “dunklen Seite der Macht”. Für mich war er das allerdings nie. Im Verlauf meiner 18-jährigen Karriere im B2B-Journalismus ist mir klar geworden, dass beide Berufe sehr ähnliche Fertigkeiten und Eigenschaften voraussetzen – und sie sich immer stärker annähern.

Theoretisch haben Journalisten heutzutage das Zeug dazu, hervorragende PR-Profis zu werden. Sie schreiben gut, haben die Fähigkeit, auf verschiedenen Plattformen zu arbeiten, verfügen in der Regel über ein gutes Netzwerk und sind oftmals engagierte und motivierte Leute.

Für manche ist der Wechsel allerdings schwierig. Vielleicht liegt das daran, dass die PR facettenreicher und vielgestaltiger sein kann als der Journalismus. Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass Kommunikationsprofis viele verschiedene Projekte jonglieren müssen: Pressemitteilungen, Kommentare und Artikel, Eventplanung, Projektmanagement, Journalistenanfragen bearbeiten, Kundenkampagnen entwerfen, Berichte zusammenstellen – häufig in mehreren Accounts – und das ist nur eine kleine Auswahl.

So sieht allein das Alltagsgeschäft aus. Hinzu kommt noch die Herausforderung, Reputationsmanagement für Kunden zu betreiben, die Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen anzukurbeln und Geschäftsziele voranzutreiben.

Ich will damit nicht sagen, Journalisten hätten nicht viel zu tun (ich weiß genau, wie viel im journalistischen Beruf täglich anfällt), ihre Aufgabe ist aber meistens, die bestmögliche Geschichte zur Veröffentlichung vorzubereiten.

Der Einfluss und die Wirkung von Journalisten bestehen darin, dass sie eine neue Perspektive auf vorhandene Geschichten zeigen können. Sie recherchieren eine Story, interpretieren Studienergebnisse und erspüren das Potential zur Berichterstattung in Unternehmen. Allein die Tatsache, dass sie genau wissen, was Journalisten von PR-Schaffenden erwarten, ist eine wertvolle Erkenntnis und mit Sicherheit ein guter Anfang.

Bevor ich selbst in die PR wechselte, konzentrierte sich meine Rolle vor allem auf die Erstellung von Inhalten, sei es in Print- oder Digitalform oder bei Events, zu denen ich persönlich erschien. Oft hieß das, dass ich eng mit Werbetreibenden und Kunden für “Branded Content” zusammenarbeitete und Projekte betreute, die Teil einer größeren Kooperation waren, ein Ansatz also, aus dem etwas Ansprechendes entstand, das sowohl für die Leser als auch für die Kunden vorteilhaft war.

Diese Fertigkeiten und Erfahrungen hoffe ich nun als neuer Head of Content bei Fleet Street Communications weiter nutzen und anwenden zu können. Die besten Agenturen sind meiner Meinung nach die, deren Teams eine Mischung aus etablierten Kommunikationsprofis und erfahrenen Journalisten enthalten. Das fand ich an der Kommunikation besonders attraktiv, ebenso wie das Know-How über die Sektoren, die mich besonders faszinieren und mit denen ich zuvor als Journalist schon gearbeitet hatte.

Sicherlich kommen in Zukunft noch Herausforderungen auf mich zu, aber im Augenblick – nach wenigen Monaten – ist mein Wechsel in die PR eine außerordentlich anregende Erfahrung.

Sie finden Mike Berry auf Twitter unter @mrmikeberry und @FleetStreetComm.

 

In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf den kürzlich veröffentlichten Beitrag des Medienmagazins ZAPP des Norddeutschen Rundfunks verweisen, mit dem Titel “Seitenwechsler: Journalisten in Unternhemen”, der sich kritisch mit der Annäherung von PR und Journalismus auseinandersetzt, nicht zuletzt, weil journalistisch ausgebildete Kommunikations-Profis als PRler nun für Unternehmen Inhalte produzieren:

ZAPP – Das Medienmagazin: “Seitenwechsler: Journalisten in Unternhemen”
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Seitenwechsler-Journalisten-in-Unternehmen,contentmarketing100.html

 

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