4 Dinge, die wir von PR-Schaffenden in Südafrika lernen können

4 Dinge, die wir von PR-Schaffenden in Südafrika lernen können

Dies ist ein Gastbeitrag von Kara Alaimo, Ph.D., einer globalen PR-Beraterin, PR-Trainerin und Assistenzprofessorin für Public Relations an der Hofstra University. Sie finden sie auf Twitter unter @karaalaimo.

4 Dinge, die wir von PR-Schaffenden in Südafrika lernen könnenVor nicht allzu langer Zeit interviewte ich für mein Buch “Pitch, Tweet, or Engage on the Street: How to Practice Global Public Relations and Strategic Communication” ein ganzes Jahr lang PR-Schaffende in Führungspositionen in 31 Ländern zu den Best Practices in ihrer jeweiligen Kultur.

Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass sich konventionelle PR-Strategien in der ganzen Welt deutlich voneinander unterscheiden – und dass wir alle eine Menge von den PRlern anderer Länder lernen können. Hier habe ich meine vier wertvollsten Tipps gesammelt, die wir von Kommunikatoren aus Südafrika lernen können.

Tipp 1: Freunden Sie sich mit lokalen Influencern an.

Afrikanische Länder sind sehr vielfältig – Südafrika hat allein elf Amtssprachen. Daher ist es entscheidend, zu segmentieren und genau definierte Zielgruppen anzusprechen. Aus diesem Grund sind besonders südafrikanische PR-Profis besonders geschickt darin, sich mit lokalen Influencern anzufreunden.

Merle O’Brien, ehemalige Präsidentin und Mitglied des Public Relations Institute of Southern Africa, merkt an, dass lokale Influencer in den Townships Südafrikas (die informellen Siedlungen außerhalb großer Städte, in denen überwiegend nicht-weiße ethnische Gruppen leben) “vielleicht nicht besonders gebildet sind oder viel Geld haben, aber gerade sie wissen bestens darüber Bescheid, was gefragt ist und was nicht. Es ist die Stellung in der Gemeinschaft, nicht das Wirtschaftliche, das einen Influencer im Township ausmacht.”

In den ländlichen Gebieten Südafrikas sind die Influencer meist die Dorfoberhäupter. Themba Ngada, Leiterin des Marketings für die Stadt Kapstadt, sagt dazu: “Wenn mich jemand interviewen will und ich in einem Dorf lebe, müssen sie zuerst mit dem Dorfoberhaupt sprechen. Wenn Sie kein richtiges Geschenk für ihn mitbringen wie zum Beispiel eine Ziege oder ein Schaf, tut es auch eine Flasche Brandy, denn das ist eine nützliche Währung im ländlichen Xhosaland.”

Das Definieren kleiner, konkreter Zielgruppen sowie gute Beziehungen zu Influencern in einzelnen Gemeinden kann auch in anderen Ländern und Kulturen eine nützliche Strategie sein. Lokale Influencer können vorhersehen, welche Arten von Kommunikation in ihren Gemeinden funktionieren werden und welche nicht. Außerdem können Sie versuchen, sie als Fürsprecher für Ihre Organisation zu gewinnen.

Tipp 2: Investieren Sie in Beziehungen.

Südafrikanische Kommunikatoren praktizieren in ihrer PR das so genannte Modell der persönlichen Einflussnahme (“personal influence model“). Sie verbringen viel Zeit damit, andere Fachleute kennen zu lernen und Vertrauen zu ihnen aufzubauen, bevor sie auf Berichterstattung in Medien, die Vermittlung von Partnerschaften oder andere Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen kommen.

Dies kann zu einem besseren Verständnis und folglich zu stärkeren Beziehungen mit Organisationen führen, die für ihren Erfolg wichtig sind.

Tipp 3: Nutzen Sie Mundpropaganda-Strategien.

Zwischenmenschliche Kommunikationsstrategien sind in Afrika weit verbreitet – auch bei großen Marken und nationalen Regierungen. Dies kann bedeuten, dass Vertreter einer Organisation direkt mit der Öffentlichkeit interagieren. Faith Muthambi, Ministerin für Kommunikation für die südafrikanische Regierung, sagte beispielsweise, dass “Menschen es mögen, Entscheidungsträger und Staatsoberhäupter zu Gesicht zu bekommen – als ganz normale Menschen. Das ist eine Sache, die unsere Gemeinden lieben.”

Eine solche Strategie kann auch darin bestehen, ganz normale Menschen dazu zu animieren, SMS oder Content in sozialen Netzwerken mit ihren Freunden und Followern zu teilen.

“Es ist wie die alte Schule, Mundpropaganda”, sagt Kate Thompson-Duwe, Geschäftsführerin der Amplicon Group mit Sitz in Kapstadt. “Man entwickelt die Botschaften, die die Leute teilen sollen, und dann geht es darum, in ihren relevanten Netzwerken und auf authentische Weise zu kommunizieren, sodass es nicht als Markenkampagne wahrgenommen wird.”

Thompson-Duwe bemerkt jedoch, dass dies auch erfordert, Kunden beizubringen, dass sie nicht mehr die Kontrolle über ihre Botschaft haben: “Wir stoßen den Dialog an und führen ihn vielleicht in eine bestimmte Richtung, aber wir müssen ihm auch ermöglichen, authentisch zu sein.”

Tipp 4: Nehmen Sie soziale Verantwortung in Ihrem Unternehmen ernst.

In Afrika wäre es undenkbar, in einer Gemeinde oder in einem Land zu arbeiten, ohne Initiativen sozialer Verantwortung im Unternehmen umzusetzen.

Solly Moeng, Geschäftsführer von Don Valley, einem Reputations-Management-Unternehmen mit Sitz in Kapstadt,sagt dazu: “Die Menschen wollen wissen, dass ihnen etwas zurückgegeben und nicht nur etwas genommen wird.”

Dadurch können Sie Ihren Ruf stärken und positive Beziehungen mit dem lokalen Publikum schaffen. “Der Gemeinde etwas zurückzugeben kann ein großer Schub für Ihre Marke sein.”