“Die Rolle sozialer Medien wird oft unterschätzt” – Interview mit dem Fitness Blog Claudi gives it a TRI

Wir setzen unsere Reihe an Interviews mit Deutschlands führenden Fitness-Bloggern fort. So sprechen wir heute mit Frau Claudia Bahlke vom Blog Claudi gives it a TRI. Wir haben uns mit Frau Bahlke über Ihr Training für den Kölner Triathlon unterhalten, warum Marken & Unternehmen soziale Medien nicht ignorieren sollten und welche Art der Zusammenarbeit sie sich mit PR-Leuten vorstellen kann.

Frau Bahlkes Blog Claudi gives it a TRI ist auf Platz 8 im Cision Ranking “Fitness – Top 10 Blogs in Deutschland” vom 29. Mai 2013.

Warum haben Sie mit dem Bloggen begonnen? Wie haben Sie Ihre Reichweite aufgebaut?

Ich schreibe Lauftagebuch seitdem ich mit dem Laufen begonnen habe (was genau einen Tag nach dem Mainz Marathon vor mittlerweile 7 Jahren gewesen ist). Ich notiere die gelaufene Strecke, die benötigte Zeit und das Wetter. Das ist wirklich interessant, wenn man es im Nachhinein wieder aufruft. Da das Internet nichts vergisst, ist es also ewig gespeichert. Toll!

Gedanken und Gefühle notiere ich erst seitdem ich blogge. Lauftagebücher im Internet bieten dafür einfach nicht den entsprechenden Rahmen. Man kann sich Kurzformen überlegen und wilde Zeichen setzen, man kann separat noch bloggen und sich der Laufcommunity mitteilen oder es gibt auch die Möglichkeit, ein althergebrachtes Tagebuch mit entsprechenden Aufzeichnungen zu führen. Einfach ein paar Blogeinträge der Laufcommunity mitteilen, fand ich nicht so schön. Ich hatte das Gefühl, ich zwinge die anderen förmlich dazu meine Beiträge zu lesen. Das muss ja auch nicht sein.

Also habe ich im Mai 2010 meinen Blog eröffnet. Der Internetreisende kann sich entscheiden, ob er die Seite aufruft und kriegt sie nicht vorgeworfen wie Kamellen an Fastnacht. Er hat die Wahl. Das ist fein. Ich habe nämlich auch gerne die Wahl.

Was zeichnet Ihren Blog aus?

Ich schreibe die Erlebnisse einer in Vollzeit berufstätigen Freizeitsportlerin auf; Erlebnisse, die es oftmals in sich haben. Die schönsten Geschichten schreibt eben einfach das Leben selbst. Ich glaube, dass mein Blog vielen Mut macht, es einfach selbst mal zu versuchen. Laufen und/oder Triathlon ist nicht nur den fitten Menschen in unserer Gesellschaft vorbehalten; jeder kann daran Spaß haben. Es ist unwichtig, ob man in einem Wettbewerb vorne oder hinten landet, solange es eben Freude macht. Und ich glaube, die Begeisterung für den Sport Triathlon bringe ich mit meinem Blog gut rüber. Und zwar so, dass sich nicht nur die Treppchenplatzbeleger angesprochen fühlen, sondern eben jeder, der sich gerne bewegt.

“Die Rolle sozialer Medien wird oft unterschätzt” – Interview mit dem Fitness Blog Claudi gives it a TRI

Welche Tipps haben Sie für andere Sportler, die an einem Marathon oder Triathlon teilnehmen möchten?

Ich plädiere unbedingt dafür langsam mit dem Training zu beginnen und nur ordentlich trainiert und gesund an einer Startlinie zu stehen. Das bedeutet für einen Anfänger höchstwahrscheinlich das gleiche Programm zu absolvieren, wie ich vor 7 Jahren. Erst habe ich mit dem Arzt geklärt, ob denn was gegen meine neue Laufmotivation spricht. Als das nicht der Fall war, habe ich mühsam mit Gehen und Laufen im Wechsel begonnen. Ich konnte nicht 1km am Stück durchjoggen und war nach meinem ersten Laufausflug fix und fertig. Nur weil ich mir vorgenommen hatte es ein paar Wochen zu versuchen, habe ich weitergemacht. Und die kleinen Erfolge, wie einen oder mehrere Kilometer am Stück durchlaufen können, haben sich schon nach kurzer Zeit eingestellt.

