Cision Interview mit Fashion Blogger Constance Dunn

Cision setzt die Reihe an Interviews mit Fashion Bloggern fort. Heute sprechen wir mit Frau Constance Dunn vom Blog Practical Glamour. Frau Dunn ist Autorin, tritt regelmässig im TV auf, ist eine beliebte Rednerin und gibt auch Vorlesungen.

Wie sind Sie in der Modeindustrie gelandet und wie haben Sie Ihre Reichweite aufgebaut?

Ich bin in dieser Industrie durch ein Patchwork an verschiedenen Erfahrungen gelandet – vom Arbeiten im Einzelhandel und Showroom Modeling, bis zu meinem Interesse an Textilien aber auch mein Uniabschluss im Bereich Kommunikation. Diese verschiedenen Erfahrungen haben es mir ermöglicht, einen tiefen Einblick in die Psychologie und Bedeutung von Mode für das Individuum zu erlangen. Bei Mode geht es letztendlich um die eigene Identität; man drückt sich selber und seine Wünsche aus – eine Projektion seiner selbst; je nachdem wie man sich gerade sieht oder fühlt in seinem Leben.

Vieles im Modejournalismus scheint sich – wenigstens für mich – darum zu drehen, dass man sehr viel Bargeld braucht um gut auszusehen. Und dass man der letzte Abschaum ist, wenn man nicht die letzte Kreation von So-und-So trägt – eine Kreation, die in wenigen Monaten absolut passé ist. So habe ich eine Möglichkeit für mich darin gesehen, Männer und Frauen zu erreichen, in dem ich mich auf die praktische Seite der Mode konzentriere: Wie man Mode für sich nutzen kann und wie man das Beste für sich dabei herausholt – ganz egal wie alt man ist, welches Budget man hat oder welche Stellung man bekleidet.

Warum interpretieren Sie Mode als Kommunikationsinstrument? Und, was bedeutet das?

Cision Interview mit Fashion Blogger Constance DunnWir kommunizieren mit unserer Präsenz und das ohne ein einziges Wort zu verlieren. Und, unser physisches Erscheinungsbild ist zu fast 100% von uns selbst konstruiert. Um es anders auszudrücken: Der Eindruck, den man in der Interaktion mit anderen hinterlässt, entspricht einer einzigen grossen Botschaft die allein von Dir erschaffen worden ist. Die bestimmenden Variablen in dieser Präsentation sind Verhalten, sich selbst zu pflegen sowie Stil.

Es liegt jede Menge Kraft in der Art und Weise wie wir unser Image anhand von Stil und Mode erschaffen – erstaunlicherweise arbeiten nicht viele Menschen mit diesem strategischen Vorteil oder tun ihn ab als unwichtig. Warum sich in Putzabfälle hüllen, wenn man etwas tragen kann, worin man sich wohlfühlt? Mode hat die Macht, jedem von uns zu helfen, besser im Alltag zu performen sowie andere Menschen in einer positiven Art und Weise anzuziehen.

Mode und Stil werden leider oft missverstanden. Mein Ziel ist es, dass Frauen und Männer einen positiven Zugang zu ihrem persönlichen Stil finden und dadurch ihr Leben verbessern. Man sollte mit dieser Frage beginnen: Wie kann ich Kleidung, Schuhe und Accessories einsetzen, um mich möglichst attraktiv und auhentisch der Aussenwelt zu präsentieren?

Welche Fashion Tipps können Sie uns geben?

Es geht im Grunde um die drei Cs – ‘Cut, Color und Characteristic’. Jegliche Kleidung sollte diesen drei Standards – die von Person zu Person unterschiedlich sind – entsprechen.

Beim ‘Cut‘ geht es darumm, seinen Körper zu kennen und zu verstehen, welche Silhouette hilft die erwünschte, optische Figur zu erreichen. Bei ‘Color‘ geht es darum zu wissen, welche Farben die jeweilige, einzigartige Kombination von Haar, Haut und Augen helfen zu optimieren. Und bei ‘Characteristic’ geht es schliesslich darum, wie man diese Eigenschaften anderen kommunizieren möchte.

Hier muss man ein wenig Nabelschau betreiben – in meinem ersten Buch Practical Glamour handelt ein ganzes Kapitel davon, wie man seinen persönlichen Stil ‘vermarktet’. Wenn man seine eigene Marke versteht und auch demgemäss seine Schuhe, Kleidung und Accessories auswählt, dann ist man in der Lage, mit Anderen klar und eindeutig zu kommunizieren. Man sollte sich selbst so präsentieren, dass man am besten aussieht – und so wie man heute ist. Das ist doch sehr aufregend, wenn man sich vorstellt, wie dieser Ansatz auf Leute wirken wird, die man noch nicht kennengelernt hat!

Wenn man Mode als Instrument zur Selbstpräsentation einsetzen, dann sollte man diese drei Cs kontinuierlich beachten. Und, es gibt weitere Vorteile: man kann schneller shoppen und man verschwendet kein Geld für Klamotten, die dann doch den Schrank nicht mehr verlassen. Geldverschwendung ist nun wirklich nicht glamourös!

Welche Tipps geben Sie PR-Profis, die mit Ihnen in Kontakt treten wollen?

Insgesamt finde ich dass PR-Profis höflich und auch lustig sein können. Ich freue mich jedes Mal von Produkten zu hören, die dem Konzept des “Practical Glamour”, entsprechen. Das heisst, diese Produkte müssen also eine verlässliche Qualität haben und auch bezahlbar sein. Mode muss einfach im Umgang sein und die Tragbarkeit muss auch gegeben sein. Ich höre sehr gerne von einer Marke oder Mode, die es Männern und Frauen ermöglicht, sich selbst attraktiv aber auch authentisch darzustellen. Und, wenn ich ein Produkt gut finde, dann bin ich auch sehr motiviert, dieses meinen Lesern näher zu bringen.

Welche PR-Taktiken mögen Sie nicht? Und, was war der seltsamste PR-Pitch, den Sie je erhalten haben?

Es ist klar, dass es einen ziemlich lebendigen Markt für Celebrity Fashion sowie für gehypte, ‘of-the-moment’ Labels gibt – aber, das ist wirklich nicht meine Spielwiese. Was einige Helden der Popkultur momentan tragen, hat keine praktische Bedeutung für eine Frau, die seit kurzen wieder Single ist, jeden Tag im Fitnessstudio ist und sich selbst neu erfinden will. Es hilft Frauen auch nicht, die gerade umgezogen und auf der Suche nach einer Mode sind, die nicht nur ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat, sondern auch dabei hilft ‘es mit der Welt aufzunehmen’!

Genau aber darum geht es meiner Zielgruppe und ich freue mich sehr, wenn ich höre, dass eine Frau oder ein Mann Mode erfolgreich einsetzt und sich deswegen gut fühlt. Und natürlich auch wenn ich davon höre, dass jemand sein Geld ganz glamourös auf sein Bankkonto eingezahlt hat!

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Wir bedanken uns herzlich für das Gespräch Frau Dunn!