Schon seit geraumer Zeit ist die Rolle sozialer Medien in der PR-Arbeit ein beliebtes Thema im Cision-Blog. Nun kommen auch unsere Leser zu Wort: Cision hat zum ersten Mal mithilfe von PR News eine Umfrage durchgeführt und den Stand der Dinge für PR-Profis zum Thema soziale Medien ermittelt und erforscht, wie PR- und Marketing-Profis soziale Medien sehen.

Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit PR News über einen Zeitraum von sechs Wochen durchgeführt und berücksichtigte mehr als 300 Antworten von befragten PR-Profis über eine weite Spannbreite von Branchen hinweg – darunter Bankwesen, Medizin, Medien, Software, Technologie und natürlich Kommunikation.

Eines der auffälligsten Ergebnisse ist die Angabe von 88% der Befragten, dass ihre Kunden oder ihr eigenes Unternehmen auf Facebook aktiv sind – mehr als in jedem anderen sozialen Netzwerk. Twitter folgte mit 85% knapp auf dem zweiten Platz. Durch diese Statistik wird bestätigt, was in den USA bereits das Pew Research Center fetstellte: “trotz des aktuellen Wachstums von Plattformen wie Pinterest und Instagram bleibt Facebook weiterhin das dominante soziale Netzwerk”. Dies ist umso interessanter, da Facebook im letzten Jahr von einigen Unternehmen kritisiert wurde, die der Ansicht sind, dass ihre Posts aufgrund von Veränderungen im Algorithmus an Sichtbarkeit verlieren. Diese Kritik spiegelt sich aber nicht im Gebrauch der Plattform wider, denn Facebook wird weiterhin von Unternehmen genutzt.

Auch wenn es um bezahlte Promotionen in den sozialen Netzwerken geht, halten sich PR-Profis stark an den meistbenutzten Dienst: Facebook. 36% sagten, dass sie auf Facebook öfter ihre Inhalte promoten als in jedem anderen der sozialen Medien. Allerdings gaben 56% der Befragten an, dass sie gar keine Form bezahlter Promotion in den sozialen Medien anwenden – es gibt also noch viele Unternehmen, welche die Dimension Paid Media in den sozialen Medien noch nicht für sich erschlossen haben.

Obwohl die Wichtigkeit sozialer Medien für die PR unbestreitbar ist, steht es dennoch nach klassischen PR-Strategien an zweiter Stelle. Vielleicht aus gutem Grund. Zwar gaben Journalisten an, dass sie gerne öfter über soziale Medien kontaktiert werden würden, aber nicht einmal die Hälfte der Teilnehmer an dieser Studie haben schon einmal erfolgreich über die sozialen Medien einen Journalisten oder eine Publikation kontaktiert. Das bedeutet, dass die Interaktion über Social Media zwar für die PR unverzichtbar bleibt, aber andere Methoden, wie zum Beispiel die Verwendung einer Mediendatenbank, weiterhin hochrelevant sind.

Ferner fragten wir PR-Fachleute, welche Medienquellen sie für die verlässlichsten halten. Posts in sozialen Medien, Online-Publikationen und Blogposts wurden hier von Printpublikationen sowie Online-Artikel von Printpublikationen übertrumpft. Warum? Eine mögliche Erklärung ist, dass Blogs und Online-Medien zwar zur Unterhaltung sehr geschätzt werden, aber Printmedien wie Die Zeit oder die F.A.Z. höher angesehen und als etabliertere Formen von Earned Media betrachtet werden.

Zuletzt wollten wir herausfinden, wie PR-Profis ihren Erfolg in den sozialen Medien messen. 64% der Befragten gaben Website-Traffic als bevorzugte Kennzahl an, was die Bedeutung von Social Media bei der Generierung von Klicks und Sichtbarkeit aufzeigt. Leads und Umsatz wurden am seltensten mit Erfolgen im sozialen Netz verbunden, während andere nicht-ROI-basierte Messungen wie ein höheres Engagement und Gewinn an Followern zu den Top 3 gehörten. Es besteht also noch großes Wachstumspotential im Bereich sozialer Medien und Messungen. Gut sichtbare Kennzahlen wie zum Beispiel die Anzahl der Twitter-Follower sind zwar gut und schön, aber am wichtigsten für jedes Unternehmen sind Conversions. Die Verbindung zwischen der Präsenz in den sozialen Medien und ROI zu finden, kann entscheidend sein.

In unserer Inforgrafik finden Sie weitere Ergebnisse unserer Befragung:

Soziale Medien: Der Stand der Dinge für PR-Profis

About Falk Rehkopf

Ehem. Geschäftsführer Cision Germany GmbH