Die Zahl der deutschen Journalisten, die sagen, ohne Social Media könnten sie ihre Arbeit nicht mehr machen, hat sich seit 2012 (18%) auf 43% verdoppelt. Das ist eines der zentralen Ergebnisse unserer Social Journalism-Studie 2014/15, die untersucht, wie Journalisten die sozialen Medien im Berufsalltag nutzen und bewerten. Bereits zum vierten Mal führte Cision die Online-Befragung gemeinsam mit der Canterbury Christ Church University durch. Erstmalig bieten wir dieses Jahr Trendprognosen und Empfehlungen für PR-Profis an.

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Soziale Medien werden von Journalisten in Deutschland meist passiv genutzt. Der Schwerpunkt liegt dabei deutlich auf der Recherche, die für 73% der wichtigste Nutzungsgrund ist. Aber auch Medienbeobachtung (56%) und das Verifizieren von Informationen (54%) zählen zu den vorherrschenden Aktivitäten. Journalisten scheinen sich zwar zunehmend besser mit sozialen Medien auszukennen als noch vor drei Jahren – 41% der Befragten gaben an, „gute Social-Media-Kenntnisse“ zu haben (2012: 27%) –, dies hat aber keine aktive Nutzung der Angebote und Plattformen zur Folge – wie zum Beispiel das Einstellen, Kommentieren und Teilen von Inhalten. Insgesamt kann man von einer gezielten und strategischen Nutzung der Tools für spezifische Zwecke sprechen. Dafür wenden Journalisten mittlerweile im Durchschnitt bis zu zwei Stunden am Tag auf (75%).

Deutsche Journalisten nutzen soziale Medien zunehmend passiv – trotz wachsender Social Media-Kenntnisse

Die statistische Auswertung der Daten – darunter das Nutzerverhalten und die jeweilige Einstellung zu sozialen Medien – lässt eine valide Einteilung deutscher Journalisten in fünf Nutzergruppen zu:

  • Skeptiker (24 %; 2012: 35 %) – sind am wenigsten in sozialen Medien aktiv und haben eher eine negative Einstellung dazu.
  • Beobachter – mit 36% dieses Jahr erstmals die größte Gruppe. Sie nutzen Social Media vorwiegend zur Recherche.
  • Jäger (10%) – recherchieren ebenfalls, konzentrieren sich aber darauf, in sozialen Medien gezielt Informationen aufzuspüren.
  • Promotoren (11%) – stehen sozialen Medien positiv gegenüber und nutzen sie, um eigene Inhalte zu publizieren oder zu promoten.
  • Architekten (19%) – nutzen alle Arten von Social Media und bedienen sich früh neuer Tools.

Die Studie zeigt, Social Media ist im Alltag der Journalisten angekommen. Aber es gibt nach wie vor auch kritische Stimmen: Zum Beispiel sehen viele deutsche Journalisten durch soziale Medien Privatsphäre und Urheberschutz gefährdet. Die Hälfte der Befragten ist zudem der Meinung, Social Media untergrabe traditionelle journalistische Werte (50%; 2012: 39%). Darin könnte man eine mögliche Erklärung für die hierzulande vorwiegend passive Nutzung der sozialen Medien sehen. Diese Zurückhaltung gegenüber den mannigfaltigen Möglichkeiten von Social Media geht einher mit der Bevorzugung traditioneller Informationsquellen – unter deren Top 3 auch PR-Profis genannt sind. So geben 55% der Befragten an, mit der Zusammenarbeit mit PR-Fachleuten zufrieden zu sein.

Social Journalism-Studie: 55% deutscher Journalisten sind mit PR-Profis zufrieden

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