Ich finde es wichtig, dass ein Sportler auf seinen Körper hört. Die besten Trainingspläne für Anfänger und Tipps für 10 Kilometer am Stück laufen bringen nichts, wenn der eigene Körper die Sache anders sieht. Auch ich investiere viel Zeit ins Training, aber wenn ich eben außer Gefecht gesetzt bin, weil die Krankheit mich nun mal genau jetzt erwischt, starte ich nicht beim angesagten Wettkampf. Es gibt genug Veranstaltungen im Angebot und nichts ist schlimmer, als sich seine Gesundheit zu ruinieren, weil ein falscher Ehrgeiz überhandnimmt.

Und der absolut beste Tipp, weil sich viele nicht trauen auch mal als Letzter ins Ziel zu laufen… wenn man sich Zeit lässt kann man so eine Strecke viel länger genießen und der Stolz es geschafft zu haben ist gerade am Anfang viel größer als der Stolz über eine Zeit. Wir sind Menschen und sollten nicht auf Zeiten reduziert werden.

Für welches grosse Event trainieren Sie gerade?

Mein großes Ziel in diesem Jahr ist die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen) beim Kölner Triathlon Wochenende am 1. September 2013. Auf dem Weg dorthin plane ich noch einen Start beim Steinbecker Triathlon.

Haben Sie Tipps für andere Läufer, die ein Lauftagebuch führen wollen?

Ich habe einige Internetlösungen (wie in Foren integrierte Trainingstagebücher oder Trainingsaufzeichnungsmöglichkeiten auf Fachplattformen) ausprobiert, weil mir die reine Aufzeichnung von Puls und/oder Strecke via Pulsuhr schnell nicht mehr ausgereicht haben. Ich wollte einfach mehr Informationen sammeln können, als nur meinen Puls Maximalwert oder einen Durchschnitt des Pulses mit Zeitangabe. Also suchte ich nach weiteren Aufzeichnungsmöglichkeiten im Netz. Schnell stellte ich aber fest, dass mir persönlich auch dieses Angebot zu wenig war. Ich wollte etwas mehr, als mit ein paar Klicks das Wetter oder wie ich mich fühle zu markieren. Ich habe diese Internetlösung dann mit händischen Aufzeichnungen in einem Buch  aus Papier weitergeführt und bin dann auf die Möglichkeit gestoßen einen Blog zu schreiben.

Darüber habe ich festgestellt, dass mir meine Pulswerte, absolvierte Kilometer oder Zeiten eher unwichtig sind und ich einen absoluten Fokus auf „Geschichten, die das Leben schreibt“ legen wollte.

Als Tipp kann ich sagen, dass sich mit der Anzahl der Trainingskilometer die Ansprüche und ggf. auch die Notwendigkeiten eines Trainingstagebuches ändern. Das heißt, am Anfang sind andere Themen wichtig, als später. Und damit ist ein Blog sicherlich eines der flexibelsten Mittel im Internet und ein Sporttagebuch, das man immer genau nach Wunsch anpassen kann.

Was hören Sie beim Laufen?

Darüber muss ich kurz nachdenken. Ich höre sehr gerne Hörbücher, wenn ich meine langen Läufe mache. Ansonsten höre ich auch gerne auf die Natur und laufe auch öfter mal ohne Ohrstöpsel. Generell kann ich beim Laufen alles hören, was mir auch sonst gefällt, denn ich verfalle nicht automatisch in den Rhythmus der Musik. Das ist ganz praktisch, weil so auch mal langsamere Klänge als Begleitung herhalten können, denn was motivierend wirkt, ist ja oftmals stimmungsabhängig.

Welche anderen Blogs lesen Sie?

Wie das bei Bloggern so üblich ist, habe ich sichtbar auf der ersten Seite eine Übersicht, der Blogs, bei denen ich gerne und regelmäßig mitlese. Ich habe die Anzeige so gewählt, dass ich immer gleich sehen kann, wenn jemand meiner Favoriten etwas Neues geschrieben hat.

Bei mir finden sich in der Leseliste sehr viele Sportblogs, unter anderen zum Beispiel der von Din von Eiswuerfelimschuh, von Martin vom Blog Pfälzerwaldläufer, von Lutz Balschuweit oder von Caro vom Blog Caro wird Fit!?. Außerdem lese ich gerne Kugelrund & Kunterbunt – Dort geht es um Beauty, Rezepte und sonstiges Allerlei. Sehr gerne lese ich auch im “besonders gewöhnlich” Blog von Elisabeth und Robert – hier wird mir oft klar, was wichtig im Leben ist. Elisabeth bringt das einfach toll rüber.

Welche Rolle spielen soziale Medien in der Sport- & Fitness-Industrie?

Ich glaube in den sozialen Medien kann viel Gutes und sicherlich genauso viel Schlechtes für die Sport/Fitness Industrie angerichtet werden. Sportler tummeln sich zu Hauf in sozialen Medien, so dass ich jedem Hersteller nur empfehlen kann sich in diesen kompetent präsent zu zeigen. Die Abwesenheit einer Marke oder das Ignorieren von Beiträgen, egal ob positiver oder negativer Natur, kann ein weitaus größeres Echo hervorrufen, als man denkt. Ich finde es schade, dass die Unternehmen hier nur teilweise mit der Zeit gehen und den sozialen Medien noch nicht genug Aufmerksamkeit widmen.

In meinem Bekannten-, Freundes- und nicht zuletzt Familienkreis wird vor Neuanschaffungen –egal in welchem Bereich- grundsätzlich das Internet befragt. Es werden nicht nur die Produktbeschreibungen der Hersteller, sondern auch Kritiken, Rezensionen und Forenbeiträge von Benutzern zu den jeweiligen Produkten durchforstet um möglichst viele Aspekte des Produktes bereits im vor hinein zu durchleuchten und Fragen abzuklären. Nicht umsonst trägt eine der Hauptpersonen auf meinem Blog den Spitznamen Zeugwart. Er ist für das Zeug zuständig und ein absoluter Spezialist auf dem Gebiet der Informationensammlerei im Internet.

Die Rolle der sozialen Medien wird zahlreich unterschätzt, das ist mein Eindruck.

Welche Rolle spielen traditionelle Medien in der Sportkommunikation heute?

Klassische Medien wurden bei mir in vielen Bereichen durch die neuen Medien abgelöst. Ich nutze kein Telefonbuch und mein Nachschlagewerk ist das Internet. Fernsehen schaue ich regelmäßig und bin jedes Mal positiv überrascht, wenn ein Marathon oder ein Triathlon im Fernsehen Beachtung bekommt. Zusätzlich bin ich oftmals über die interessante und kurzweilige Sportwerbung begeistert.

Ich lese gerne in einigen Sportzeitschriften, darunter Magazine wie zum Beispiel “RUNNING – Das Laufmagazin“, “triathlon” oder “triathlon Training” und auch hier finde ich die Werbung oft sehr aufmerksamkeitserregend.

Ich glaube, dass das Fernsehen – und auch Zeitungen bzw. Zeitschriften –  für die Herstellerfirmen heutzutage immer noch die wichtigste Rolle im Bereich der Medien spielen. So eine Printkampagne oder ein Fernsehwerbespot wirkt einfach.

Wie stellen Sie sich eine effektive Zusammenarbeit mit PR-Profis vor?

Als Produkt- und/ oder Servicetester kann ich mir eine Zusammenarbeit mit PR-Leuten gut vorstellen. Entscheidend für mich ist dabei, dass die Produkte oder der Service meinem Interessensgebiet entsprechen und dass ich im Testen und Beschreiben nicht zu enge Vorgaben gemacht bekomme. Wie bei vielen anderen dieser Zunft, fällt es mir auch leichter zu schreiben, weil es mir einfällt, als zu schreiben, weil ich es muß.

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Wir bedanken uns herzlich bei Frau Bahlke für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg mit Claudi gives it a TRI!

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Weiterführende Links:

Fitness – Top 10 Blogs in Deutschland

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Fitness – Top 10 Magazine in den USA

Fitness – Top 10 Blogs in Grossbritannien

Gesundheit & Fitness – Top 10 Blogs in Schweden

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